Veranstaltungen: Dokumentation

4.9.2017

Checkpoint bpb – die Montagsgespräche: Berlin Brüssel Ankara

Ein neues Kapitel europäisch-türkischer Beziehungen

Das türkische Verfassungsreferendum hat tiefe Gräben innerhalb der Türkei wie auch im Verhältnis der Türkei zu Europa und Deutschland aufgezeigt. Welche Konsequenzen ziehen Politik, Kultur und Zivilgesellschaft aus dem neuen Gegenüber von Autokratie und Demokratie, von Freiheit und Abgrenzung?

Türkische Fahne und EU Fahne (Symbolbild)Türkische Fahne und EU Fahne (Symbolbild) (© picture-alliance, picturedesk.com)

Putschversuch, Verhaftungen, Entlassungen, Verfassungsreferendum… Schon im Wahlkampf vor dem türkischen Verfassungsreferendum haben sich tiefe Gräben gezeigt: innerhalb der türkischen Gesellschaft, aber auch im Verhältnis der Türkei zu Deutschland und Europa. Die mehrheitliche Zustimmung zur Verfassungsänderung hat das Verhältnis zwischen Europa und der Türkei noch komplizierter gemacht. Während unterschiedliche Vorstellungen von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit offensichtlich sind, bleiben gegenseitige Abhängigkeiten bestehen.

Mit der notwendigen Suche nach Lösungen endet die Neuausrichtung nicht. Die Bundesregierung hat bereits deutlich gemacht, dass eine mögliche Abstimmung über die Einführung der Todesstrafe in der Türkei in Deutschland nicht toleriert würde. Zudem belasten weitere Spannungsfelder das Verhältnis zwischen Berlin, Brüssel und Ankara: die Inhaftierungen (deutsch-)türkischer Journalist/innen und das Besuchsverbot deutscher Bundestagsabgeordnete am Bundeswehrstützpunkt in Incirlik. Welche Konsequenzen ziehen Politik, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft aus diesem neuen Gegenüber von Autokratie und Demokratie, von Freiheit und Abgrenzung? Kann die Türkei noch ein EU-Beitrittskandidat sein?

Am 3. Juli ab 19 Uhr standen im Veranstaltungssaal der bpb in Berlin diese und weitere Fragen im Mittelpunkt. Verschiedene Perspektiven wurden analysiert, diskutiert, welches neue Kapitel in den europäisch-türkischen Beziehungen aufgeschlagen wird und wie diese in Zukunft aussehen könnten.

Auf dem Podium diskutierten:
  • Dr. Volker Treier, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer
  • Deniz Utlu, Autor
  • Dr. Alphan Tuncer, Politologe
Aus Istanbul bzw. gerade aus dem Urlaub in Griechenland zugeschaltet wurde Philipp Mattheis, Journalist und Autor und berichtete über die Lage in der Türkei. Einen Kurzinput gab Andreas Bock, Redaktionsleiter von euro|topics, die europäische Presseschau der bpb.

Wie bei dieser Reihe Tradition ist, war nach der Diskussion auch vor der Diskussion. Ab 21 Uhr hatten 80 Gäste die Möglichkeit, weitere Fragen persönlich an unseren Experten zu stellen und auch mit anderen Gästen Meinungen auszutauschen.



Der Audiomitschnitt zum Mithören:
(© Bundeszentrale für politische Bildung)

Termin

03.07.2017, von 19:00 bis 21:00

Ort

Bundeszentrale für politische Bildung
Friedrichstraße 50
10117 Berlin
4. Stock, Veranstaltungssaal

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung/bpb


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