Dossierbild Podium/Vortrag

Checkpoint bpb – die Montagsgespräche: "Die vergessene Route – Flucht nach Lampedusa"

15.4.2016
Die kleine italienische Mittelmeerinsel "Lampedusa" steht inzwischen sinnbildlich ebenso für die Folgen europäischer Grenz- und Asylpolitik wie auch für das Versagen der Bekämpfung von Fluchtursachen. Vor fast einem Jahr, Mitte April 2015, ertranken binnen weniger Tage über 1.400 Menschen bei dem Versuch, Lampedusa von Afrika aus über das Mittelmeer zu erreichen.

Flüchtlinge vor Lampedusa auf einem Boot der "Marina Militare", der italienischen Küstenwache.Flüchtlinge vor Lampedusa auf einem Boot der "Marina Militare", der italienischen Küstenwache. (© picture alliance / ROPI)

Auf der Flucht vor Krieg und wirtschaftlicher Not oder auf der Suche nach einer besseren Zukunft begeben sich immer wieder Menschen auf die Seeroute über das Mittelmeer nach Italien. Besonders gefährlich ist die Überfahrt von Libyen Richtung Lampedusa. Auf dieser Strecke nach Europa sind binnen weniger Tage im vergangenen April über 1.400 Menschen ertrunken. Seither ist es in den Medien relativ still geworden um Lampedusa.

Anlässlich dieses traurigen Jahrestages, wollten wir den Blick auf die "vergessene Route" richten und fragen: Wie kommt es, dass Lampedusa aus den Nachrichten nahezu verschwunden ist? Zeigen die nach den verheerenden Unglücken im letzten Jahr von der EU getroffenen Maßnahmen der maritimen Grenzsicherung sowie private Seenotrettungsinitiativen Wirkung? Mit welchen Mitteln und welchem Mandat geht die EU dort vor, um Schlepper zu bekämpfen und Menschenleben zu retten? Welche Rolle spielt die Bundeswehr im Verbund mit anderen und wie arbeitet Frontex? Wie kann eine konstruktive Politik angesichts der aktuellen und weiterhin zu erwartenden Migrationsbewegungen aussehen? Rückt Lampedusa nach faktischer Schließung der sog. Balkanrouten wieder in den Fokus? Und was bedeutet die Forderung, Fluchtursachen zu bekämpfen, wenn man in diesen Tagen nicht auch die überfällige Frage nach den politisch Verantwortlichen in Afrika selbst stellt? (Frankfurter Rundschau, Titelseite "Afrikas Reiche plündern ihren Kontinent", Bericht in FRonline vom 14.04.2016)

Den Auftakt zu unserer Diskussion bildete ein Auszug aus Hans-Werner Kroesingers Theaterstück "FRONTex SECURITY" aus dem Jahr 2013, das mit großem Erfolg im Theater Hebbel Am Ufer in Berlin lief und die Arbeit der europäischen Grenzagentur thematisierte. Die szenische Lesung wurde von den Schauspielern Judica Albrecht und Lajos Talamonti vorgetragen. Unsere Gäste auf dem Podium waren an diesem Abend Ruben Neugebauer, Fotojournalist und Gründungsmitglied der zivilen Seenotrettungsorganisation Sea-Watch.org, sowie Sebastian Vagt, Kapitänleutnant der Bundeswehr. Es informierten und kommentierten zustzlich Hans-Werner Kroesinger, Regisseur, sowie Korvettenkapitän Bastian Fischborn, Sprecher Maritime Einsätze der Bundesmarine beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam.
Moderatorenteam: Dunja Funke, Moderatorin und Dramaturgin, und Axel Rahmlow, Redakteur beim Deutschlandradio Kultur.



Termin


04.04.2016 von 19:00 bis 21:00

Ort


Bundeszentrale für politische Bildung
Friedrichstraße 50
10117 Berlin
4. Stock, Veranstaltungssaal

Ansprechpartner vor Ort


Lothar G. Kopp, bpb, und Toni Lückenbach, Agentur relations*, Berlin

Veranstalter


Bundeszentrale für politische Bildung
Lothar G. Kopp
Fachbereich Veranstaltungen, Berlin
lothar.kopp@bpb.bund.de

PDF-Icon Grußwort von bpb-Präsident Thomas Krüger (PDF, 218 KB)

Der Audiomitschnitt zum Mithören:

Audiomitschnitt von der Veranstaltung Länge: 1:40 Std. (© bpb / Agentur relations*)




 

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