Veranstaltungen: Dokumentation

5.7.2018

Fire and Fury - Steuert Donald Trumps Amerika auf eine Autokratie zu?

Podiumsdiskussion am 28. Juni 2018 in Berlin

Bei der vorerst letzten Veranstaltung der Reihe "What’s up, America?" in Berlin ging es im Auditorium Friedrichstraße um die Wechselwirkung zwischen zivilgesellschaftlichen Protesten und Handeln politischer Eliten, autokratische Tendenzen und Folgen für transatlantische Beziehungen.

Nachdem aufgrund des Hymnenstreits die traditionelle Ehrung des Superbowl-Gewinners im Weißen Haus abgesagt wurde, veranstaltete Donald Trump stattdessen das "Celebration of America"-Event, 05.06.2018, WashingtonNachdem aufgrund des Hymnenstreits die traditionelle Ehrung des Superbowl-Gewinners im Weißen Haus abgesagt wurde, veranstaltete Donald Trump stattdessen das "Celebration of America"-Event, 05.06.2018, Washington. (© picture-alliance, AdMedia)

Am 28. Juni wurde im Auditorium Friedrichstrasse darüber diskutiert, ob und wie sich die Demokratie in den USA seit dem Amtsantritt Donald Trumps verändert hat.

Immer wieder wird die Spaltung der Gesellschaft in den USA entlang der Linie zwischen "Durchschnittsbürgern" und politischen/intellektuellen Eliten illustriert. Trifft diese Darstellung zu? Und wenn ja, wo werden diese Linien erkennbar und welche Konsequenzen haben diese für die Demokratie in den Vereinigten Staaten von Amerika?

Die Wahl Donald Trumps hat die amerikanische Gesellschaft polarisiert und die Protestkultur der Zivilgesellschaft verändert: Während 'ältere' Bewegungen, wie Black Lives Matter, weiterhin im Zentrum der Medienöffentlichkeit stehen, bilden sich unter den jüngeren Amerikanern neue Formen des Protests. Vor allem nach den jüngsten Amokläufen an amerikanischen Schulen und den dadurch wieder einmal ausgelösten heftigen inneramerikanischen Debatten um die Waffengesetze, haben sich viele Studierende zu einer öffentlichkeitswirksamen Gegenkultur zusammengeschlossen und ihren Protest lautstark artikuliert. Gleichzeitig ist aber auch eine steigende Radikalisierung rechter Protestbewegungen festzustellen, wie die der Identitären Bewegung und die vermehrten Aufmärsche von White Supremacy-Unterstützern zeigen. Auch an diesen Stellen manifestiert sich die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft deutlich. Steuern die USA auf autokratische Strukturen zu? Welche Bereiche der amerikanischen Gesellschaft profitieren von einer Aushöhlung der Demokratie und welche werden weiter abgehängt? Und welche Auswirkungen haben diese polarisierenden Tendenzen auf die Zukunft des transatlantischen Verhältnisses?

Es diskutierten:
  • Regina Joseph ist die Gründerin der Beratungsagentur Sibylink mit Sitz in New York und Den Haag. Die Zukunftsforscherin und Datenanalystin engagiert sich für "cross-agency forecast tournaments" und digitale, datenbasierte Vorhersagen demokratischer und gesamtpolitischer Prozesse.
  • Jan-Werner Müller lehrt Politische Theorie und Ideengeschichte an der Princeton University. Am dortigen Center for Human Values ist er zudem Gründungsdirektor des Projektes "Geschichte des politischen Denkens". Er ist Mitgründer des European College of Liberal Arts (ECLA), Berlin.
  • Peter Rough ist Fellow am Hudson Institute in Washington D.C. und spezialisiert auf europäische und nahöstliche Außenpolitik. Er leitet die Forschungsarbeit über Zukunftsfragen der transatlantischen Beziehungen. Unter anderem ist er next generation leader bei Atlantik-Brücke und am American Institute for Contemporary German Studies. Er war Forschungsleiter im Präsidentenamt von George W. Bush.
Die Veranstaltung wurde von Dr. Melinda Crane (Deutsche Welle) und Dr. Christoph von Marschall (Tagesspiegel) moderiert.

Im Anschluss an die Veranstaltung fand ein Auftritt der US-amerikanischen Hip-Hop Künstlerin Akua Naru und ihrer Band statt.



Bei der vorerst letzten Veranstaltung der Reihe "What’s up, America?" in Berlin ging es im Auditorium Friedrichstraße um die Wechselwirkung zwischen zivilgesellschaftlichen Protesten und Handeln politischer Eliten, autokratische Tendenzen und Folgen für transatlantische Beziehungen. (© 2018 Bundeszentrale für politische Bildung)



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