Sonnenaufgang am Sevansee in Armenien.

28.3.2019 | Von:
Christoph Velling

Kloster Sewanawank

Die Ruine des Klosters Sewanawank am Sevansee.Die Ruine des Klosters Sewanawank am Sevansee. (© Nils Brickwedel)

Sewanawank ist eine Klosterruine der Armenischen Apostolischen Kirche, die ursprünglich auf einer Insel lag. Durch die Senkung des Wasserspiegels des Sees in der Sowjetzeit, entstand eine Landbrücke auf die Insel. Im Jahre 874 gegründet, bestand das Kloster bis zur Auflösung in der Sowjetzeit. Heute ist die Ruine eine der Hauptsehenswürdigkeiten Armeniens und besitzt eine ausgebaute touristische Infrastruktur. Bei unserem Stopp mit Übernachtung im nahegelegenen Writers House, wurden wir vom Vorsteher der Vaskenian Theological Academy willkommen geheißen. Zwei Priesteranwärter führten uns durch die alte Klosteranlage und standen für Fragen über die Religion und ihre Tagesgestaltung zur Verfügung.

Die Teilnahme an einem Gottesdienst des Seminars am Abend beeindruckte uns alle, insbesondere, dass keine Frauen vertreten waren. Das Priestertum in der Armenischen Apostolischen Kirche ist halt, wie in der Römisch-Katholischen Kirche, noch immer reine Männersache. Überrascht hat uns, dass den Priestern dieser Kirchengemeinschaft erlaubt ist, den Bund der Ehe einzugehen. Einzig der Zugang zu höchsten Kirchenämtern ist ihnen dann verwehrt.

Es blieb die Erkenntnis, dass die Priesteranwärter ganz normale junge Menschen sind, die auch Interessen abseits ihres Glaubens haben. Einer der Beiden erzählte uns von seiner Leidenschaft für Musik, die er hier im Seminar auch ausüben kann.

Mit fortschreitender Zeit wurde uns auch die Einfachheit des Priesterseminars bewusst, da es im Veranstaltungssaal, in dem wir uns austauschten, nur eine einzige Lampe gab, die aber nicht ohne Weiteres eingeschaltet werden konnte.

Das Gesamterlebnis auf der Halbinsel wurde durch das Writers House, in dem wir die Nacht verbrachten, abgerundet. Dieses ist auf jeden Fall eine Übernachtung wert, wenn man das Abenteuer sucht. Leider ist das Gebäude stark renovierungsbedürftig, aber einen besseren Blick über den See findet man kaum und die Architektur dieses sowjetischen Prachtbaus ist außergewöhnlich.