Veranstaltungen: Wettbewerbe

Jugenddemokratiepreis 2016 | HIER GEHT ES NICHT MIT RECHTEN DINGEN ZU! – Euer Projekt gegen Rechtspopulismus im Alltag

Am 11. November war es soweit: Bei der Preisverleihung im Museum Koenig wurde feierlich der diesjährige Gewinner des Jugenddemokratiepreises verkündet: Ali Can hat mit seinem Projekt "Interkulturelles Streetwork" die Jugendjury überzeugt und gewann somit die 3.000 € Preisgeld. Jedoch gingen auch die beiden weiteren nominierten Projekte nicht leer aus: "Stimmen des Nordens" aus Hamburg und das "No Border Magazine" aus Lüneburg erhielten jeweils 500 €, die ihren Projekten zugutekommen soll.

Vor Beginn der Preisverleihung wurde zudem die Ausstellung "Hass vernichtet" von Irmela Mensah-Schramm persönlich eröffnet. Die Aktivistin, die seit über 30 Jahren Hassgraffitis von rechten und menschenverachtenden Gruppen und Parteien vernichtet und dokumentiert, berichtete während der Ausstellungseröffnung von ihren Erfahrungen mit Hassparolen und dem zivilen Ungehorsam in ganz Deutschland. Ihre Ausstellung ist noch bis Ende Dezember im Museum Koenig in Bonn zu sehen.

Die Laudatio



"Sehr geehrte Damen und Herren und liebe Jugendliche,
hiermit begrüße ich auch Sie zum Jugenddemokratiepreis. Ich komme aus der Karl-Simrock-Schule für Berufsorientierung und mein Name ist Fatima Al Ghaddioui. Mitte Juli kamen drei Leute von der BpB zu uns in die Klasse. Sie erzählten uns kurz wer sie sind und besprachen mit uns den Ablauf des Tages. Sie gaben uns die drei Projekte der über vierzig Projekte, die in die engere Auswahl kamen. Sie selbst hatten sich in Gedanken bereits entschieden, verrieten uns dies aber nicht, um uns nicht zu beeinflussen. Wir haben in Gruppenarbeit für jedes der drei Projekte die Vorteile und Nachteile, die wir sahen, herausgearbeitet. Als es dann darum ging, uns für ein Projekt zu entscheiden, stimmten wir alle einheitlich für die Arbeit von Ali. Der Grund, der dazu führte, dass wir dieses Projekt auswählten war, dass viele davon begeistert waren, dass er sich privat mit Menschen trifft, um Vorurteile und Mussverständnisse abzubauen. Unter anderem taucht er bei Demos auf, wozu sehr viel Mut gehört. Viele von uns haben ebenfalls einen Migrationshintergrund und fühlten sich somit mit diesem Projekt verbunden.
Danke und Herzlichen Glückwunsch!"


Aktuell muss sich die Demokratie so einigen Herausforderungen stellen: Antidemokratische Parolen, die nicht nur von Rechtsextremisten stammen, schüren Fremdenfeindlichkeit und stellen die Demokratie in Deutschland und der EU auf die Probe. Mehr denn je sind deshalb Werte wie Vielfalt, Partizipation und gegenseitiger Respekt gefragt, um sich entschieden gegen rechtes Gedankengut auszusprechen. Deshalb hat die Jugendjury beschlossen, den JDP 2016 unter das Thema "HIER GEHT ES NICHT MIT RECHTEN DINGEN ZU! – Dein Projekt gegen Rechtspopulismus im Alltag" zu stellen.

Mit dem Preis wurden 2016 diejenigen Projekte, Initiativen und Aktionen ausgezeichnet, die sich in herausragender Weise für die Stärkung solcher demokratischer Grundwerte einsetzen und ein Zeichen gegen rechte Meinungen aus Bevölkerung und Politik setzen. Nach einem langen Auswahlprozess, begonnen mit der Festlegung des Themas durch die Jugendjury über eine offizielle Ausschreibung, dem Sichten der eingegangenen Bewerbungen und der Auswahl von drei nominierten Projekten, wurde schließlich in Kooperation mit einer Klasse der Karl-Simrock-Schule für Berufsorientierung aus Bonn gemeinsam der Gewinner des Wettbewerbs bestimmt.

Dass die Auswahl für einen Gewinner des Jugenddemokratiepreises jedoch nicht leicht fallen konnte, sieht man an den drei nominierten Projekten:

No Border Magazine



Das No Border Magazine wurde von Studierenden der Universität Lüneburg zusammen mit Geflüchteten entwickelt und ist im Januar diesen Jahres das erste Mal mit einer Auflage von 3.000 Exemplaren erschienen. Mit dem Ziel, Vorurteile und Berührungsängste in der Lüneburger Bevölkerung abzubauen, kommen auf 60 Seiten Geflüchtete, UnterstützerInnen und NachbarInnen zu Wort. Herausgeberin ist die Initiative No Border Academy, die sich in Lüneburg für eine Willkommenskultur und den gleichberechtigen Zugang zu Bildung für Geflüchtete einsetzt. Die nächste Ausgabe ist bereits in Arbeit!

