Veranstaltungen: Dokumentation

21. bpb:forum – Islamismus im Internet: Propaganda, Prävention und politische Bildung

8.11.2016
Mit gewaltiger Bildsprache und einer vermeintlich klaren Einteilung der Welt in "gut" und "böse" versuchen islamistische Gruppierungen über die sozialen Medien Anhänger zu gewinnen. Die dabei gezeichneten Gesellschaftsvorstellungen sind mit demokratischen Idealen unvereinbar. Was kann die Gesellschaft islamistischer Online-Propaganda entgegensetzen? Vor welchen Herausforderungen steht die Prävention?

Jihad-Rekrutierungsvideo im InternetJihad-Rekrutierungsvideo im Internet (© Screenshot/jugendschutz.net)
Die Bandbreite islamistischer Propaganda im Internet ist groß. Sie reicht von Ablehnung der Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und einer liberalen, pluralistischen Gesellschaftsform bis hin zu unverhohlenem Hass auf Menschengruppen und der Werbung für den militanten Dschihad. Neben diesen ideologischen Komponenten halten Islamisten eine weitere Trumpfkarte in den Händen: Sie setzen auf Emotionen! Mit modernen affektiven Mitteln, wie sie zum Beispiel auch in Kinofilmen, Videospielen und Musikvideos eingesetzt werden, bekommt radikales Gedankengut ein zielgruppengerechtes Design. Gerade Jugendliche die sich noch nicht intensiv mit ideologischen Hintergründen beschäftigt haben, kann diese emotionale Strategie auf islamistischen Social-Media-Kanälen ansprechen.

Wie kann man Jugendliche gegen diese hochmoderne und professionelle Propaganda immunisieren? Welchen Beitrag können politische Bildung und die Jugendarbeit leisten, damit sich Jugendliche nicht islamistischen Gruppen anschließen oder deren Ansichten übernehmen? Vor welchen Herausforderungen steht ganz allgemein die Prävention online und offline?

Nach einer kurzen Einführung ins Thema durch Patrick Frankenberger, Leiter des Projekts Islamismus im Internet bei der Zentralstelle der Länder jugendschutz.net, diskutierten:
  • Dr. Marwan Abou-Taam, Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz, Mainz
  • Patrick Frankenberger, Leiter des Projekts Islamismus im Internet, jugendschutz.net, Mainz
  • Mehlike Eren-Wassel, JAMIL - Jugendarbeit in muslimischen und interkulturellen Lebenswelten, VAJA e. V., Bremen
  • Dr. Bernd Zywietz, Mitarbeiter im Forschungsprojekt Dschhadismus online, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Moderation: Elif Senel, Freie Journalistin, Köln

Audio-Mitschnitt der Veranstaltung:

Online-Propaganda spielt eine wichtige Rolle für dschihadistische Gruppen wie den IS, aber auch für die salafistische Szene hierzulande. Wie können Schule, Jugendarbeit und politische Bildung dem Phänomen begegnen? Vor welchen Herausforderungen steht ganz allgemein die Prävention online und offline?


Termin


07.11.2016, von 18:00 bis 20:00

Ort


Medienzentrum der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
Adenauerallee 86
53113 Bonn

Veranstalter


Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Kontakt


Bundeszentrale für politische Bildung
Dr. Gereon Flümann
Adenauerallee 86
53113 Bonn
Tel +49 (0)228 99515-0
info@bpb.de



 
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