Das Plakat zur Ausstellung "Frieden machen" in Berlin

Frieden machen

Sollte man sich in die Konflikte anderer Länder und Gesellschaften einmischen? Und wenn ja, wie kann so ein Eingreifen aussehen? In welcher Situation ist es sinnvoll und wann ein Erfolg? In vielen Krisenregionen arbeitet heute neben internationalen Truppen eine Vielzahl von zivilen Fachkräften, mit dem Ziel, dauerhaften Frieden zu schaffen. Ihre Arbeit steht im Mittelpunkt dieser Ausstellung: sie moderieren Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien, setzen sich für die Gleichberechtigung von Frauen ein, organisieren die Gesundheitsversorgung, unterstützen beim Wiederaufbau der Verwaltung oder dokumentieren Menschenrechtsverletzungen. Ziel ihrer Arbeit ist es, den Frieden dauerhaft zu sichern und Bedingungen zu schaffen, damit Auseinandersetzungen in Zukunft gewaltfrei ausgetragen werden.

Diese Arbeit wird gerade dann wenig wahrgenommen, wenn sie gelingt. Die Bundeszentrale für politische Bildung macht daher dieses noch junge globale Tätigkeitsfeld zum Thema einer Wanderausstellung. Die Schau, die sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse richtet, stellt die zentralen Instrumente und Prinzipien ziviler Friedensarbeit vor, setzt sich aber auch mit ihren Kontroversen auseinander: Soll man sich überhaupt in Konflikte anderer Länder und Gesellschaften einmischen? Wie kann ein Eingreifen gegebenenfalls aussehen? Wann ist es sinnvoll? Wie ist das Verhältnis zu militärischen Operationen? Wer definiert den Erfolg? Was ist überhaupt Frieden und kann man Frieden wirklich machen?

Ausgehend von sieben grundlegenden Fragen zur zivilen Konfliktbearbeitung ermöglicht die modular angelegte Ausstellung ihren Besucherinnen und Besuchern einen Zugang zu diesem gleichzeitig komplexen wie politisch relevanten Thema. Eigens produzierte Animationsfilme veranschaulichen die zentralen Fragestellungen der zivilen Friedensarbeit. Comic-Geschichten setzen sich mit den Vor- und Nachteile ihrer Instrumente und Kriterien auseinander. Dabei bemüht sich die Ausstellung nicht nur Wissen zu vermitteln. Ihr Anspruch ist vielmehr, einen grundlegenden Zugang zu den Kernfragen dieses Themas zu eröffnen, indem sie zu Austausch und Reflexion über aktuelle politische Fragen anregt. Trotz der vermeintlichen Schwere des Themas kann deshalb hier gespielt, geraten, lauthals gestritten und ausprobiert werden.

Die Wanderausstellung wurde auf Anregung des Unterausschusses für Zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln im Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages durch die Bundeszentrale für politische Bildung realisiert. Die Kuration erfolgte durch den Verein Politikmuseum e.V. Die Ausstellung wird voraussichtlich ab November 2017 wandern.

PDF-Icon Infoblatt FRIEDEN MACHEN

Eingreifen oder nicht?

Ein Animationsfilm der Wanderausstellung "Frieden machen"

Menschen, Organisationen oder Staaten, die sich für den Frieden einsetzen, müssen auf die Frage "Eingreifen oder nicht?" eine Antwort haben. Es gibt gute Gründe, nicht einzugreifen. Und es gibt gute Gründe, einzugreifen. Greift man ein, dann gilt in der internationalen Friedensarbeit das zentrale Prinzip: Richte keinen Schaden an ("Do No Harm").

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Mit oder ohne Waffen?

Ein Animationsfilm aus der Wanderausstellung "Frieden machen"

Zur Sicherung eines Waffenstillstandes oder Friedensabkommens entsendet die UN die so genannten Blauhelme. Das sind Militärangehörige der Mitgliedsländer. Sie sollen die Bevölkerung schützen und dem Land Zeit verschaffen, sich politisch zu stabilisieren. Nur im Notfall und zur Selbstverteidigung wenden sie Waffengewalt an.

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Wo eingreifen?

Ein Animationsfilm der Wanderausstellung "Frieden machen"

Wie entscheiden lokale Aktivisten, internationale Organisationen und Staatengemeinschaften, in welchen Konflikt sie eingreifen – und wann sie es sein lassen? Soll man seine Ressourcen in die aussichtsreichste oder in die vertrackteste Situation stecken? Was passiert, wenn Staaten die Sicherheit ihrer Bürger nicht mehr gewährleisten können oder wollen? Welche allgemein gültigen Maßstäbe legitimieren das Eingreifen in innerstaatliche Konflikte?

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Wer soll handeln?

Ein Animationsfilm der Wanderausstellung "Frieden machen"

Unzählige Menschen und Organisationen engagieren sich überall auf der Welt für Frieden. Da ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Friedensengagement vor Ort ist oft nur durch internationale Spendengelder möglich, andererseits arbeiten internationale Organisationen mit lokalen Fachkräften zusammen. Ein besonderer Fall sind Friedensmissionen. Sie werden durch komplexe Abstimmungsprozesse der Mitgliedsländer und die Zustimmung des Konfliktlands legitimiert.

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Bleiben oder gehen?

Ein Animationsfilm der Wanderausstellung "Frieden machen"

Wer sich für den Frieden einsetzen will, braucht einen langen Atem. Aber die Mittel und Möglichkeiten reichen nicht ewig. Wann ist also der richtige Zeitpunkt, die Friedensarbeit vor Ort zu beenden?

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Was tun?

Ein Animationsfilm der Wanderausstellung "Frieden machen"

Eigentlich findet niemand Konflikte toll. Aber wie löst man sie schnell und nachhaltig? Ein Patentrezept dafür gibt es nicht, denn jeder Konflikt und Friedensprozess ist anders. Eine Konfliktanalyse ist der erste Schritt: Wer ist beteiligt? Wie lange geht das schon? Wem geht es dabei um was? Wie gewalttätig ist die Auseinandersetzung? Wer ist von der Gewalt betroffen? Und in welcher Phase befindet sich der Konflikt?

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Was ist Frieden?

Was ist Frieden?

Ein Animationsfilm der Wanderausstellung "Frieden machen"

Kann man Frieden machen? Wenn ja, wie? Darf man sich in die Konflikte anderer Länder und Gesellschaften einmischen? Aber auch umgekehrt: Gibt es nicht eine Verantwortung zu helfen, wenn wir sehen, dass Menschenrechte verletzt werden – egal wo? und was ist Frieden überhaupt?

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Mapping Memories is an event series focusing on commemorative culture in Eastern Europe and beyond. Current events include conferences, summer schools and practical workshops.

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