Veranstaltungen: Dokumentation

22.11.2019

Natürliche Verbündete - Politische Bildung und Soziale Arbeit. Politische Teilhabe als gemeinsame Aufgabe der beiden Professionen?

Netzwerktreffen 2019

05. und 06. September 2019 im Bildungshaus Sankt Bernhard in Rastatt
WillkommenWillkommen (© bpb)

Politische Bildung und soziale Arbeit weisen unterschiedliche Professionsverständnisse sowie Schwerpunkte im eigenen Handlungsfeld auf. Dennoch sind die Überschneidungen zwischen den Praxisfeldern dieser beiden Professionen zahlreich. Es wird oft in Frage gestellt, ob Soziale Arbeit ein "politisches Mandat" hat und ob politische Teilhabe als Querschnittaufgabe der Sozialen Arbeit zu verstehen ist.

Die Soziale Arbeit steht im direkten Kontakt mit ihren Klienten und Klientinnen und verfügt über Kompetenzen in den Themenfeldern Partizipation, Pädagogik der Anerkennung, Subjektorientierung, Bildung, Beratung und Lebensgestaltung, so der Sozialpädagoge Werner Linder. Von diesen Erfahrungen kann die politische Bildung profitieren, um in der Ansprache von schwer erreichbaren Zielgruppen, politische Teilhabe als Befähigung zur Selbstbestimmung für alle zu ermöglichen. Der Weg zur politischen Teilhabe wird geebnet, wenn die Herangehensweisen der Sozialen Arbeit mit den Angeboten der politischen Bildung zusammengebracht werden. Nun, wie können die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen den beiden Professionen gefördert und intensiviert werden? Welche Überschneidungen zwischen politischer Bildung und Sozialer Arbeit gibt es wirklich und wie können dauerhafte Kooperationen aussehen? Wie können Diversität und Antidiskriminierung strukturell in Institutionen und Praxis der beiden Professionen verankert werden? Mit diesen Fragen hat sich das Netzwerk Verstärker in diesem Jahr auseinandersetzt.

Workshops

WorkshopsWorkshops (© bpb)

Expertise teilen: Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis im Bereich der präventiven Arbeit zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit
Jens Kristoff Schaller und Sarah Göhmann
Workshop über die Erfahrung der Zusammenarbeit des Instituts "Zentrum für Arbeit und Politik (ZAP)" und dem "Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit e.V. (VAJA)" im Bereich der präventiven Jugendarbeit mit jugendpolitischen Aspekten. Gemeinsam wurde ein niedrigschwelliger, analoger wie digitaler Workshop erstellt, bei dem sich Jugendliche mit Vorurteilen und Stereotypen auseinandersetzen. Eine besondere Herausforderung der Konzeption war die Brücke zwischen dem primärpräventiven Ansatz und der jugendpolitischen Perspektive. Im Rahmen des Workshops wurde sowohl über Erfahrungen der Kooperation berichtet als auch das gemeinsam konzipierte Format vorgestellt, mit den Teilnehmenden durchgeführt und anschließend reflektiert.

Herausforderungen und Möglichkeiten einer rassismuskritischen Bildungsarbeit
Shiva Amiri und Corinna Graubaum
Rassismus ist keine "Randerscheinung" von individuellen Personen sondern ist historisch und strukturell gewachsen und reguliert kontinuierlich bis heute die Machtverhältnisse in unserer Gesellschaft. Was heißt das also für die politische Bildungsarbeit und für die Soziale Arbeit? Was ist für eine rassismuskritische Bildungsarbeit notwendig und wie können wir als Multiplikator*innen sensibel Jugendliche in ihren Erfahrungen und Kämpfen stärken?
Die Auseinandersetzung um die eigene Verwobenheit in Machtverhältnissen, gestaltet sich für Multikplikator*innen, die Rassismuserfahrungen machen anders als für weiß positionierte Multikplikator*innen, die von Rassismus profitieren. In diesem Workshop wurden getrennte Räume angeboten, wo sich die Teilnehmenden mit den Herausforderungen und Möglichkeiten einer rassismuskritischen Bildungsarbeit auseinandersetzen konnten.

Vorbilder als soziale Agenten in der politischen Bildungsarbeit
Cima-Nadja Samadi und Lucía Muriel
Welche Bedeutung haben Vorbilder in diesen Zeiten, für die Netzwerkbildung? Was ist ihre Rolle und Aufgabe für die politische Agenda? Natürliche Verbündete? Wie gelingt die Zusammenarbeit? Wie kann sie optimiert werden? In diesem Workshop wurde über die verschiedenen Arbeitsbereiche anhand dieser Fragestellungen diskutiert und eruieren.

