Tourists look at the Dome of the Rock on the Temple Mount in the Old City of Jerusalem, 17 March 2010. The Dome of the Rock was completed in 691, making it the oldest existing Islamic building in the world. The site's significance stems from the religious beliefs regarding the rock, known as the Foundation Stone, at its heart. After clashes between Palestinians and Israeli forces on March 16, the situation in Jerusalem was calm but still tense. EPA/OLIVER WEIKEN

Zur Zielsetzung der Israel-Studienreisen der Bundeszentrale für politische Bildung

11.4.2013
Seit 1963 veranstaltet die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb erfolgreich ihr Studienreisen-Programm nach Israel. Die Studienreisen sind ein Kernelement in der historisch-politischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, der deutsch-jüdischen Geschichte und dem Antisemitismus in der Bundesrepublik Deutschland.

Vor Ort bieten die Israel-Studienreisen intensive Einblicke in Israels politische und kulturelle Vielfalt vor dem Hintergrund seiner historischen Prägung und seiner multiethnischen Gesellschaft. Neben einem ausgewiesenen Schwerpunktthema enthalten die Programme stets bestimmte „Basismodule“, die die wichtigsten gesellschaftlichen und politischen Koordinaten des Landes vorstellen. Dies ermöglicht den Teilnehmenden die bessere Einordnung der komplexen Informationen und teils widersprüchlichen Positionen, mit denen sie während des Reiseverlaufs konfrontiert werden. Dabei besteht das vornehmliche Ziel darin, Strukturen aufzuzeigen, die über die Ereignisse der aktuellen Tagespolitik hinausgehen.

Insgesamt unternehmen die Studienreisen den Versuch, durch persönliche Begegnungen und Gespräche, Besuche von Institutionen sowie Exkursionen ein differenziertes Bild der komplexen israelischen Lebenswirklichkeit zu vermitteln. Dazu gehören sowohl unterschiedliche Positionen und Kontroversen innerhalb der jüdischen Mehrheit als auch die Situation der nicht-jüdischen Minderheiten im Land. Ergänzt werden die verschiedenen inhaltlichen Gesichtspunkte durch vielfältige methodische Zugänge. Die Studienreisen bieten zugleich die Chance, die aus Deutschland mitgebrachten Israel-Bilder vor Ort zu überprüfen und sie mit den anderen Teilnehmenden zu diskutieren.

Selbstverständlich spielt auch der israelisch-palästinensische Konflikt in den Programmen eine wichtige Rolle. Deshalb ist ein Besuch mit Gesprächen in den palästinensischen Autonomiegebieten – bei stabiler Sicherheitslage – fester Bestandteil der Studienreisen. Er bietet die Gelegenheit, Positionen der “Gegenseite“ zu hören und trägt damit zu einem umfassenden Verständnis des Konfliktes und seiner Komponenten bei.

Mit den Israel-Studienreisen sollen Multiplikatoren/innen und Meinungsführer/innen angesprochen werden, die die auf der Reise gewonnenen Informationen, Erkenntnisse und Erfahrungen nachhaltig in ihrem beruflichen Umfeld weitergeben und in konkrete Projekte einfließen lassen können und so im Sinne der Vermittlung eines differenzierten Israelbildes in die Gesellschaft hinein wirken. Zudem möchte die bpb zur Bildung von Netzwerken zwischen deutschen und israelischen Fachkollegen/innen und/oder einschlägig ausgewiesenen Experten/innen beitragen.

Bei der Zusammensetzung der Reisegruppen wird darauf geachtet, dass sie die in Deutschland bestehende gesellschaftliche Vielfalt widerspiegelt. Das bedeutet nicht nur die Schaffung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Frauen und Männern, von Teilnehmenden aus Ost und West, sondern auch die immer stärkere Einbeziehung von Multiplikatoren/innen, die über einen Migrationshintergrund verfügen.

Die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands stellt einen bedeutsamen Unterschied zu der Zeit dar, als die Israel-Studienreisen ihren Anfang nahmen. In den sechziger Jahren waren der Holocaust und seine Konsequenzen der entscheidende Bezugspunkt. Das betraf die Beschäftigung mit dem jüdischen Staat ebenso wie die Würdigung des deutsch-israelischen Verhältnisses. Durch die Gegebenheit der heutigen Einwanderungsgesellschaften und durch weithin andere Perspektiven der jüngeren Generationen ergeben sich auch neue Facetten in den deutsch-israelischen Beziehungen. Das erfordert eine noch differenziertere Auseinandersetzung mit allen Aspekten der Erinnerungskultur.

Trotz der veränderten Rahmenbedingungen spielt die historische Verantwortung für die während des Nationalsozialismus verübten Verbrechen selbstverständlich weiterhin die zentrale Rolle. Nicht zuletzt deshalb, weil der Holocaust als fester Bestandteil des jüdischen Lebens in Israel stets gegenwärtig ist. Somit bleibt auch heute gültig, was von Beginn an zum Auftrag der Israel-Studienreisen als Instrument politischer Bildungsarbeit gehörte: die kritische Reflexion des deutsch-jüdischen Verhältnisses in der Geschichte, insbesondere während der Zeit des Nationalsozialismus und daraus folgend das Einstehen für das Existenzrecht Israels, unabhängig von der konkreten Politik seiner jeweiligen Regierungen.


Bundeszentrale für politische Bildung
Internationale Studienreisen
– Israel –
Adenauerallee 86
53113 Bonn
Tel + 49 (0)228 99515-524
Fax +49 (0)228 9910515-6690
Israel-Studienreisen@bpb.de



 
Häufig gestellte Fragen zu den Israel-Studienreisen der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Häufig gestellte Fragen zu den Israel-Studienreisen

Wer kann sich auf die Israel-Studienreisen der bpb bewerben? Welche Kriterien gibt es bei der Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber? Wie erfolgt das Bewerbungs- und Einladungsverfahren? Die Antwort auf diese und weitere Fragen finden Sie hier. (PDF-Version: 66 KB) Weiter... 

50 Jahre Israel-Studienreisen

Seit 50 Jahren bpb-Studienreisen - unser Auftrag

Die Studienreisen der Bundeszentrale für politische Bildung nach Israel finden seit nunmehr 50 Jahren statt. Rund 260 mal sind wir mit den unterschiedlichsten Gruppen nach Israel gereist und haben politische, kulturelle und historische Themen behandelt. Weiter... 

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Im Blog berichtet die Journalistin Katarzyna Weintraub ab dem 29. April von der Israel- Studienreise "Zachor - Jüdische Erinnerungskultur der Gegenwart."

Blog zur Israel-Studienreise

Im Blog berichtet die Journalistin Katarzyna Weintraub von der Israel- Studienreise "Zachor - Jüdische Erinnerungskultur der Gegenwart". Die Studienreisen der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb ermöglichen den Teilnehmenden einen authentischen und persönlichen Einblick in die politische und gesellschaftliche Situation der Reiseländer. Weiter... 

Häufig gestellte Fragen zu den MOE-Studienreisen

Häufig gestellte Fragen zu den MOE-Studienreisen

Wer kann sich auf die MOE-Studienreisen der bpb bewerben? Welche Kriterien gibt es bei der Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber? Wie erfolgt das Bewerbungs- und Einladungsverfahren? Die Antwort auf diese und weitere Fragen finden Sie hier. (PDF-Version: 94 KB) Weiter...