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23.10.2015 | Von:
Stephanie Zloch

Der Hitler-Stalin-Pakt 1939 und Katyn 1940 in deutschen, polnischen und russischen Schulbüchern

Der Zweite Weltkrieg in Europa 1939 bis 1945 - Abb. 1: Regenhardt 2011, S. 113.Der Zweite Weltkrieg in Europa 1939 bis 1945 (© Abb. 1: Regenhardt 2011, S. 113.)
Zum Massaker von Katyn 1940 wäre es ohne den Hitler-Stalin-Pakt, der sieben Monate vorher zwischen Deutschland und der Sowjetunion geschlossen worden war, wohl nicht gekommen. Gleichzeitig zeigt Katyn, dass es sich beim Hitler-Stalin-Pakt nicht bloß um einen diplomatischen Überraschungscoup handelte, der die in den 1930er Jahren hektisch geschlossenen internationalen Bündnisse, Pakte und Abkommen um ein weiteres, wenngleich bemerkenswertes Kapitel ergänzte, sondern dass sich auf Grundlage dieses Paktes in Ostmitteleuropa innerhalb kürzester Zeit deutsche und sowjetische Besatzungsregimes etablieren konnten, die – bei allen Unterschieden im Einzelnen – Kriegsverbrechen begingen sowie Repressionen und Vernichtungsaktionen gegen die Zivilbevölkerung ins Werk setzten.

bb. 2: Aleksaškina 2011, S. 125.bb. 2: Aleksaškina 2011, S. 125.
Den Hitler-Stalin-Pakt und Katyn in einem Wirkungszusammenhang zu sehen, hat sich im schulischen Geschichtsunterricht nicht europaweit etabliert. Der Hitler-Stalin-Pakt ist zwar praktisch in allen Ländern curricularer Pflichtstoff, [1] doch gilt bis heute die allgemeine Feststellung Stefan Troebsts, dass der Pakt "in den verschiedenen Teilen Europas ganz unterschiedlich bemessen und interpretiert" wird. [2] Der Hitler-Stalin-Pakt ist aber nicht nur ein konfligierender, sondern auch ein dekontextualisierter Erinnerungsort, denn von Katyn ist in den wenigsten Ländern im Schulunterricht die Rede. Vielmehr entwickelt sich die europäische Erinnerung hier fundamental auseinander: Claudia Weber spricht von einer "Verrätselung im Westen" Europas, während es in Mittel- und Osteuropa seit den 1980er Jahren zu einer schrittweisen Offenlegung des Massakers von Katyn gekommen sei. [3]

Abb. 3: Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 155.Abb. 3: Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 155.
Schulbücher gelten klassischerweise als wichtige Medien für die Konstruktion und Formung von Erinnerung und Geschichtsbewusstsein. Noch recht neu ist die Erkenntnis, dass Schulbücher multimodale Kompilationswerke sind, die keineswegs "aus einem Guss" verfasst sind. So können sich innerhalb desselben Schulbuchs zwischen Autorentexten, Abbildungen, Karten, Quellenauszügen oder Arbeitsaufträgen teilweise erhebliche inhaltliche Dissonanzen ergeben. Die folgende Analyse von aktuellen Geschichtsschulbüchern Deutschlands, Polens und Russlands [4] wird Unterschiede, aber auch mögliche Gemeinsamkeiten in der europäischen Erinnerung diskutieren und zugleich die Frage mitdenken, wie eine Behandlung des Hitler-Stalin-Paktes und Katyns aussehen könnte, die ein klares Bild von Gewalt und Vernichtung im Zweiten Weltkrieg ermöglicht ohne Relativierungs- und Aufrechnungsbestrebungen Vorschub zu leisten.

Der Hitler-Stalin-Pakt: Benennung und Fokus

Abb. 4: Stola 2012, S. 91.Abb. 4: Stola 2012, S. 91.
Deutsche, polnische und russische Schulbücher fügen sich bei der Behandlung des Hitler-Stalin-Pakts überwiegend nicht dem begrifflichen Schema, wonach die offizielle Bezeichnung Deutsch-sowjetischer Nichtangriffsvertrag bis heute in Russland, Ribbentrop-Molotow-Pakt in Polen und Hitler-Stalin-Pakt in Deutschland präsent seien, während die Bezeichnung Vierte Teilung Polens polnisch-nationale Kreise kennzeichne. [5] Am ehesten entsprechen noch polnische Schulbücher diesem Schema, wobei Ribbentrop-Molotow-Pakt und Vierte Teilung Polens in einem Schulbuch nebeneinander stehen können. Russische Schulbücher führen neben dem Deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag auch die Variante Ribbentrop-Molotow-Pakt auf. [6] Am heterogensten sind deutsche Schulbücher: Fast ebenso häufig wie Hitler-Stalin-Pakt wird Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt verwendet, während sich einmal auch die Bezeichnung "vierte polnische Teilung" findet. [7]

Abb. 5: Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 213Abb. 5: Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 213
Der geographische Fokus ist in deutschen Schulbüchern am engsten gesetzt: Zumeist kommt nur Polen als vom Hitler-Stalin-Pakt betroffenes Land in den Blick, in einigen Fällen auch die baltischen Staaten, so gut wie kaum dagegen Finnland und Rumänien. [8] In polnischen und russischen Schulbüchern werden stets alle vom Hitler-Stalin-Pakt betroffenenen Länder und Regionen genannt. Während polnische Schulbücher aber ausführlich nur die Lage in Polen betrachten, widmen russische Schulbücher nahezu gleichrangig ihre Aufmerksamkeit Polen, Finnland und den baltischen Staaten, etwas weniger Rumänien. Mit Blick auf die Benennungen heben sich allerdings russische Schulbücher insofern ab, als dass sie anstelle von Ostpolen von der "Westukraine" und "Westweißrussland" sprechen. [9] Damit ist eine Legitimierungsstrategie erkennbar, die bei der militärisch-politischen Umsetzung des Hitler-Stalin-Pakts ab September 1939 zum Tragen kam.