Herausforderungen und Methoden für die Praxis der politischen Bildung mit ‘bildungsbenachteiligten’ Jugendlichen
Türkiz Talay und Tanja Ney
Schwerpunkt des Workshops sind die Methoden, Formate und Arbeitsweisen gewesen, die sich für die Zielgruppe „bildungsbenachteiligte“ junge Menschen als erfolgreich erwiesen haben. Dazu gehören insbesondere Methoden, die Erfahrungen der Selbstwirksamkeit ermöglichen, vielfach auch mit Medieneinsatz. Die vorgestellten Methoden wurden im Netzwerk Verstärker entwickelt und werden sehr erfolgreich u.a. im Rahmen der Verstärker Aktionsformate durchgeführt.

Demokratielernen im Sportverein – der Leitbildprozess als beteiligungsorientierte und aktivierende Methode im ländlichen Raum
Nico Mikulic und Alexandra Faulhaber
In diesem Workshop wurde die beteiligungsorientierte Leitbildmethode vorgestellt und angewendet. Im Kontext von Veränderungsprozessen in Vereinen hin zu mehr Demokratie und Teilhabe sind verschiedene Rollen und Funktionen definiert. Die Teilnehmenden konnten über diese Positionen und die Anwendbarkeit der Methode auf das eigene Engagement reflektieren.

Vernetzung

SpeeddatingIn einem Speed-Dating lernten sich Teilnehmenden aus unterschiedlichen beruflichen Kontexten kennen und tauschten sich über ihre Erfahrungen aus. (© bpb)

Verstärker

Verstärker Netzwerk aktivierende Bildungsarbeit ist die Plattform rund um politische Bildung mit "bildungsbenachteiligten Jugendlichen". Es wendet sich an Multiplikator*innen und Organisationen aus der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit, an Lehrkräfte und Personen aus Wissenschaft und Verwaltung sowie Jugendliche aus den Zielgruppen.

Die Erfahrungen im Netzwerk Verstärker mit der Entwicklung von Partizipationsformaten für Jugendliche, die mit klassischen Methoden der politischen Bildung nicht oder nur schwer erreicht werden können, wurden im Kontext des Netzwerktreffen reflektiert.

Mehr Informationen zum Netzwerk finden Sie hier: http://www.bpb.de/veranstaltungen/netzwerke/verstaerker/

PDF-Icon Programm Netzwerktreffen 2019

Save the date

Das nächste Verstärker Netzwerktreffen findet am 8. und 9. Oktober in Würzburg statt.

Impressionen vom ersten Tag


Impressionen vom zweiten Tag


Event series

Mapping Memories

Mapping Memories is an event series focusing on commemorative culture in Eastern Europe and beyond. Current events include conferences, summer schools and practical workshops.

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Fachkonferenz

Konferenz zur Holocaustforschung

Die Internationalen Konferenzen zur Holocaustforschung dienen dem Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und der Praxis politischer Bildung. Sie entstehen aus einer Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und Partnern aus der Wissenschaft.

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TiT-Veranstaltungsreihe

Themenzeit im Themenraum

Themenzeiten: Kompakte Informationsmodule und anregende Diskussionen mit männl. und weibl. Experten zu Themen der politischen Bildung.

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Veranstaltungsreihe

Checkpoint bpb – Die Montagsgespräche

Alle zwei Monate montags diskutiert der Checkpoint aktuelle Fragestellungen aus Politik, Gesellschaft und Forschung – anspruchsvoll, unterhaltsam und gerne auch kontrovers.

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Veranstaltungsreihe

What's up, America? – Perspectives on the United States and Transatlantic Relations

Mehr als die Hälfte der Europäer steht TTIP positiv gegenüber – in Deutschland und zwei weiteren Ländern jedoch ist die Ablehnung innerhalb der Bevölkerung groß. Anhand dieses Fallbeispiels beschäftigt sich die Podiumsdiskussion mit der Frage, wieso wirtschaftliche Fragen auf beiden Seiten des Atlantiks und auch innereuropäisch auf so unterschiedliche Art und Weise diskutiert werden.

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Blog zur Fachkonferenz

Medienkompetenz 2014

Zielsetzung der Fachkonferenz Medienkompetenz 2014 ist es, theoretische und praktische Konzepte angesichts aktueller digitaler Umbrüche und vor dem Hintergrund bestehender Modelle der Medienkompetenz zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

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