Auf einem Tisch stehen Teller mit weißen Käse und Tomaten-Gurken-Salat.

30.5.2018 | Von:
Jürgen Gressel-Hichert

3. Stadt, Land, Fuß

Datum: 22.02.2018

Bei einer Schnitzeljagd der etwas anderen Art bestand die Herausforderung, bekannte und versteckte Orte Jerewans zu entdecken. Google und Karten waren hierfür nur bedingt hilfreich – Kontakt zur Lokalbevölkerung dagegen unausweichlich.

Stadt Land FußStadt Land Fuß (© Ingrid Schneider)

Neue Stadt - erste Orientierung. Rund ums Hotel, kleine Kreise, große Kreise. Jeder für sich. Spaziergangswissenschaften ganz praktisch. Dann: Zum Auftakt: Ein Spiel. Schnitzeljagd - obwohl es das hier gar nicht gibt. In Yerewan. Gut ein Dutzend Fragen. Fünf Gruppen, drei Stunden Zeit.

Planungsgespräch

Kann man etwas aus dem Kopf beantworten? Wie das Land hier bei den Einheimischen heißt - nicht Armenien, sondern? Hajastan, sagt der Kellner und kalligraphiert es auch gleich noch liebevoll auf den Fragebogen. Und ist selber neugierig, wegen der anderen Fragen. Was muss man für die Fahrt mit einem Mikrobus bezahlen und wo ist das Kino Moskau? Lachen. Dann ein Blick auf die Stadtkarte. Vielleicht erstmal doch die Kaskaden hochlaufen. Oder zum Museum der Schriften hetzen.

Noch gut zwei Stunden

Öffentlicher Nahverkehr kostet 100 Dram und da wo heute Mutter Armenien hoch über der Stadt thront, zeigte vorher „Genosse Stalin“ an, dass Armenien eine Randnotiz des Moskauer Imperiums war. Und wer ist alles berühmt in der Welt und kommt aus diesem kleinen Land? Ah, sagt ein anderer freundlicher Einwohner Yerewans, Charles Aznavour natürlich und zeigt auf das große leere Haus neben den Treppen. Da wohnt er, wenn er hier ist. Wann war er hier? Achselzucken. Noch schnell ein lustiges Foto machen vor den dicken Botero-Frauen - auf den diversen Stufen der Kaskaden.

Pause

Noch 90 Minuten. Kurz Kaffeetrinken. Nein wir möchten keinen Americano. ja chatschu cafe armenisch. Radebrechen mit Händen und Russisch. Wenn man schon kein Armenisch spricht. Noch 60 Minuten. Persische Moschee. Ist sogar offen. Toller Blauer Kuppelbau und daneben ein wahres Mini-rett. Klein und sicher kein Grund, dagegen zu sein - in einem Land, das eh fast ausschließich „christlich“ ist - und das seit 301. Auch wenn immer mal wieder Objekt imperialer Begierden.

Wichtigste Frage vergessen

Noch 30 Minuten. Wie heißt der Markt, der so berühmt war für sein Orientalisches Flair? Klären wir später. Erstmal zum Platz der Republik und den vielen Palästen der Republik rundherum, die bisher niemand abreißen will, obwohl sie auch an ein untergegangenes Reich erinnern. Rein in die U-Bahn, schnell ein kleines Andenken kaufen als Beweis, dass man da war - Vertrauen ist gut, Kontrolle machts auch nicht besser. Und zwei Minuten später Auswertung. Stadt zu Fuß - Spiel. Spaziergangswissenschaften. Waden weh. So weit. So schön. Aber die wichtigste Frage steht gar nicht auf dem Plan. Wo sendet Radio Eriwan? Aber das kriegen wir spä-ter. Mit unerhörten Antworten - im Prinzip zumindest.


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