Der Hitler-Stalin-Pakt: Akteure und Motive

Obwohl über den Hitler-Stalin-Pakt schon viel geschrieben und geforscht wurde, können noch heute selbst grundlegende Fragen nicht mit Sicherheit beantwortet werden. Wer wurde damals zuerst oder in besonderer Weise aktiv? Aus welchen Motiven gaben die Vertragspartner ihre Unterschrift? Noch sind viele sowjetische Quellen aus der damaligen Zet nicht zugänglich, und im Falle der deutschen Politik hängt eine Antwort stark davon ab, welcher Erklärungswert Quellen nationalsozialistischer Provenienz zugewiesen wird.

Am eindeutigsten äußern sich polnische Schulbücher. Ohne die deutschen Expansions- und Angriffsbestrebungen zu relativieren, weisen sie der Sowjetunion seit dem Frühjahr 1939 einen aktiven Part zu. Diese hätte von Frankreich und Großnritannien nicht genügend angeboten bekommen und sich daher an Deutschland gewandt. Stalin habe die Chance genutzt, von Hitler einen "gehörigen Anteil an Kriegsgewinnen" [10] zu erhalten. Die deutsche und die sowjetische Motivlagen scheinen klar: Die eine Seite wollte ein Großdeutschland schaffen und die andere Seite das russische Imperium wieder aufbauen, gepaart mit einer völligen Umgestaltung der Gesellschaftsordnung und Mentalitäten nach sowjetischem Modell. [11] Der Hitler-Stalin-Pakt bedeutete somit eine existentielle "Gefahr für Polen und die Staaten Mittel- und Osteuropas" [12] bzw. eine "Aufteilung Mitteleuropas zwischen zwei totalitären Systemen". [13]

Sowohl deutsche als auch russische Schulbuchautoren sind unentschiedener in ihren Einschätzungen und teilweise sogar geneigt, dem Hitler-Stalin-Pakt defensive Motive zuzusprechen. Deutsche Schulbücher sehen mehrheitlich die deutsche Politik als treibende Kraft für den Abschluss des Paktes und lassen die Rolle der Sowjetunion im Hintergrund. Unumstritten ist, dass Deutschland 1939 den Angriff auf Polen plante, doch ist wiederholt davon die Rede, dass das Abkommen vom 23. August einen "Zweifrontenkrieg" zu vermeiden half. [14] Dieses Argument ist, wenn es ohne nähere Erläuterung steht, höchst missverständlich: Es suggeriert, dass ein Zusammengehen zwischen Frankreich, Großbritannien und der Sowjetunion zu einem Krieg mit Deutschland geführt hätte. Tatsächlich wäre dieser aber allenfalls als Antwort auf einen deutschen Angriff auf Polen denkbar gewesen. Somit handelte es sich bei der Befürchtung eines "Zweifrontenkriegs" nicht um eine objektiv gegebene, sondern durch eigenes Handeln erst geschaffene Zwangslage. Fraglich ist darüber hinaus, ob die Sowjetunion 1939 überhaupt in der Lage gewesen wäre, Deutschland anzugreifen. Zumindest gibt es genügend deutsche Schulbücher, die betonen, dass die Sowjetunion den Hitler-Stalin-Pakt nutzen wollte, um Zeit für die eigene Rüstung zu gewinnen. [15] Gegenüber diesen Narrativen, die auf defensive und damit implizit rationale Motive für den Hitler-Stalin-Pakt abheben, sind in deutschen Schulbüchern jene Textstellen in der Minderzahl, die Deutschland und die Sowjetunion als Ko-Aggressoren behandeln: "Der Vertrag verschaffte Hitler Rückendeckung für seinen Angriff auf Polen. Stalin wollte seinen Machtbereich nach Westen ausdehnen". [16] Warum die Sowjetunion nach Westen strebte, wird nur selten ausgeführt. Aus der Sicht eines Oberstufen-Lehrwerks setzte die Sowjetunion mit dem Hitler-Stalin-Pakt "den Imperialismus des Zarenreichs fort, das in Zentral- und Ostasien, im Mittleren Osten und Südosteuropa seine Herrschaft ausgedehnt hatte." [17] Dagegen meint ein anderer Schulbuchautor, der Hitler-Stalin-Pakt billigte "der Sowjetunion die Möglichkeit zu, die im Ersten Weltkrieg verlorenen Territorien Russlands ohne ein Eingreifen Deutschlands zu besetzen" [18]. Damit wird ein historisches Recht der Sowjetunion auf die vom Geheimen Zusatzprotokoll erfassten Gebiete konstruiert.

