re:publica 2012 in Berlin.

Kind. Kegel. Kalifat.

Frauen und Kinder: blinde Flecken in der Salafismusprävention?

Frau in schwarzer Burka gekleidet sitzt mit einem kleinen Mädchen auf einer Wiese.Mutter in Burka und Kind (© Dan Kitwood/Staff/Getty Images Europe)

Salafismus – ein Problem junger Männer?! Ein Eindruck, der sich aufdrängt, ob in selbstproduzierten Propagandavideos oder in der Medienberichterstattung. Der Spielfilm "Brüder" oder Dokumentationen wie "Sebastian wird Salafist" unterstreichen das. Doch was ist mit den Frauen? Sind sie die "blinden Flecken", die bislang nicht ausreichend berücksichtigt wurden?

In jüngster Zeit scheint ein Wandel einzusetzen. "Der Salafismus wird immer weiblicher", raunt es in den Medien – und wer an Safia S. aus Hannover, die einen Polizisten mit einem Messer angriff, ein mutmaßliches islamistisches Frauennetzwerk in Nordrhein-Westfalen oder die im Irak zu lebenslanger Haft verurteilte "IS"-Anhängerin Lamia K. denkt, mag diesen Eindruck bestätigen.

Richtig ist aber auch, dass über die Rolle, die Frauen im Salafismus spielen, noch viel zu wenig bekannt ist. Klassische Geschlechtervorstellungen dominieren die Debatte, wenn ihre Rolle auf die "Mission am Kochtopf" reduziert wird, von Frauen als "Bräuten" an der Seite von "IS"-Kämpfern oder "Gebärmaschinen" fürs Kalifat die Rede ist. Dass auch sie überzeugte Islamistinnen sein können, wird nur selten erwähnt. Männer werden schnell als Täter identifiziert, Frauen gelten eher als Opfer, die romantisch-verklärten Vorstellungen aufgesessen oder bestenfalls passive Mitläuferinnen sind.

Das fehlende Wissen hat unmittelbar Auswirkungen auf die Prävention: Zu wenig ist bekannt über die spezifischen Gründe, warum sich junge Mädchen und Frauen dem Salafismus zuwenden und wie präventive Maßnahmen für sie gestaltet sein müssen, um Radikalisierungsprozesse zu unterbrechen.

Auch Kinder gehören zu den "blinden Flecken", über die Forschung und Praxis mit Blick auf Radikalisierung noch zu wenig wissen. Wie lässt sich verhindern, dass Kinder, die in salafistisch geprägten Familien aufwachsen, der intoleranten Ideologie ihrer Eltern nacheifern? Ab wann gilt eine Kindeswohlgefährdung als gegeben? Wie wollen, wie sollen wir als Gesamtgesellschaft mit "IS"-Rückkehrerinnen und ihren Kindern umgehen – Resozialisierung oder Repression? Wie müssen präventive Maßnahmen für Frauen und Kinder gestaltet sein? Und: Welche Erfahrungen gibt es mit Blick auf diese Zielgruppen im Rechtsextremismus und inwiefern lassen sich diese auf die Salafismusprävention übertragen?

Die Fachtagung sucht nach Antworten auf diese Fragen. Besondere Aufmerksamkeit wird außerdem Präventionsprojekten geschenkt, mit denen schon jetzt explizit Kinder und Frauen in den Blick genommen werden.

PDF-Icon Vorläufiges Programm (55 KB)

Termin

07.11.2018,14:30 bis 08.11.2018,14:15

Ort

Hotel Nikko Düsseldorf
Immermannstraße 41
40210 Düsseldorf

Für

Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den Bereichen Schule und Kindergarten, politische Bildung, Soziale Arbeit, Kinder- und Jugendhilfe (z. B. von Jugendämtern und Trägern) sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Behörden (z. B. Sicherheitsbehörden, Kommunalverwaltungen, Ministerien, etc.), Beratungsstellen, Verbänden und Vereinen, und für Psychologinnen und Psychologen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Journalistinnen und Journalisten, die mit den Themen Salafismus, Radikalisierung und Prävention bereits vertraut sind und die mit Blick auf einen speziellen Bereich in diesen Themenfeldern, nämlich Frauen und Kinder, zusätzliches Fachwissen erwerben wollen.

Bitte beachten Sie, dass wir aufgrund der großen Nachfrage an der Veranstaltung zunächst nur einen Teilnehmer bzw. eine Teilnehmerin pro Institution zulassen können.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Fachtagung um eine inputorientierte Veranstaltung handelt, bei der die Wissensvermittlung und das Lernen von anderen Kolleginnen und Kollegen mit Blick auf die Zielgruppen Frauen und Kinder im Salafismus im Mittelpunkt steht.

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Anmeldung

Aufgrund der großen Nachfrage ist die Veranstaltung mittlerweile ausgebucht.
Während der Veranstaltung werden voraussichtlich Foto- und/oder Filmaufnahmen gemacht, die potentiell für Zwecke der Veranstaltungsberichterstattung und allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit genutzt und über die Kanäle der Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlicht werden.

Kontakt

Bundeszentrale für politische Bildung
Hanne Wurzel
Leiterin Fachbereich "Extremismus"
Adenauerallee 86
53113 Bonn
hanne.wurzel@bpb.de

Bürgerservice der bpb

Sie haben Fragen? Treten Sie mit unserem Bürgerservice in Kontakt:
Tel +49 (0)228 99515-0
Fax +49 (0)228 99515-113
E-Mail info@bpb.de
Twitter @frag_die_bpb

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Journalistinnen und Journalisten wenden sich bitte an die Pressestelle.


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