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Der Ort des 'Bösen'

Wie Auschwitz zum Inbegriff des Holocaust wurde

Ein Tourist macht mit seinem Smartphone am 30.07.2014 am Lagertor zum ehemaligen Konzentrationslager in Auschwitz (Polen) ein Foto.Auschwitz, Stammlager: Gedenkstättenbesuche als Tourismusevent? (© dpa)

2,1 Millionen Menschen besuchten 2017 die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, eine Million mehr als zehn Jahre zuvor, zehnmal mehr als in einem durchschnittlichen Jahr der Nachkriegsdekade. Das Interesse an jenem Ort scheint stetig zu wachsen, während andere ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager wie Majdanek, Sobibor oder Treblinka in Vergessenheit geraten. Mehr noch, der Begriff "Auschwitz" ist zum allgemein verständlichen Synonym für Holocaust und Völkermord geworden.

Wie kam es zu dieser Entwicklung, die in der direkten Nachkriegszeit keineswegs absehbar war? Was hat Auschwitz-Birkenau zu dem zentralen Gedenkort gemacht, der er jetzt ist? Wie passen Gedenken und Massentourismus zusammen? Und welche Konsequenzen hat die Fokussierung auf Auschwitz-Birkenau für die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen? Diese und andere Fragen greift Dr. Imke Hansen bei einer Reise durch die Nachgeschichte des NS-Konzentrations- und Vernichtungslagers auf.

Dr. phil. Imke Hansen ist Historikerin und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit NS-Geschichte und der Erinnerung an ehemalige Konzentrationslager. Ihre 2015 veröffentlichte Dissertation "Nie wieder Auschwitz! Die Entstehung eines Symbols und der Alltag einer Gedenkstätte" wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem von der Internationalen Auschwitz Stiftung als beste Doktorarbeit im Bereich der Geschichte und Nachgeschichte der Nationalsozialistischen Verfolgung. Nach Forschungs- und Lehrtätigkeit an den Universitäten Hamburg, Minsk und Uppsala ist sie aktuell wissenschaftliche Mitarbeiterin am Nordost-Institut in Lüneburg, wo sie die Erinnerung an Juden und Deutsche im polnischen kollektiven Gedächtnis untersucht.

Termin

23.01.2019, von 18:00 bis 20:00

Ort

Medienzentrum der bpb
Bundeszentrale für politische Bildung
Adenauerallee 86
53113 Bonn

Für

Interessierte Bürgerinnen und Bürger, Pädagoginnen und Pädagogen der schulischen und außerschulischen politischen und historisch-politischen Bildung, Geschichtslehrerinnen und -Lehrer

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung, Fachbereich "Extremismus"

Anmeldung

Kontakt

Martin Langebach
Bundeszentrale für politische Bildung
Adenauerallee 86
53113 Bonn
martin.langebach@bpb.bund.de

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Veranstaltungskalender

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