Eine solche Deutung wird begünstigt durch sprachlich problematische Beschreibungen des Geheimen Zusatzprotokolls. Wiederholt ist davon die Rede, dass die Vertragspartner eine "Absteckung ihrer Interessensphären" vorgenommen hätten. [19] Damit wird die Quellensprache des Zusatzprotokolls, zumeist als solche nicht gekennzeichnet, übernommen und suggeriert, es gäbe bereits vorhandene und gewissermaßen legitime Interessensphären. Ignoriert werden damit nicht nur neuere Erkenntnisse des spatial turn in der Geschichtswissenschaft, wonach Räume und Grenzen stets soziale Konstrukte sind, auch wird zur Fehlannahme verleitet, dass für die Umsetzung des Geheimen Zusatzprotokolls Krieg und Gewalt nur deutscherseits eine Rolle spielten: "Der sowjetische Diktator Josef W. Stalin konnte sich nun bei einem zu erwartenden Angriff Deutschlands auf Polen aus allen Kampfhandlungen heraushalten und wusste seine Einflusssphäre in Osteuropa gesichert." [20] Weit treffender sind Darstellungen, die das Geheime Zusatzprotokoll als einen bewussten Akt zur gewaltsamen Neuordnung Ostmitteleuropas begreifen: "Viel wichtiger aber war das geheime Zusatzprotokoll, in dem sie (d. h. Deutschland und die Sowjetunion, S. Z.) ihre Interessen bezüglich Polen formulierten und das Land unter sich bereits als Kriegsbeute aufteilten."[21] In russischen Schulbüchern findet sich zum Hitler-Stalin-Pakt in der Regel eine defensive Argumentation, [22] allerdings kommt es auch vor, dass die Gebietseroberungen erstaunlich offen angesprochen werden. Zur defensiven Argumentation gehört die bereits seit sowjetischer Zeit offiziell zirkulierende Einschätzung, dass der Hitler-Stalin-Pakt ein "zweites München" verhindert habe, in dem die Sowjetunion wie zuvor die Tschechoslowakei 1938 aufgeteilt worden wäre. [23] Ähnlich wie in deutschen Schulbüchern wird zudem die Sorge vor einem "Zweifrontenkrieg" angeführt, da im Sommer 1939 im Fernen Osten japanische auf sowjetische Truppen stießen. [24] "In dieser Situation gab es keine Alternative", [25] lautet daher der Schluss eines Schulbuchautors. Vor dem Hintergrund einer solchen Motivlage ist es eher zweitrangig, wem denn nun die entscheidende Initiative für den Abschluss des Paktes zukam: Einmal wendet sich die Sowjetunion an Deutschland, [26] ein anderes Mal ist es die deutsche Diplomatie, die der Sowjetunion das entscheidende Angebot unterbreitet. [27]

Seit den 1990er Jahren thematisieren russische Schulbücher ausdrücklich die Gebietseroberungen, die das Geheime Zusatzprotokoll vorsah. Blickt man auf das vorrangig angebotene Erklärungsmuster, dann hätten frühere sowjetische Machthaber gar nicht so sehr um eine Geheimhaltung des Zusatzprotokolls bemüht sein müssen: Laut russischen Schulbüchern dienten die Gebietseroberungen dem Schutz und der Sicherheit der Sowjetunion. Konterkariert wird dieses Erklärungsmuster durch das angegebene Ausmaß der Dimensionen, wonach das Territorium der Sowjetunion um 14 Mio. Menschen verstärkt und die Westgrenzen wurden um 200 – 600 km nach Westen verschoben wurden. [28] Über das Narrativ von Schutz und Sicherheit gehen nur zwei der untersuchten russischen Schulbücher hinaus: Ein Autor bemerkt, dass die Sowjetunion dank des Zusatzprotokolls "alle aufgrund der sehr heftigen Krise der Jahre 1917 – 20 verlorenenen russischen Territorien (mit Ausnahme Finnlands und Polens) und dazu die Westukraine" gewinnen konnte, [29] und immerhin ein Schulbuch lässt die Perspektive der Anderen erkennen, indem es vermerkt, das Zusatzprotokoll hätte eine Linie mitten durch Polen gezogen. [30]

Die Besetzung Ostmitteleuropas seit 1939

Die deutsche Besatzungsherrschaft in Ostmitteleuropa seit 1939 ist ein seit vielen Jahren in Schulbüchern ausführlich behandeltes Thema. Deutsche Schulbücher nehmen dabei aktuelle Erkenntnisse der Geschichtswissenschaft auf und sprechen in klaren Worten von brutaler Kolonialisierung, von Rassen- und Vernichtungskrieg. Die sowjetische Besatzungsherrschaft wird dagegen weitaus seltener thematisiert und wenn, dann in sehr zurückhaltenden Formulierungen. Die Einmarsch der Roten Armee in Polen erfolgte demnach "gemäß den Vereinbarungen des Hitler-Stalin-Paktes" [31]. Damit wird ein rechtmäßiger, zumindest aber vertraglich abgesicherter Vorgang nahegelegt, der kaum auf Krieg, Repressionen, Gewalt- und Vernichtungsmaßnahmen schließen lässt. Lediglich eines der untersuchten Schulbücher spricht dies deutlich an: "Nach der Niederlage (Polens, S. Z.) besetzte Stalin Ostpolen und ließ die polnische Führungsschicht – Offiziere, Geistliche, Politiker und Adlige – teilweise ermorden, damit sie keinen Widerstand organisieren konnte."[32] Eine regelrechte Deutungskonkurrenz ist zwischen polnischen und russischen Schulbüchern zu beobachten. Polnische Schulbücher nehmen das sowjetische Vorgehen als Schlag in den Rücken des "mit Deutschland kämpfenden Polen" wahr. [33] Sie heben hervor, dass der Angriff der Sowjetunion vom 17. September in Widerspruch stand zu bestehenden internationalen Verträgen wie dem polnisch-sowjetischen Nichtangriffspakt von 1932 [34] und weisen entschieden die damalige sowjetische Begründung zurück, der polnische Staat sei zusammengebrochen und die Sowjetunion habe daher die Verpflichtung, die ukrainische und weißrussische Bevölkerung zu schützen. [35] Polen habe nie eine Kapitulationserklärung unterschrieben. [36] Um den Bruch von Verträgen und Völkerrecht noch stärker zu verdeutlichen, berichten polnische Schulbücher, dass der sowjetische Angriff mit bedeutenden militärischen Kräften vorgetragen worden. [37] Allerdings bleiben die polnischen Schulbücher nicht allein einem Opfernarrativ verpflichtet, sondern zeichnen ein durchaus differenziertes Bild von den Geschehnissen und stellen kritische Fragen. So wird darauf verwiesen, dass in der polnischen militärischen und politischen Führung große Ratlosigkeit herrschte [38] und die Flucht der Regierung in der damaligen polnischen Gesellschaft scharf kritisiert wurde. [39] Diskutiert wird, dass "einige Weißrussen und Ukrainer die Gunst der Stunde nutzten, um mit Polen abzurechnen" [40], aber auch, dass diese Haltung "eine Folge der polnischen Regierungspolitik gegenüber den Minderheiten in der Zwischenkriegszeit" war. [41]

