Dossierbild Podium/Vortrag

21.3.2016 | Von:
Lothar G. Kopp, Wiss. Referent

Audiomitschnitt Countdown to Forty-Five

Die US-Präsidentschaftswahl 2016 im Fokus

Hören Sie hier die gesamte Veranstaltung noch einmal im Audio-Format. Die Veranstaltung vor rund 400 Teilnehmern in der Französischen Friedrichstadtkirche am Berliner Gendarmenmarkt eröffnete Lothar G. Kopp, das Grußwort sprach bpb-Präsident Thomas Krüger in Deutsch. Podiumsgespräch und Publikumsrunde fanden im Wesentlichen in Englisch statt. Es wurde simultan übersetzt.

bpb-Präsident Thomas Krüger hält das Grußwort der Veranstaltung "What's up, America?"bpb-Präsident Thomas Krüger hält das Grußwort der Veranstaltung "What's up, America?" Lizenz: cc by-nc-sa/3.0/de (bpb)

Audiomitschnitt der Veranstaltung

Die Veranstaltung am 11. März 2016 mit über 400 Teilnehmern widmete sich dem Thema der Präsidentschaftswahlen in den USA. Bei einer Diskussion mit renommierten US-amerikanischen Experten aus Politik, Presse und akademischem Bereich wurde der aktuelle Stand der Einschätzungen und Meinungsbilder nach dem "Super Tuesday" beleuchtet. (© 2016 Bundeszentrale für politische Bildung / Agentur lab concepts)

Grußwort des bpb-Präsidenten Thomas Krüger

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Interesse am Thema des heutigen Abends ist groß, dass merken wir schon daran, dass wir aus Platzgründen leider vielen Leuten, die gerne teilgenommen hätten, absagen mussten. Die eigentlich immer große Nachfrage bei Veranstaltungen unserer 2015 neu aufgelegten Reihe "What`s up, America?" belegt das immense Interesse an transatlantischen Fragen und speziell den USA.

Die Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl sind in den USA in vollem Gange. Der Super Tuesday liegt hinter uns. Selten wurden ein politisches Ereignis und seine Akteure international so kontrovers diskutiert. Die Kandidaten polarisieren nicht nur die jeweilige Anhängerschaft der Demokraten und der Republikaner, sondern auch die Gesellschaft insgesamt. Die Entscheidung darüber, wer im November für die Republikaner und wer für die Demokraten ins Rennen um die Nachfolge Barack Obamas gehen wird, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einer emotional aufgeladenen Debatte. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht?

Obama, der 2008 mit seiner Vision von Veränderung "change" und mit der Aussage angetreten war, die Spaltung der Gesellschaft zu überwinden, hat seine Ziele nur teilweise erreicht. Manche sagen, er habe das Land tiefer gespalten als er es vorfand. Liberale und Konservative entfernen sich ideologisch immer weiter voneinander - und Kompromisse scheinen nur noch schwer erreichbar.

Dies spiegelt sich auch in den Vorwahlen wider: Die "Primaries" und "Caucuses" werden von "lauten" Kandidaten dominiert, die sich gegen das etablierte, politische Establishment in Washington stellen und radikalere Positionen vertreten.

Die große Schere zwischen konservativen und liberalen Meinungen spiegelt sich auch in den Fragen wider, die den Wahlkampf bestimmen. Die Debatte um eine Anpassung der Einwanderungspolitik ist in den Vordergrund gerückt.

Doch auch Themen wie die Einschränkung des Waffenbesitzes oder die Gesundheitsreform werden speziell von den Kandidaten der Republikaner zunehmend emotional aufgegriffen. Populisten nutzen diese kontroversen Themen, um mit einfachen Lösungsansätzen Zustimmung und Wähler zu gewinnen und sich deutlich vom "politischen Establishment" abzugrenzen. Sichtbar wird dies vor allem durch den rasanten Aufstieg des milliardenschweren Immobilienhändlers Donald Trump, der ohne echtes Programm, dafür aber mit provokanten Thesen auftritt und in vielen Staaten die Vorwahlen der Republikaner für sich entscheiden konnte.

Übrigens ist Trump erst seit 2009 Mitglied der Republikaner. Vorher war er als Demokrat registriert. Ein solch radikaler Seitenwechsel ist in Deutschland kaum denkbar. Aber Amerika ist eben anders.

Bei den Demokraten scheint sich nun doch die ehemalige Außenministerin und First Lady Hillary Clinton durchzusetzen, nachdem sie sich bis vor kurzem noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Senator Bernie Sanders aus Vermont lieferte, der sich selbst als demokratischen Sozialisten bezeichnet.

Es sind auch solche politischen Dynamiken, die die Zukunft der USA und der transatlantischen Beziehungen prägen werden. Die Aufgabe der Reihe "What’s up, America?" ist es, politische und gesellschaftliche Sachverhalte im Sinne politischer Bildung aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten und kritisch zu erörtern.

Es ist mir deshalb eine besondere Freude, heute Abend vier ausgewiesene Fachleute mit ganz unterschiedlichen Hintergründen auf dem Podium begrüßen zu dürfen, um mit Ihnen, meine Damen und Herren, im Stil einer Debatte über den Countdown zum 45. Präsidenten zu diskutieren – vielleicht ja aber auch zur ersten Präsidentin.

Ich darf noch darauf hinweisen, dass der Empfang, zu dem wir Sie am Ende der Veranstaltung herzlich einladen, sowohl hier in diesem Raum als auch unten im Foyer stattfindet.

Nun wünsche ich uns allen einen erkenntnisreichen, spannenden Abend und eine anregende Diskussion.

Die Diskussion leiten wieder die versierten Journalisten Dr. Melinda Crane von der Deutschen Welle und Christoph von Marschall vom Tagesspiegel.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

- Es gilt das gesprochene Wort -


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