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"Gundermann" – Ein Abend über Musik, die DDR und ostdeutsches Lebensgefühl

Die Bundeszentrale für politische Bildung und das Haus der Geschichte präsentieren Film, Gespräch und Konzert in Bonn


Die Veranstaltung ist ausgebucht.
Alexander Scheer als Gundermann und Regisseur Andreas DresenAlexander Scheer als Gundermann und Regisseur Andreas Dresen (© Pandorafilm)


"hier bin ich geborn / wo die kühe mager sind wie das glück / hier hab ich meine liebe verlorn / und hier krieg ich sie wieder zurück",
dichtete Gerhard Gundermann. Dem "singenden Baggerfahrer" hat der Filmmacher Andreas Dresen mit seinem neuen Werk ein Denkmal gesetzt. Es heißt schlicht: "Gundermann".

Am 27. November 2018 wird "Gundermann" ab 18 Uhr im Haus der Geschichte gezeigt. Im Anschluss an den Film sind Regisseur Andreas Dresen, Hauptdarsteller Alexander Scheer und die Witwe des Liedermachers Conny Gundermann im Gespräch. Schließlich bringt Andreas Dresen das Gundermann-Liedgut auf die Bühne und beendet den Abend mit einem Livekonzert.

Die Kinosäle zwischen Sassnitz und Plauen, zwischen Halberstadt und Görlitz waren in den Wochen nach der Premiere des Films im August 2018 gefüllt, das Publikum begeistert. Freunden im Westen der Republik wird zugemunkelt: Das ist der ostdeutsche Film, den musst du sehen. Er erklärt so viel, was hier falsch gelaufen ist. Doch von dort kommt nur Schulterzucken: Wer ist Gundermann?

Gerhard Gundermann war Bürger der DDR, stolzer Bürger. Früh begann er zu musizieren, wurde bekannt und Teil der staatlichen Singebewegung. In der Lausitz fand er sein zu Hause, als Facharbeiter im Tagebau. Selbstverständlich war er Parteimitglied. Doch er eckte an. Der einstige Zuträger der Stasi geriet selbst zu einem Beobachtungsobjekt. Nach der Wende, als viele Landschaften partout nicht blühen wollten, fanden sich viele in seinen Liedern wieder. Sie nannten ihn den ostdeutschen Bob Dylan, in dessen Vorprogramm er in Berlin auch spielte. 1998 starb Gerhard Gundermann, 43 Jahre alt.

Der Film von Andreas Dresen porträtiert den Künstler, in all seinen Facetten. Musiker, Liebender, Baggerfahrer, IM für die Stasi, Opfer der Stasi. Ein Porträt, nicht in schwarz-weiß, sondern in vielen Grautönen. Besser als mit Gundermann lässt sich das Leben in der DDR nicht zeigen. Gleichzeitig zeichnet Dresen ein Bild der DDR ohne zu dämonisieren und ohne zu verklären. Es räumt auf mit einer verzerrten Vorstellung, die DDR-Bürger auf Opfer, Mitläufer oder Täter reduziert. Drei Jahrzehnte nach der Wende gibt der Film die Möglichkeit die DDR zu verstehen – für West und Ost.

"frag mich nicht wie / frag mich nicht wann / 's ist doch nur 'n Lied / aber mit 'm Lied / fang ich erst mal an"
(Gundermann: Soll sein, 1992)

Pressestimmen
"Ein vielschichtiger Charakter, Rebell und überzeugter Sozialist, unangepasst und Stasi-Spitzel, der selbst bespitzelt wurde. Anhand der Biografie dieses Mannes wechselt Andreas Dresen die Perspektive auf die DDR und liefert mit "Gundermann" einen der wichtigsten deutschen Filme seit Jahren" (Kölner Stadtanzeiger, 1.8.2018)
"'Gundermann' mit dem brillanten Alexander Scheer in der Hauptrolle ist ein DDR-Drama ohne 'Täter' - oder 'Opfer' -Schubladen" (General-Anzeiger, 19.8.2018).

"Ich glaube, man kann ins Kino gehen, einfach ohne Gundermann zu kennen und lernt ihn halt kennen. (… ) Also wir haben versucht, einen prallen, sinnlichen Spielfilm zu drehen, der auch Spaß macht" (Andreas Dresen, DLF Kultur, 18.08.2018).

"Der Film ist eine Standortbestimmung aus einer anderen Himmelsrichtung. (… ) Es ist gut, dass man sich dem Thema nochmal annimmt und sich Zeit nimmt für einen differenzierteren Blick. Es gab nicht nur schwarz und weiß, wie man das aus anderen Filmen kennt, sondern auch sehr viel Grau, aber auch sehr viel bunt" (Alexander Scheer, RBB, 20.08.2018).

Weitere Informationen zum Film auf kinofenster.de

Termin

27.11.2018, von 18:00 bis 23:00

Ort

Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Museumsmeile
Willy-Brandt-Allee 14
53113 Bonn

Für

Interessierte Bürgerinnen und Bürger, Pädagoginnen und Pädagogen der schulischen und außerschulischen politischen Bildung, Geschichtslehrerinnen und -lehrer

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Anmeldung

Teilnahmegebühr: keine
Die Veranstaltung ist ausgebucht.

Kontakt

Bundeszentrale für politische Bildung
Martin Langebach
Adenauerallee 86
53113 Bonn
martin.langebach@bpb.bund.de

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Tel +49 (0)228 99515-0
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Pressekontakt

Journalistinnen und Journalisten wenden sich bitte an die Pressestelle.



kinofenster.de

"Gundermann" von Andreas Dresen

Mitte der 1990er-Jahre sucht der ostdeutsche Liedermacher und Baggerfahrer Gerhard Gundermann ehemalige Weggefährten auf. Was er ihnen zu sagen hat, wiegt schwer: In der DDR hat er als inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit Berichte über sie geschrieben. Einer seiner Kollegen gibt sich daraufhin ebenfalls als Spitzel zu erkennen, der wiederum auf Gundermann angesetzt war. Regisseur Andreas Dresen hat mehr als zwölf Jahre gemeinsam mit Drehbuchautorin Laila Stieler an dem Projekt gearbeitet und an Originalschauplätzen in Hoyerswerda und Umgebung gedreht.

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Veranstaltungskalender

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