Die Praxis der sowjetischen Besatzungsherrschaft sehen polnische Schulbücher gekennzeichnet durch "fingierte"[42] und "in einer Atmosphäre des Terrors"[43] abgehaltene Wahlen, die Sowjetisierung von Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung[44] sowie durch Deportationen der polnischen Bevölkerung: "Ganze Familien wurden aus ihren Häusern geworfen und ins Innere der UdSSR deportiert"[45]. Drastisch sind die Schilderungen von Fahrten in Viehwaggons, hoher Sterblichkeit, Zwangsarbeit in der Taiga und in Bergwerken, vom Leben in Sibirien, Kasachstan und Workuta[46]. Bei der Frage nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten der deutschen und sowjetischen Besatzungsherrschaft kommen polnische Schulbuchatoren zu dem Schluss, dass "zwar die sowjetischen Verfolgungen, anders als die deutschen, prinzipiell die Opfer nicht nach Nationalität unterschieden, jedoch Polen als Opfer des Terrors in der Mehrzahl waren."[47] Demnach fanden im sowjetischen Besatzungsgebiet "Verfolgungen aufgrund von Nationalität und Klasse" statt.[48]

Aktuelle russische Schulbücher nähern sich dem sowjetischen Vorgehen in Ostmitteleuropa auf sehr ambivalente Weise. Auf der einen Seite steht wieder ein defensives Narrativ, das sich wesentlich auf die zeitgenössische sowjetische Erklärung stützt, die Rote Armee sei erst nach der Flucht der polnischen Regierung am 17. September 1939 einmarschiert.[49]Demnach ging es für die Sowjetunion zuallererst um Schutz und Sicherheit "an ihrer Westgrenze".[50] Auf der anderen Seite entfaltet sich ein offensives Narrativ, wonach die Rote Armee "Westweißrussland und die Westukraine sowie das Gebiet von Vilnius einnahm".[51] Zwar gibt es einige russische Schulbücher, die dieses Geschehen "tragisch für Polen"[52] nennen und sogar den Begriff "vierte Teilung Polens"[53] verwenden, doch überwiegt die Haltung, dass es sich um einen Akt "historischer Gerechtigkeit"[54] gehandelt habe: So besetzten die sowjetischen Truppen nämlich die Territorien, "die Polen im sowjetisch-polnischen Krieg 1920 an sich gerissen hatte".[55] Vielmehr noch, Polen habe Weißrussen und Ukrainer nach 1920 schlecht behandelt, daher sei für viele Menschen der Einmarsch der Roten Armee 1939 eine "Befreiung aus nationaler Unterdrückung" gewesen.[56]

Umfangreicher als deutsche und polnische Schulbücher behandeln russische Schulbücher das sowjetische Vorgehen im Baltikum und finden hierfür sogar kritischere Worte als im Falle Polens. So seien die baltischen Staaten "unter Druck gesetzt" worden und hätten keine andere Wahl gehabt, als die Anschlussverträge an die Sowjetunion zu unterschreiben.[57] Besonders stark kontrastierend zum Fall Polen ist die Behandlung des finnisch-sowjetischen Krieges. Zwar gibt es auch hier ein defensives Narrativ, wonach die Grenze Finnlands allzu dicht an Leningrad verlief, doch beschreiben russische Schulbuchautoren die Gegenwehr der Finnen mit ausgesprochen anerkennenden Worten. Der letztlich erreichte Vertragsabschluss, der zu sowjetischen Gebietsgewinnen führte, wird als Schlußstrich unter ein kurzes Kapitel bilateraler Auseinandersetzungen gewertet, das die Gegenwart nicht belastet.

Katyn

Schon die sowjetische Besatzungsherrschaft in Ostmitteleuropa fand in deutschen Schulbüchern nur geringe Beachtung – und von Katyn ist gar nicht mehr die Rede. Lediglich auf einer Karte zum Verlauf des Zweiten Weltkriegs ist der Ortsname Katyn eingetragen (vgl. Abb. 1),[58] aber ohne jegliche Erläuterung. Allenfalls als eine indirekte Thematisierung von Katyn lässt sich die bereits zitierte Aussage deuten, wonach unter sowjetischer Besatzungsherrschaft die polnische Führungsschicht teilweise ermordet wurde.[59]

Es überrascht kaum, dass polnische Schulbücher das Thema Katyn sehr ausführlich und sprachlich emotional darstellen. Akteure und Orte werden eindeutig benannt.[60] Die Erschießungen polnischer Offiziere werden als Verbrechen charakterisiert, das im Gegensatz zu allen völkerrechtlichen Konventionen zur Behandlung Kriegsgefangener[61] und auch zu allen rechtlichen und moralischen Normen[62] stand. Eindringlichkeit gewinnen die Darstellungen dadurch, dass die Opfer und die schwierige Suche nach ihnen näher beleuchtet werden. So habe es sich bei den ermordeten Offiziere nicht um Berufssoldaten, sondern um Reservisten gehandelt, um Vertreter der intellektuellen Elite Vorkriegspolens wie Ärzte, Lehrer oder Anwälte.[63] In etwas elitärer Überhöhung ist sogar vom "wertvollsten Teil der polnischen Nation" die Rede, der an der Spitze der polnischen Unabhängigkeitsbewegung hätte stehen können.[64] Insgesamt kommen polnische Schulbuchautoren zu dem Urteil, dass Katyn vom "verbrecherischen Charkter der sowjetischen Politik im besetzten Polen" zeuge[65], oder gar, dass es sich um einen "Völkermord" handele[66].

