Tagung "Opa war in Ordnung!"

"Opa war in Ordnung!" – Erinnerungspolitik der extremen Rechten

Dokumentation der Tagung

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Am 8. Mai 2015 jährte sich das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zum 70. Mal. Die Erinnerung an die Befreiung vom Nationalsozialismus geht zumeist einher mit der Forderung, aus der Geschichte zu lernen. Die Vielzahl extrem rechter Gegenerzählungen war dabei immer eine Herausforderung für die historisch-politische Bildungsarbeit: Während in früheren Jahren die extreme Rechte noch über bestimmte Akteure, die eine Scharnierfunktion einnehmen konnten, den Anschluss an die großen geschichtspolitischen Debatten der Bundesrepublik suchte, konstruiert die Szene heutzutage mehr und mehr eine eigene neonazistische Erinnerung. Worin besteht diese und wie wird sie kampagnenförmig aufbereitet? Welche Faktoren sind förderlich oder hinderlich für die Anschlussfähigkeit rechtsextremer Erzählungen an (lokal)politische Auseinandersetzungen? Wie können rechtsextreme Geschichtsmythen gebrochen werden? Diese und andere Fragen wurden im Rahmen der Tagung diskutiert.

Begrüßung durch Hanne Wurzel, Leiterin des Fachbereiches "Extremismus", Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Hanne Wurzel und Werner Jung: Eröffnung



Am 8. Mai 2015 jährte sich das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zum 70. Mal. Anlass für die Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln sich der anderen Seite der Erinnerung an Krieg und Nationalsozialismus zuzuwenden.

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Dr. Gideon Botsch, Moses Mendelssohn Zentrum, Universität Potsdam

Gideon Botsch: Erinnerungspolitik der extremen Rechten


Für die extreme Rechte ist der Rückblick auf die Geschichte Auftrag und Verpflichtung. Diese Erzählungen propagieren mit der Glorifizierung des Nationalsozialismus nicht nur ein bestimmtes Gesellschaftsmodell, sie dienen der Stabilisierung des Milieus und tragen zur Selbstvergewisserung der Szene bei.

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Prof. Dr. Lena Inowlocki, Frankfurt University of Applied Sciences, Frankfurt am Main

Lena Inowlocki und Michael Kohlstruck: Erinnerung und Erinnerungslücken

Die Erinnerungspolitik der extremen Rechten kann häufig auf familiäre Überlieferungen zurückgreifen. Und dort, wo deren Rolle beschwiegen wird, werden die Leerstellen mit eigenen Vorstellungen gefüllt – auch vom "Opa" als "Sturmführer bei der SS".

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Jost Dülffer: Das Kriegsende aus europäischer Perspektive

Der 8. Mai 1945 war nicht nur in Deutschland eine Zäsur, sondern in ganz Europa. In der Bundesrepublik wurde lange Jahre mit gemischten Gefühlen dieses Datums gedacht.

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Martin Langebach: "8. Mai - Wir feiern nicht!"?

Seit der Rede von Richard von Weizsäcker 1985 nimmt die extreme Rechte verstärkt den 8. Mai zum Anlass von Protesten und für Agitation.

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Ulrich Ballhausen, Vorstandsvorsitzender Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V., Berlin

Tagungskommentar

Frau Dr. Juliane Wetzel vom Zentrum für Antisemitismusforschung und Herr Ulrich Ballhausen, Vorstandsvorsitzender Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V., begleiteten die Tagung kritisch und entwickelten abschließend eine weiterführende Perspektive.

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Dossier

Rechtsextremismus

Das Auffliegen der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) hat gezeigt: In Deutschland sind Strukturen entstanden, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage stellen. Aber nicht nur im Untergrund oder am Rand der Gesellschaft gibt es rechtsextreme Einstellungen wie Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Geschichtsrevisionismus und den Glauben an einen starken Führer.

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Mythen

Verleugnete Kriegsschuld

Mythen zu erschaffen und zu pflegen gehört zum Standardrepertoire der Meinungsmacher am rechten Rand. Armin Pfahl-Traughber analysiert, wie mit manipulativen Umdeutungen des Geschichtsbildes versucht wird, den ''staatspolitischen Lebensnerv der Bundesrepublik'' zu treffen - in diesem Fall in der Zeitung "Junge Freiheit".

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