re:publica 2012 in Berlin.

Zensiert & Verfolgt: Kultur unter Druck

"Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen." George Orwell

Drei Stränge Stacheldraht, im Hintergrund sind Wolken zu sehen. Der oberste Draht ist gerissen, ein Ende des Drahtes mündet in einer Füllfederhalterspitze.Zensiert & Verfolgt: Kultur unter Druck (© Adobe Stock)
In einigen Landern Mittel- und Osteuropas sind in den letzten zehn Jahren erstarkende autoritäre Tendenzen zu beobachten, die sich unverhohlen altbekannter Unterdrückungs- und Diskriminierungsmechanismen bedienen. Auch Kultur- und Kunstschaffende werden dabei zu Zielscheiben der Machteliten und sehen sich zunehmend Zensur und Erpressung ausgesetzt. Werke werden aus dem öffentlichen Raum, Kunstler aus dem öffentlichen Diskurs verbannt. Diffamierung und Verfolgung sind trotz demokratischer Systeme keine Seltenheit.

So sind der russische Theaterregisseur Kirill Serebrennikov und der ukrainische Filmregisseur Oleg Sentsov de facto politische Gefangene und der Willkur des Systems ausgeliefert. In Ungarn wurden 2017 die Theatermacher Arpad Schilling und Marton Gulyas zu Staatsfeinden erklärt, in Polen mussten Leitende mehrerer Kulturinstitutionen ihre Ämter aufgeben. In Osterreich und Deutschland haben sich Kulturakteure aller Sparten der Bewegung "Die Vielen" angeschlossen, die sich für Meinungs- und Kunstfreiheit über die Grenzen hinweg einsetzt.

Die Tagung "Zensiert & verfolgt: Kultur unter Druck" möchte die Lage der kritischen Kulturschaffenden und Intellektuellen in Mittel- und Osteuropa untersuchen: Wie agieren sie angesichts der sich verändernden politischen Bedingungen? Welchen Herausforderungen sehen sie sich ausgesetzt? Welche Strategien und Instrumente stehen ihnen in der digitalisierten und globalisierten Welt zur Verfugung, die alternative, grenzüberschreitende kulturelle und ästhetische Praktiken ermöglichen?

Im internationalen und generationsübergreifenden Diskurs fragen wir auch, wie die Erfahrungen aus nonkonformistischen Bewegungen und Subkulturen der sowjetischen bzw. sozialistischen Zeit heute fruchtbar gemacht werden können. Denn neben den Bürgerrechtsbewegungen forderte auch der Underground das politische System in Zeiten des Kalten Kriegs heraus. Was lasst sich daraus lernen und welche Möglichkeiten gibt es heute für Kunst- und Kulturschaffende, um trotz Zensur, Exil und Verfolgung künstlerisch, politisch und ästhetisch wirksam zu sein?

Das Programm finden Sie hier.

Termin

06.09.2019,18:00 bis 08.09.2019,12:30

Ort

Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Für

Interessierte Bürgerinnen und Bürger

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung
Evangelische Akademie Tutzing

Anmeldung

Teilnahmegebühr: Informationen zur Teilnahmegebühr entnehmen Sie bitte dem Programm
Stipendien für Studierende, Promovierende und Post-Docs
Wir vergeben eine begrenzte Anzahl von Teilnahmestipendien
(Teilnahmebeitrag, Übernachtung,Verpflegung).
Bei Interesse bitten wir um eine E-Mail mit Lebenslauf, Studienhintergrund und Motivation (max. 1000 Zeichen) an:
stumptner@ev-akademie-tutzing.de
Bewerbungsschluss: 19.08.2019

Kontakt

Kateryna Stetsevych
kateryna.stetsevych@bpb.de

Rita Niedermaier, Evangelische Akademie Tutzing
Tagungsassistenz
Telefon: 08158 / 251-128
niedermaier@ev-akademie-tutzing.de

Pressekontakt

Journalistinnen und Journalisten wenden sich bitte an die Pressestelle.



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