Es mag überraschen, dass aktuelle russische Schulbücher dem Thema Katyn nicht ausweichen. Sie schildern als gesichertes Wissen, dass 1939 rund 450.000 polnische Soldaten und Staatsfunktionäre gefangengenommen wurden und dass am 5. März 1940 das Politbüro darüber entschied, 21.857 Offiziere und eine Reihe weiterer Verhafteter erschießen zu lassen[67]. Der Umgang mit diesem Wissen ist gleichwohl ambivalent. Ein Schulbuch schreibt zu den gefangenen polnischen Soldaten und Offizieren: "Das weitere Schicksal vieler von ihnen war tragisch"[68], während ein anderes Schulbuch spekuliert, dass die Entscheidung des Politbüros als Vergeltung für die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener im polnisch-sowjetischen Krieg 1920 angesehen werden könne: Damals seien von 130.000 Kriegsgefangenen 60.000 umgekommen: "Beide Taten sind bis heute eine nicht verheilte Wunde zwischen den Völkern Russlands und Polens."[69] Diese Tendenz zu Relativierung und Aufrechnung hat in der aktuellen russischen Schulbuchlandschaft bis jetzt aber noch keine weitere Nachahmung gefunden.

Karten, Bilder, Quellen, Arbeitsaufträge

Dass Schulbücher multimodale Kompilationswerke sind, zeigt sich bei den Themen Hitler-Stalin-Pakt und Katyn auf eindrückliche Weise, da ein wichtiger Teil der inhaltlichen Aussagen über Karten, Bilder, Quellen und Arbeitsaufträge an die Schülerinnen und Schüler vermittelt wird. Zwei Gemeinsamkeiten kennzeichnen die Schulbücher aller drei Untersuchungsländer: Zum ersten zeigen die meisten von ihnen Fotos von der Vertragsunterzeichnung am 23. August 1939 mit Ribbentrop, Molotow und Stalin. Mit seiner Verbreitung über Länder-, Sprach- und Deutungsgrenzen hinweg stellt diese Foto eine Ikone der europäischen Erinnerung zum 20. Jahrhundert dar. Zum zweiten wird der Hitler-Stalin-Pakt als Quelle regelmäßig in den Schulbüchern der drei Untersuchungsländer zitiert; wichtig ist aber nicht nur der Abdruck der Quelle, sondern auch ihr Kontext: Während in Deutschland und Russland eine stärker diplomatiegeschichtliche Perspektive auf den Hitler-Stalin-Pakt vorherrscht, kommt in polnischen Darstellungen der nachfolgenden Praxis der Besatzungsherrschaft ein weit größere Bedeutung zu.

Zu den Unterschieden gehört die Auswahl von Karten. Von den untersuchten Schulbüchern zeigt ein russisches als einziges die historische Karte zum Geheimen Zusatzprotokoll mit den Unterschriften Ribbentrops und Molotows (vgl. Abb. 2).[70] Geschichtskarten, die das geographische Ausmaß des Hitler-Stalin-Paktes für Ostmitteleuropa einfangen, gibt es nur vereinzelt, darunter in einer deutschen Schulbuchreihe[71]. Standard sind in polnischen Schulbüchern Karten zum September 1939, die den Angriff deutscher und sowjetischer Truppen auf Polen mit breiten Pfeilen visualisieren (vgl. Abb. 3 – auch mit slowakischen Truppen).

Die zeitgenössischen Reaktionen auf den Hitler-Stalin-Pakt werden vor allem in deutschen, seltener hingegen in polnischen und russischen Schulbüchern im Medium der zeitgenössischen, zumeist britischen und französischen politischen Karikatur erfasst. Generell thematisieren diese Karikaturen die große Überraschung, die der Hitler-Stalin-Pakt in der Weltöffentlichkeit auslöste, doch da ihre Perspektive nahezu eine ausschließlich diplomatiegeschichtliche ist, besteht die Gefahr, dass bei ihrer alleinigen Verwendung im Schulbuch, um den Hitler-Stalin-Pakt zu charakterisieren, die brutale Praxis der Besatzungsherrschaft in Ostmitteleuropa unbeachtet bleibt.

Außenpolitischer Natur sind auch in erster Linie die Quellen, die deutsche Schulbücher auswählen, um die Haltung der Sowjetunion zu zeigen, etwa die Aussage Molotows, dass der Pakt dazu diene, "den Frieden zu garantieren und die Drohung eines Krieges zwischen Deutschland und der Sowjetunion auszuschalten".[72] Immerhin wird im Arbeitsauftrag eingefordert: "Setze dich mit Molotows Begründung des Hitler-Stalin-Paktes kritisch auseinander".[73] Weitaus unwidersprochener wird eine Rede Gorbatschows aus dem Jahre 1987 zitiert, in der er, noch ganz der sowjetischen Deutungstradition folgend, den Hitler-Stalin-Pakt als Schutzmaßnahme verteidigt und den westlichen Alliierten die Verantwortung für die verfahrene internationale Lage im Sommer 1939 zuweist.[74] Eine Auseinandersetzung mit den Thesen Gorbatschows, der in Deutschland verbreitet hohes Ansehen genießt, wird den Schülerinnen und Schülern nicht nahegelegt.

Polnische Schulbücher konzentrieren sich bei ihren Quellenauszügen auf die sowjetische Propaganda bei der Besetzung Ostpolens im September 1939[75] und zeigen dann zu den Deportationen und zu Katyn eine Reihe von Karten und Bildern, die den Aussagen der sprachlich emotionalen Autorentexte zusätzlichen Nachdruck verleihen: Polen in sowjetischen Verbannungsorten[76], der Politbüro-Befehl vom 5. März 1940[77], die Sowjetunion als Deportationslandschaft (vgl. Abb. 4)[78] und die Exhumierung der Gräber von Katyn im Jahre 1943[79]. In einem Schulbuch wird das erinnerungskulturelle Vermächtnis von Katyn mit literarischen Texten, Gedenktafeln sowie einer Zeichnung der "Mutter Gottes von Katyn" (vgl. Abb. 5)[80] in einer Intensität vermittelt, die nicht frei ist von martyrologischen Tendenzen. Durchgängig unterstreichen allerdings die polnischen Schulbuchautoren, dass die deutsche Katyn-Propaganda, die vor allem anhand von Plakaten dargestellt wird, in der polnischen Bevölkerung ihre Wirkung klar verfehlte.

