re:publica 2012 in Berlin.

In Gottes Namen?!

Streit um Religion in Gesellschaft und Politik

Ein Graffito zeigt die religiösen Symbole des Christentums, Judentums und des IslamEin Graffito zeigt die religiösen Symbole des Christentums, Judentums und des Islam. (© bpb)

Geplante Moscheebauten spalten Kommunen, Kreuze im öffentlichen Raum erregen die Gemüter und Juden fürchten Übergriffe, wenn sie ihren Glauben durch das Tragen einer Kippa öffentlich zeigen. Religionsfragen und daraus resultierende Konflikte prägen politische Debatten, Fernsehbeiträge und Unterrichtsstunden. Auseinandersetzungen werden mitten in der Gesellschaft ausgetragen. Religion trifft heute – wenn sie öffentlich sichtbar wird – auf Ablehnung, bisweilen schlägt ihr Hass entgegen.

Gleichwohl ist unser Leben – sowohl privat als auch öffentlich – stark beeinflusst von Glauben und Religion. So gehört Religionsfreiheit zu unseren Grundrechten, wir gewähren Menschen Asyl aufgrund religiöser Verfolgung und religiöse Vielfalt ist ein selbstverständlicher Teil unseres Alltags. Dennoch ist das Wissen über die Praktiken und den Glauben der jeweils anderen oft begrenzt. Zuweilen wird vergessen, dass Religionsfreiheit ebenfalls die Freiheit einschließt, nicht zu glauben. Und tatsächlich ersetzt für viele Menschen die Fanmeile im Stadion oder das Schwitzen auf der Yogamatte den Gang ins Gotteshaus.

Mit der Säkularisierung des Staates glaubte man, die Religion zunehmend aus dem öffentlichen Leben zu verbannen. Und in der Tat gibt es viele Bereiche, in denen Gott keine Rolle mehr spielt. Doch anders als in Frankreich gibt es in Deutschland keine strikte Trennung von Kirche und Staat. So haben wir weiterhin Parteien mit religiösem Bekenntnis, gesetzlich verordnete religiöse Feiertage oder eine Kirchensteuer. Auch in der Entwicklungszusammenarbeit und der Außenpolitik versucht Deutschland, gezielt mit religiösen Würdenträgerinnen und Würdenträgern zu kooperieren. Denn Religion hat nicht nur die Kraft zu spalten, sondern auch die Gabe zu vereinen.

Es stellt sich also die Frage, welche Rolle Religion tatsächlich in Konfliktfeldern wie Antisemitismus oder religiös begründetem Extremismus spielt? Wie politisch darf oder muss Religion sein? Welche Probleme birgt religiöse Vielfalt? Ist Religion an sich gar ein Konfliktherd? Dies sind Fragen, die die Fachtagung in den Blick nehmen wird. Dabei steht nicht die theologische Debatte, sondern der gesellschaftliche Umgang mit Religionen und Religiosität in Deutschland im Mittelpunkt.

Das Programm als PDF-Icon pdf-Download.

Termin

28.01.2019,17:00 bis 30.01.2019,14:00

Ort

RuhrTurm Essen
Huttropstr. 60
45138 Essen

Für

Hauptzielgruppe sind Lehrkräfte und andere Fachkräfte an Schulen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem Bereich der politischen Bildung, der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit, der Religionsgemeinschaften; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der öffentlichen Verwaltung und den Sicherheitsbehörden; Journalistinnen und Journalisten sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die berufliche Berührungspunkte mit dem Thema haben.

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Anmeldung

Bitte beachten Sie, dass die Anzahl der Teilnehmenden begrenzt ist.
Melden Sie sich bitte bis zum 14.01.2019 an.

Teilnahme an der Fachtagung inklusive Auftakt (28.-30.01.2019):
1.) Teilnahme an der Fachtagung inkl. Auftakt ohne Übernachtung (inkl. Verpflegung): 30,00 Euro
2.) Teilnahme an der Fachtagung inkl. Auftakt mit zwei Übernachtungen (28.-30.01.2019) im Doppelzimmer (inkl. Verpflegung): 75,00 Euro
3.) Teilnahme an der Fachtagung inkl. Auftakt mit zwei Übernachtungen (28.-30.01.2019) im Einzelzimmer (inkl. Verpflegung): 120,00 Euro

Teilnahme der Fachtagung ohne Auftakt (29.-30.01.2019):
4.) Teilnahme an der Fachtagung ohne Übernachtung (inkl. Verpflegung): 30,00 Euro
5.) Teilnahme an der Fachtagung mit einer Übernachtung (29.-30.01.2019) im Doppelzimmer (inkl. Verpflegung): 50,00 Euro
6.) Teilnahme an der Fachtagung mit einer Übernachtung (29.-30.01.2019) im Einzelzimmer (inkl. Verpflegung): 75,00 Euro

Kontakt

Bundeszentrale für politische Bildung
Hanne Wurzel
Leiterin Fachbereich "Extremismus"
Adenauerallee 86
53113 Bonn
hanne.wurzel@bpb.de

Bürgerservice der bpb

Sie haben Fragen? Treten Sie mit unserem Bürgerservice in Kontakt:
Tel +49 (0)228 99515-0
Fax +49 (0)228 99515-113
E-Mail info@bpb.de
Twitter @frag_die_bpb

Pressekontakt

Journalistinnen und Journalisten wenden sich bitte an die Pressestelle.



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