re:publica 2012 in Berlin.

Aussiedlung - Beheimatung - politische Teilhabe

Deutsche aus Russland in Wechselwirkung mit russischsprachigen Gruppen in Deutschland

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Mit rund 2,4 Millionen Menschen stellen die Russlanddeutschen, die seit 1950 als Aussiedler oder Spätaussiedler aus der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten nach Deutschland gekommen sind, die größte Einwanderergruppe, die die deutsche Gesellschaft seit der Zuwanderung der "Gastarbeiter" aufgenommen hat. Ebenfalls in engen zeitlichen Zusammenhang mit der Auflösung der Sowjetunion siedelten sich seit 1990 ca. 215.000 'Kontingentflüchtlinge' mit jüdischem Hintergrund in Deutschland an. Schließlich leben gut 230.000 Menschen in Deutschland, die ausschließlich einen russischen Pass besitzen.

Die Fachtagung der Bundeszentrale für politische Bildung zielt darauf ab, die in den letzten Jahren öffentlich nur unzureichend diskutierten Fragen von Beheimatung und Identitäten dieser ganz unterschiedlichen Gruppen in den Mittelpunkt eines ergebnisoffenen und konstruktiven Gesprächs zu stellen. Sie fokussiert auf die Deutschen aus Russland als einer der größten Einwanderergruppen in der Bundesrepublik, nimmt sich jedoch auch der Wechselwirkungen mit anderen russischsprachigen Gruppen und Menschen in Deutschland an.

Offene Fragen stellen sich: Wie können wir eine gemeinsame Gesprächssituation schaffen, in der Erfolge und Anstrengungen aller Seiten gewürdigt, aber auch Versäumnisse und Defizite der 'Integration' einer vermeintlich 'auffällig unauffälligen' Gruppe angesprochen werden? Wie können wir den komplexen Prozessen der Beheimatung in einer transnationalen deutsch-russischen Sphäre gerecht werden, zu der nicht zuletzt russischsprachige Medien und soziale Netzwerke im Internet gehören? Wie können die nur vermeintlich homogenen 'Identitäten' in der Demokratie in einen Austausch und in ein Gespräch miteinander treten und eine produktive 'Wechselwirkung' anstreben? Und wie können die Probleme der politischen Diskurse in der russischsprachigen Diaspora offen und kontrovers erörtert werden? Welche Rolle kann und soll die politische Bildung spielen?

Ein Fluchtpunkt der Tagung wird die Frage nach den Möglichkeiten und Perspektiven politischer Teilhabe in der deutschen Gesellschaft sein, sowie nach der Einbeziehung neuer Perspektiven und des intellektuellen Potentials gerade auch der zweiten Generation der Spätaussiedler und russischsprachigen Gruppen. Und dies in einer Zeit, in der sich die deutsche Gesellschaft in ihrer Gesamtheit mitten in einer heftigen Auseinandersetzung um Antworten auf neue Herausforderungen befindet.

Termin

29.03.2017 bis 30.03.2017

Ort

Auditorium Friedrichstraße
Quartier 110
Friedrichstraße 180
10117 Berlin

Für

Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, interessierte Bürgerinnen und Bürger

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung

Anmeldung

Teilnahmegebühr: keine

Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht. Anmeldungen sind leider nicht mehr möglich.
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Kontakt

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Christoph Müller-Hofstede
Christoph.Mueller-Hofstede@bpb.de

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