Fazit

Polnische Schulbücher berichten, verständlicherweise gerade auch aus eigener Betroffenheit, am ausführlichsten vom Hitler-Stalin-Pakt und von Katyn. Beide Vorkommnisse werden kausal miteinander verknüpft durch die Thematisierung der Besatzungsherrschaft in Ostmitteleuropa seit 1939. Bemerkenswert ist, dass polnische Schulbuchautoren keine Schwierigkeiten darin sehen, deutsche und sowjetische Kriegsverbrechen zu erwähnen, ohne dass dies eine Parteinahme für eine der beiden Seiten oder gar eine Relativierung der Schrecken der deutschen NS-Herrschaft bedeutete. Die Sprache des Autorentextes und die Auswahl der Abbildungen zielt erkennbar auf eine emotionale Berührtheit der Schülerinnen und Schüler, mitunter allerdings bis zu einem Grad, der die Artikulation differierender Einschätzungen erschweren kann. Russische Schulbücher gehen überraschend offen mit dem Hitler-Stalin-Pakt und Katyn um. Im Falle des Hitler-Stalin-Pakts mischen sich traditionelle sowjetische Narrative von Schutz und Sicherheit mit dem selbstbewusst vorgetragenen Hinweis, das Geheime Zusatzprotokoll habe die Möglichkeit geboten, verlorene Gebiete des russischen Imperiums wiederzugewinnen. Über Fragen der "historischen Gerechtigkeit" lässt sich freilich lange und unergiebig diskutieren. Als gesichertes Wissen vermitteln russische Schulbücher die Erschießungen in Katyn und an anderen Orten der Sowjetunion; als höchst problematisch anzusehende Aufrechnungsbestrebungen mit dem polnisch-sowjetischen Krieg von 1919/20 bleiben auf ein Schulbuch beschränkt.

Deutsche Schulbücher widmen dem Hitler-Stalin-Pakt und seinen Folgen den geringsten Raum und zeigen sich, was die Deutung betrifft, unschlüssig. Begrifflichkeiten und Erklärungen zu den Motiven der Vertragspartner wechseln mitunter im Rahmen desselben Schulbuchs. Mit der Neigung, insbesondere der sowjetischen Seite im Hitler-Stalin-Pakt defensive und damit implizit rationale Motive zuzugestehen, befinden sich deutsche Schulbuchautoren in weit stärkerer Übereinstimmung mit ihren russischen als mit ihren polnischen Kollegen. Anders als russische Schulbuchautoren übergehen sie aber Katyn völlig. Die Befürchtung, mit diesem Thema Relativierungs- und Aufrechnungsbestrebungen Vorschub zu leisten, sollte sich allerdings auch in Deutschland durch jüngst vorliegende, differenziert argumentierende Arbeiten zu Katyn und den verfehlten Auswirkungen von Kriegspropaganda[81] zerstreuen lassen.
Verzeichnis der zitierten Schulbücher:

Bahr 2010: Bahr, Frank (Hrsg.): Horizonte 2. Von der Französischen Revolution bis zum Nationalsozialismus. Geschichte für die Sekundarstufe II in Hessen, Braunschweig.

Baumgärtner 2015: Baumgärtner, Ulrich (Hrsg.): Anno 5. Geschichte Gymnasium Sachsen, Braunschweig.

Baumgärtner/Fieberg 2011: Baumgärtner, Ulrich und Fieberg, Klaus (Hrsg.): Horizonte 9/10. Geschichte Gymnasium Hamburg, Braunschweig.

Berger-von der Heide 2010: Berger-von der Heide, Thomas (Hrsg.): Entdecken und Verstehen 3. Von der Zeit des Nationalsozialismus bis in die Gegenwart. Geschichte Niedersachsen, Berlin.

Brückner/Focke 2014: Brückner, Dieter und Focke, Harald (Hrsg.): Das waren Zeiten 3. Deutschland, Europa und die Welt bis zur Gegenwart. Ausgabe Thüringen, Bamberg.

Buchners Kolleg Geschichte 2014: Buchners Kolleg Geschichte. Ausgabe Niedersachsen Abitur 2016, Bamberg.

Bühler u. a. 2014: Bühler, Arnold u. a. (Hrsg.): Geschichte entdecken 4. Von der Weimarer Republik bis zur Gegenwart. Ausgabe Hessen, Bamberg.

Cornelissen u. a. 2010: Cornelissen, Joachim u. a. (Hrsg.): Mosaik. Der Geschichte auf der Spur. E 3: Vom Deutschen Kaiserreich bis zur Gegenwart, München.

Ebeling/Birkenfeld 2014: Ebeling, Hans und Birkenfeld, Wolfgang (Hrsg.): Die Reise in die Vergangenheit, Bd. 8. Sachsen, Braunschweig.

Ebeling/Birkenfeld 2015: Ebeling, Hans und Birkenfeld, Wolfgang (Hrsg.): Die Reise in die Vergangenheit 3. Nordrhein-Westfalen, Braunschweig.

Egner u. a. 2010: Egner, Anton u. a.: Zeit für Geschichte 11. Herausforderungen der Moderne, Braunschweig.

Freundorfer u. a. 2010: Freundorfer, Markus u. a.: Zeitreise 4. Bayern, Stuttgart – Leipzig.

Geschichte und Geschehen 2012: Geschichte und Geschehen. Oberstufe Gesamtband, Stuttgart – Leipzig.

Kursbuch 2010: Kursbuch Geschichte – Gesamtband Neubearbeitung. Oberstufe Baden-Württemberg, Berlin.

Langendorf 2015: Langendorf, Elke (Hrsg.): Buchners Geschichte Oberstufe. Ausgabe Nordrhein-Westfalen Qualifikationsphase, Bamberg.

Lanzinner 2012: Lanzinner, Maximilian (Hrsg.): Buchners Kolleg Geschichte 11/12. Ausgabe Brandenburg, Bamberg.

