Veranstaltungen: Dokumentation

Checkpoint bpb EXTRA: Globale Kämpfe für die Menschenrechte

Podiumsdiskussion über die Rolle transnationaler Klagen gegen Unternehmen

8.11.2017
Können global agierende Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen zur Verantwortung gezogen werden? Die Reihe "Checkpoint bpb EXTRA" widmete dieser Fragestellung eine Diskussionsrunde. Der Fokus lag dabei insbesondere auf dem Spannungsfeld zwischen globalem Süden und Norden.

Protestmarsch für die Opfer eines FabrikbrandesProtestmarsch für die Opfer eines Fabrikbrandes. (© Baldia Factory Fire Affectees Association)

Transnationale Unternehmen sind die großen Gewinner der globalisierten Wirtschaft – nicht nur ökonomisch, sondern auch rechtlich.
Verletzen Firmen aus dem globalen Norden die Menschenrechte von Arbeiterinnen und Arbeiter im globalen Süden, werden die Manager bisher selten zur Verantwortung gezogen, geschweige denn verurteilt. Die Menschenrechtspakte der Vereinten Nationen laufen beim Schutz der Ausgebeuteten ins Leere, da sie für Staaten, nicht aber für die zunehmend undurchsichtig strukturierten global agierenden Unternehmen gelten. Immer mehr Betroffene setzen sich dagegen zur Wehr und fordern ihre Rechte ein:
Ein Beispiel dafür ist der "Fall KiK“ , bei dem die Mitverantwortung des deutschen Unternehmens für die 260 Toten beim Brand in einer Zulieferfabrik in Pakistan vor einem deutschen Gericht verhandelt werden soll.

Nach einer Begrüßung durch Miriam Vogel von der Bundeszentrale für politische Bildung diskutierten Wolfgang Kaleck, Generalsekretär und Legal Director des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und Miriam Saage-Maaß, Vice Legal Director des ECCHR mit der Politikwissenschaftlerin Birgit Mahnkopf und Anke Müller-Jacobsen – Rechtsanwältin und Richterin am Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin – über diese Themen und sprachen an, was Aktivistinnen und Aktivisten aus dem Globalen Norden tun können. Wolfgang Kaleck und Miriam Saage-Maaß schrieben das Buch "Unternehmen vor Gericht“, das 2016 im Wagenbach-Verlag sowie 2017 in der bpb-Schriftenreihe (Band 1754) erschien.

Darüber hinaus präsentierten Christina Varvia von Forensic Architecture eine 3D-Simulation zur Veranschaulichung der Hintergründe und Folgen im Fall KiK. Moderiert wurde die Diskussion vom Wirtschaftsjournalisten Caspar Dohmen.

Im Anschluss fand ein kleines Get-Together zum Austausch untereinander statt.

Die Veranstaltung fand auf Deutsch statt, Teile der Veranstaltung waren in englischer Sprache und wurden konsekutiv übersetzt.

Eine Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Kooperation mit European Center for Constitutional and Human Rights.

Hier ein gekürzter Veranstaltungsmitschnitt:
(© 2017 Bundeszentrale für politische Bildung & European Center for Constitutional and Human Rights)



Bildergalerie:

Termin


10.10.2017, von 19:00 bis 20:30 Uhr

Ort


Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
Friedrichstraße 50
10117 Berlin

Veranstalter


Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Kooperation mit European Center for Constitutional and Human Rights.

Kontakt


Katarzyna Wielga-Skolimowska
katarzyna.wielga-skolimowska@bpb.de

Pressekontakt


Bundeszentrale für politische Bildung
Stabsstelle Kommunikation
Adenauerallee 86
53113 Bonn
Tel +49 (0)228 99515-200
Fax +49 (0)228 99515-293
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