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Sonnenaufgang am Sevansee in Armenien.

29.3.2019

Social Café Batumi: Umwelt und Fischerei

Blick von oben auf das Nachtleben in Batumi.Blick von oben auf das Nachtleben in Batumi. (© Marius Jedlitschka)
Am Freitag, den 5. Oktober 2018 haben wir uns in Batumi’s erstem Social Café mit Nano, Anna und Ivano getroffen, um über das Social Café selbst, die Umweltverschmutzung und über die Schiffahrtsbetriebe zu sprechen. Ursprünglich war eine Bootsfahrt geplant, bei der wir über die Themen Umwelt und Fischerei sprechen wollten, doch weil es leider der einzig verregnete Tag auf unserer Studienreise war, und wir keine Erlaubnis von der Küstenwache bekommen haben aufs Schwarze Meer zu fahren wegen Unwetterwarnung, haben wir uns kurzerhand im Social Café getroffen. Dadurch konnten wir von Nano mehr über die Arbeit im Social Café erfahren.

Leider werden in Georgien Menschen mit Behinderung meist ausgegrenzt und diskriminiert. Das Bild der öffentlichen Wahrnehmung ist, so erklärte uns Nano, dass Beeinträchtigte unsere Hilfe brauchen, aber im Gegenzug nichts zur Gesellschaft beitragen können. Das Social Café versucht dieses veraltete Denkschema aufzubrechen: hier sind alle Menschen gleich. Auch unter den Mitarbeiter/-innen befinden sich vier Menschen mit Behinderung. Zudem gibt es jeden Monat soziale und vor allem inklusive Aktivitäten, um die Hemmungen und Grenzen in der Gesellschaft zu überwinden.

Nach der kurzen Vorstellung vom Social Café hat uns Anna, eine Professorin der Maritime Akademie in Batumi, etwas über die Verschmutzung von Wasser und Luft erzählt. Zwar bedingen sich Fischer und Touristen, die den gefangenen Fisch konsumieren, gegenseitig, aber die Verschmutzung sei vor allem auf die Schiffsindustrie zurückzuführen. Außerdem sei das Schwarze Meer insofern stark davon betroffen, da es ein geschlossenes Meer ist und das verschmutzte Wasser nicht so stark in Bewegung ist.

Der Fischfang ist heutzutage jedoch auch strengeren Kontrollen unterlegen, da sich die Vielfalt der Fische seit dem Boom der Fischindustrie in den 80ern stark verringert hat. Trotzdem gibt es viele illegale Fischer, die mit kleinen Booten aufs Meer fahren, was sehr gefährlich ist.

Bezüglich der Umweltverschmutzung gibt es in Georgien seit einigen Jahren strengere Regeln. Müll auf den Straßen ist kaum zu sehen, so sind auch Touristen dazu angehalten keinen Müll, wie beispielsweise Zigarettenstummel, auf die Straße zu werfen oder gar im öffentlichen Bereich nur zu rauchen. Auch wenn es, laut Anna, vor allem asiatischen Touristen schwerfällt, halten sich die Meisten Georgier/-innen daran, da bei Verstoß mit relativ hoher Geldstrafe gedroht wird. Doch das Problem der Wasser- und Luftverschmutzung wird durch die Tankerschiffe ausgelöst, die Flüssigkeiten übers Schwarze Meer transportieren. Sie stoßen viel aus und obwohl sie angehalten sind, mit Diesel und wenig Energie in den Hafen einzulaufen, ist die Umweltbelastung vor allem dort besonders hoch, hat uns Ivano erklärt.

Ivano ist ein Verwandter unseres georgischen Guides Giga. Georgier/-innen scherzen immer, dass man sich untereinander kennt, da das Land relativ klein ist. Ivano arbeitet als Fischer mit einer 22-Mann-Crew auf einem Cargo Tanker, der Flüssigkeiten wie Wein und Öl über das Meer transportiert. Seine Zuständigkeitsbereiche sind hauptsächlich Navigation und medizinische Angelegenheiten und sein Vertrag geht mindestens 4 Monate.

Er erzählt uns von seinem Alltag und Schiffreisen, wie von Iran nach China. Dort sieht er manchmal 22 Tage kein Land. Wir fragen ihn, ob das Gehalt ausreichend zum Leben ist und er sagt, dass der Job ziemlich gut bezahlt wird, er aber natürlich sehr viel unterwegs ist. Was ihn und uns sehr beschäftigt ist, natürlich, die enorme Umweltbelastung. Laut Ivano ist der Transport von Flüssigkeiten besonders risikoreich, da die Tanks nach jeder Nutzung gut ausgewaschen werden müssen, damit sie mit neuen Flüssigkeiten befüllt werden. Das kostet jedoch viel Geld und wird deshalb oftmals vernachlässigt.

Für die Zukunft wünscht sich Ivano, dass nachhaltige Energien die Schifffahrt aufrechterhalten, ohne der Umwelt zu schaden.