Laschewski-Müller/Rauh 2010: Laschewski-Müller, Karin und Rauh, Robert (Hrsg.): Kursbuch Geschichte. Von der Antike bis zur Gegenwart. Neue Ausgabe Nordrhein-Westfalen, Berlin.

Lendzian 2010: Lendzian, Hans-Jürgen (Hrsg.): Zeiten und Menschen 1. Geschichte Kursstufe, Paderborn.

Regenhardt 2011: Regenhardt, Hans-Otto (Hrsg.): Forum Geschichte 3.Von den Folgen des Ersten Weltkrieges bis zur Gegenwart. Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Berlin.

Sauer 2011: Sauer, Michael (Hrsg.): Geschichte und Geschehen 6, Stuttgart – Leipzig.

Brzozowski/Szczepański 2013: Brzozowski, Andrzej und Szczepański, Grzegorz: Ku współczesności. Dzieje najnowsze 1918 – 2006. Podręcznik do historii dla klasy I szkół ponadgimnazjalnych – zakres podstawowy, 2. Aufl. Warszawa.

Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012: Dolecki, Rafał; Gutowski, Krzysztof und Smoleński, Jędrzej: Po prostu historia. Szkoły ponadgimnazjalne, zakres podstawowy, Warszawa.

Kozłowska/Unger/Zając 2012: Kozłowska, Zofia T.; Unger, Irena und Zając, Stanisław: Historia. Poznajemy przeszłość. Szkoła ponadgimnazjalna, zakres podstawowy, Toruń.

Roszak/Kłaczkow 2012: Roszak, Stanisław und Kłaczkow, Jarosław: Poznać przeszłość. Wiek XX. Podręcznik do historii dla szkół ponadgimnazjalnych. Zakres podstawowy, Warszawa.

Stola 2012: Stola, Dariusz: Historia. Wiek XX. Podręcznik. Szkoły ponadgimnazjalne. Zakres podstawowy, Warszawa.

Zając 2012: Zając, Stanisław: Teraz Historia. Podręcznik dla szkoły ponadgimnazjalnej. Zakres podstawowy, Toruń.

Aleksaškina 2011: Aleksaškina, L. N.: Vseobščaja istorija. XX – načalo XXI veka. 11 klass. Učebnik dlja obščeobrazovatel’nych učreždenij (bazovyyj i profil’nyj urovni), 8. Aufl. Moskva.

Čudin/Gladyšev 2012: Čudin, A. V. und Gladyšev, A. V. (Hrsg.): Istorija. Učebnik dlja 11 klassa (bazovyyj uroven‘), 3. Aufl. Moskva.

Danilov/Filippov 2012: Danilov, A. A. und Filippov, A. V. (Hrsg.): Istorija Rossii 1900 – 1945. 11 klass. Učebnik dlja obščeobrazovatel’nych učreždenij, 2. Aufl. Moskva.

Kiselev/Popov 2012: Kiselev, A. F. und Popov, V. N.: Istorija Rossii. XX – načalo XXI veka. 11 klass. Bazovyyj uroven‘.Učebnik dlja obščeobrazovatel’nych učreždenij, 5. Aufl. Moskva.

Volobuev/Kulešov 2010: Volobuev, O. V. und Kulešov, S. V. (Bearb.); Danilevski, I. N. (Hrsg): Istorija Rossii. XX – načalo XXI veka. 11 klass. Učebnik dlja obščeobrazovatel’nych učreždenij (bazovyyj uroven‘), 4. Aufl. Moskva.
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Fußnoten

