Veranstaltungen: Dokumentation

9.10.2018

Checkpoint bpb – die Montagsgespräche: 1968 im Plural: Das ambivalente Vermächtnis des Prager Frühlings und der Studentenproteste in Europa

Im Fokus der Veranstaltung stand das Erbe der Studentenproteste im westlichen Europa und des Prager Frühlings. Es wurde diskutiert, was die einzelnen Ereignisse verbindet und welche Beziehungen zwischen ihnen bestehen.

Brennender Bus in Prag am 21.8.1968Das Geschehen in der Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 in Prag sprach sich weltweit wie ein Lauffeuer herum. Friedlich demonstrierten in den Folgetagen vielerorts aufgebrachte Bürger, in der DDR hatte dies allerdings für Beteiligte harte Konsequenzen. (© picture-alliance, CTK)
Das Geschehen in der Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 in Prag sprach sich weltweit wie ein Lauffeuer herum. Friedlich demonstrierten in den Folgetagen vielerorts aufgebrachte Bürger, in der DDR hatte dies allerdings für Beteiligte harte Konsequenzen.

Im Fokus der Veranstaltung stand das Erbe der Studentenproteste im westlichen Europa und des Prager Frühlings. Während das Jahr 1968 in Westeuropa ein Symbol der Befreiung und der Rebellion gegen starre Machtstrukturen darstellt, dreht sich in Mittel- und Osteuropa die Erinnerung um den Prager Frühling und die sowjetische Invasion in der Tschechoslowakei. Damit werden politische und kulturelle Trennlinien in Europa sichtbar. Die Distanz von einem halben Jahrhundert erlaubt es, besser zu verstehen, inwiefern die unterschiedlichen Ereignisse des Jahres ‘68 Wahrnehmungen und Einstellungen zu Europa als einem grenzüberschreitenden Projekt beeinflusst haben.

Die Ambivalenz von 1968 spiegelt sich auch in individueller und kollektiver Emanzipation wider, die die Diskussionen über das Geschehen bis heute stark prägt. Beim checkpoint-Gespräch am 24. September 2018 wurden Fragen diskutiert, was die einzelnen Ereignisse verbindet und welche Beziehungen zwischen ihnen bestehen. Durch eine breite regionale Fächerung wurden nationale Verkürzungen des Phänomens 1968 überwunden, seine Verflechtungen fokussiert und Dissidententum, Emanzipation, Proteste und deren Unterdrückung aus vergleichender Perspektive betrachtet.

Es diskutierten:
  • Dr. Silja Behre, Historikerin, Autorin der Monographie "Bewegte Erinnerung. Deutungskämpfe um "1968" in deutsch-französischer Perspektive". Tübingen 2016
  • Dr. Marie Černá, Historikerin, Institut für Zeitgeschichte der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik
  • Dr. Vasyl Cherepanyn, Kulturwissenschaftler, Leiter des Visual Culture Research Centers, Kyïv (Ukraine)
Moderation: Markus Nesselrodt, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)

Die Podiumsdiskussion bildete den Auftakt zur Veranstaltungsreihe "’68 NOW. Europäische Verflechtungen", die in Kooperation mit der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) und in Zusammenarbeit mit dem Visual Culture Research Center (VCRC), Kyïv, durchgeführt wird.

Audiomitschnitt der Veranstaltung:
Im Fokus der Veranstaltung stand das Erbe der Studentenproteste im westlichen Europa und des Prager Frühlings. Es wurde diskutiert, was die einzelnen Ereignisse verbindet und welche Beziehungen zwischen ihnen bestehen. (© Bundeszentrale für politische Bildung)

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