1.
Vgl. die Sammlung internationaler Lehrpläne für das Fach Geschichte in der Curricula Work Station des Georg-Eckert-Instituts – Leibniz-Instituts für internationale Schulbuchforschung Braunschweig: http://curricula-workstation.edumeres.net
2.
Stefan Troebst: Der 23. August 1939. Ein europäischer Lieu de mémoire? in: Osteuropa, 59, 2009, S. 255.
3.
Claudia Weber: "Too closely identified with Dr. Goebbels". Die Massenerschießungen von Katyn in der Geschichte des Zweiten Weltkrieges und des Kalten Krieges, in: Anna Kaminsky (Hrsg.): Erinnerungsorte für die Opfer von Katyń, Leipzig 2013, S. 57.
4.
Berücksichtigt wurden Lehrwerke, die seit 2010 erschienen sind. Deutsche Lehrwerke sind aufgrund des föderalen Bildungssystems in größerer Zahl vertreten.
5.
Dietmar Müller und Stefan Troebst: Der Hitler-Stalin-Pakt 1939 in der europäischen Geschichte und Erinnerung. Eine Einführung, in: Anna Kaminsky, Dietmar Müller und Stefan Troebst (Hrsg.): Der Hitler-Stalin-Pakt 1939 in den Erinnerungskulturen der Europäer, Göttingen 2011, S. 22 – 25.
6.
Danilov/Filippov 2012, S. 443.
7.
Cornelissen u. a. 2010, S. 147.
8.
Geographisch am ausführlichsten ist: Lanzinner 2012, S. 323.
9.
Danilov/Filippov 2012, S. 318.
10.
Stola 2012, S. 61.
11.
Stola 2012, S. 90; Kozłowska/Unger/Zając 2012, S. 41.
12.
Brzozowski/Szczepański 2013, S. 105.
13.
Roszak/Kłaczkow 2012, S. 116.
14.
Brückner/Focke 2014, S. 327; ähnlich auch Laschewski-Müller/Rauh 2010, S. 445; Sauer 2011, S. 41.
15.
Lendzian 2010, S. 393.
16.
Ebeling/Birkenfeld 2015, S. 98; ähnlich auch Lanzinner 2012, S. 323; Sauer 2011, S. 41.
17.
Laschewski-Müller/Rauh 2010, S. 356.
18.
Cornelissen u. a. 2010, S. 276 – 277.
19.
Laschewski-Müller/Rauh 2010, S. 445; ähnlich auch: Baumgärtner 2015, S. 141.
20.
Buchners Kolleg Geschichte 2014, S. 301.
21.
Freundorfer u. a. 2010, S. 159; ähnlich: Lendzian 2010, S. 393; Bühler u. a. 2014, S. 90.
22.
Hierzu schon am Beispiel von russischen Schulbüchern der 2000er Jahre Jutta Scherrer: Der Molotow-Ribbentrop-Pakt in der russischen Öffentlichkeit und Schule, in: Anna Kaminsky, Dietmar Müller und Stefan Troebst (Hrsg.): Der Hitler-Stalin-Pakt 1939 in den Erinnerungskulturen der Europäer, Göttingen 2011, S. 164 – 173.
23.
Danilov/Filippov 2012, S. 317 – 318; Kiselev/Popov 2012, S. 126.
24.
Danilov/Filippov 2012, S. 318; Čudin/Gladyšev 2012, S. 238.
25.
Danilov/Filippov 2012, S. 318.
26.
Danilov/Filippov 2012, S. 318; Čudin/Gladyšev 2012, S. 239.
27.
Volobuev/Kulešov 2010, S. 181; Kiselev/Popov 2012, S. 125.
28.
Danilov/Filippov 2012, S. 331.
29.
Danilov/Filippov 2012, S. 332.
30.
Aleksaškina 2011, S. 121.
31.
Laschewski-Müller/Rauh 2010, S. 445; ähnlich auch: Geschichte und Geschehen 2012, S. 424; Berger-von der Heide 2010, S. 46.
32.
Baumgärtner 2015, S. 144.
33.
Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 198; ähnlich: Brzozowski/Szczepański 2013, S. 118.
34.
Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 156; Brzozowski/Szczepański 2013, S. 118.
35.
Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 156; Brzozowski/Szczepański 2013, S. 118; Stola 2012, S. 64.
36.
Zając 2012, S. 83.
37.
Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 157, 212; ähnlich Zając 2012, S. 82 – 83; Roszak/Kłaczkow 2012, S. 127.
38.
Brzozowski/Szczepański 2013, S. 118.
39.
Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 156.
40.
Kozłowska/Unger/Zając 2012, S. 158; ähnlich auch: Stola 2012, S. 90.
41.
Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 212; etwas vorsichtiger diesen Zusammenhang andeutend: Roszak/Kłaczkow 2012, S. 184.
42.
Brzozowski/Szczepański 2013, S. 123; Roszak/Kłaczkow 2012, S. 180.
43.
Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 212.
44.
Roszak/Kłaczkow 2012, S. 184 – 185.
45.
Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 213; ähnlich auch: Roszak/Kłaczkow 2012, S. 185.
46.
Ausführlich bei: Roszak/Kłaczkow 2012,S. 185; Kozłowska/Unger/Zając 2012, S. 158; Brzozowski/Szczepański 2013, S. 123.
47.
Stola 2012, S. 91.
48.
Kozłowska/Unger/Zając 2012, S. 157; Stola 2012, S. 90.
49.
Čudin/Gladyšev 2012, S. 242; Aleksaškina 2011, S. 127.
50.
Danilov/Filippov 2012, S. 325.
51.
Volobuev/Kulešov 2010, S. 181; Danilov/Filippov 2012, S. 324 – 325.
52.
Aleksaškina 2011, S. 127; Kiselev/Popov 2012, S. 127.
53.
Aleksaškina 2011, S. 127; Kiselev/Popov 2012, S. 127.
54.
Kiselev/Popov 2012, S. 127.
55.
Danilov/Filippov 2012, S. 324 – 325; ähnlich auch Kiselev/Popov 2012, S. 127.
56.
Kiselev/Popov 2012, S. 127.
57.
Danilov/Filippov 2012, S. 325; Kiselev/Popov 2012, S. 128.
58.
Regenhardt 2011, S. 113.
59.
Baumgärtner 2015, S. 144.
60.
Ausführlich: Zając 2012, S. 108; mit Karte der einzelnen Orte: Roszak/Kłaczkow 2012, S. 186.
61.
Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 214; Zając 2012, S. 107.
62.
Brzozowski/Szczepański 2013, S. 119.
63.
Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 214; Zając 2012, S. 108.
64.
Brzozowski/Szczepański 2013, S. 119; ähnlich auch: Roszak/Kłaczkow 2012, S. 186.
65.
Stola 2012, S. 92.
66.
Brzozowski/Szczepański 2013, S. 120.
67.
Danilov/Filippov 2012, S. 325; Kiselev/Popov 2012, S. 127.
68.
Kiselev/Popov 2012, S. 127.
69.
Danilov/Filippov 2012, S. 325.
70.
Aleksaškina 2011, S. 125.
71.
Baumgärtner/Fieberg 2011, S. 199 und andere Horizonte-Ausgaben.
72.
Freundorfer u. a. 2010, S. 161.
73.
Freundorfer u. a. 2010, S. 161.
74.
Baumgärtner7Fieberg 2011, S. 201.
75.
Kozłowska/Unger/Zając 2012, S. 117; Zając 2012, S. 82; antipolnische sowjetische Plakate bei: Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 212; Brzozowski/Szczepański 2013, S. 119; Zając 2012, S. 82.
76.
Stola 2012, S. 90 – 91.
77.
Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 213.
78.
Stola 2012, S. 91.
79.
Brzozowski/Szczepański 2013, S. 132; Stola 2012, S. 98; Roszak/Kłaczkow 2012, S. 186.
80.
Dolecki/Gutowski/Smoleński 2012, S. 213.
81.
Claudia Weber: Krieg der Täter. Die Massenerschießungen von Katyń, Hamburg 2015; Thomas Urban: Katyn 1940. Geschichte eines Verbrechens, München 2015.

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Mapping Memories is an event series focusing on commemorative culture in Eastern Europe and beyond. Current events include conferences, summer schools and practical workshops.

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