Stimmen des Nordens gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus



Bei "Stimmen des Nordens" handelt es sich um einen YouTube-Kanal des Vereins APROTO e.V. der durch den Einsatz prominenter "Testimonials" Aufmerksamkeit auf das Thema Rechtspopulismus und Fremdenhass lenken will. Es soll eine möglichst große Gruppe junger Menschen erreicht werden, damit diese sich kritisch mit dem Thema auseinander setzen und selbst dazu Stellung beziehen. Bisher gibt es knapp 100 Videos auf der Webseite (»www.stimmen-des-nordens.de«), auf der Facebook-Seite für "Stimmen des Nordens" und auf dem gleichnamigen YouTube-Kanal. Es sind weitere Videos geplant, unter anderem mit Musikern wie Bosse oder Fettes Brot.

Interkulturelles Streetwork



Interkulturelles Streetwork ist ein Projekt, das von Ali Can initiiert wurde. Es zeigt mit Wertschätzung verunsicherten oder rechtsgesinnten Menschen, dass Menschen unterschiedlicher Kulturen friedlich zusammenleben können und dass Integration gelingen kann. Ali Can über sein Projekt: "Ich bin dazu bei PEGIDA mitmarschiert und obwohl ich sagte, ich sei ein ehemaliger Asylbewerber, konnte ich mit vielen lieb sprechen, denn ich war für manche der erste richtig fremdkulturelle Mensch, mit dem sie friedlich sprechen konnten. Dazu gebe ich bundesweit Workshops und Vorträge, in denen ich biographisch und theatralisch sensibilisiere."

Der Preis



Man könnte denken, Preise und Auszeichnungen für starke Projekte gibt es wie Sand am Meer. Stimmt auch, aber der Jugenddemokratiepreis funktioniert ein bisschen anders als andere Preise: 2008 kamen ein paar junge Köpfe der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) auf die Idee, dass die Preis-Landschaft revolutioniert werden müsse, und zwar mit einem Preis, der
  1. von Jugendliche an Jugendliche verliehen wird und eine Jury besitzt, die ebenfalls aus Jugendlichen aller Altersklassen (16-27) und sozialen Hintergründen besteht
  2. Projekte auszeichnet, die sich explizit für die Stärkung der Demokratie in Deutschland und der EU einsetzen, denn politisches Engagement aus Jugendreihen kommt in der Wertschätzung häufig zu kurz
  3. absolut transparente Bewertungskriterien besitzt.
  4. Außerdem gab es bereits den Internationalen Demokratiepreis, der in Bonn an herausragende Personen, Organisationen und Projekte verliehen wird – da lag die Idee, sich mit einem ähnlichen Preis für die jugendlichen Köpfe unter uns anzuschließen, nicht fern.
Tja, und daraus ist der Jugenddemokratiepreis entstanden, der 2016 im achten Jahr in Folge (mit kleinen Kunstpausen) von uns Jugendlichen und der bpb verliehen wird. Es lohnt sich tatsächlich ganz kräftig für euch, mit eurem Projekt mitzumachen, denn der Preis ist mit sage und schreibe 3000 Euronentalern (€) dotiert, die ihr bunt verwenden könnt.

Ausgeschrieben wird der Preis jedes bis jedes zweite Jahr im Januar – das hängt immer ein bisschen von der Kooperation mit dem Internationalen Demokratiepreis und unserer jungen personellen Besetzung ab, dann könnt ihr euch ungefähr bis März/ April bewerben. Anschließend geht es rund für uns, denn dann wird auf’s diskursivste diskutiert, Bewerbungen gelesen, wieder diskutiert, online bewertet, ausgewertet, zusammengetragen, konferiert und wieder diskutiert, bis wir am Ende ein sagenhaftes Projekt küren können!

Momentan brüten wir über einem neuen Bewertungsformat, bei dem nicht nur wir als Jurymitglieder einen Bewertungsbogen ausfüllen, alles quantifizieren und auf einem Auswahlseminar die Preisträger*innen aussuchen, sondern wir in Kooperation mit Bonner Schulen (weil dort der Sitz der bpb ist) über das auszeichnungswürdigste Projekt abstimmen. Dies sieht auf dem Papier so aus: Wir entscheiden uns im Mai 2016 für drei Finalist*innen und stellen diese drei Projekte/ Initiativen/ Aktionen an mehreren Schulen in Bonn im Rahmen eines Workshopformats zu politischer Mitbestimmung von Jugendlichen vor. Dann liegt es an den Schüler*innen, über das allerallerbeste der allerbesten von sowieso allen besten Projekte abzustimmen und das Siegerprojekt auszuwählen. Vorteil: Noch mehr Jugendliche sind am Auswahlprozess beteiligt – eine weitere Annäherung an maximal viel Partizipation! Nachteil: Sehen wir noch nicht. Aber wir müssen noch mit den Schulen verhandeln...

Weitere Informationen zum Preis und zur Jury: »www.jugenddemokratiepreis.de«
Nähere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter »http://www.hassvernichtet.de/«

Eindrücke vom Jugenddemokratiepreis


Termin

11.11.2016

Ort

Forschungszentrum Museum Koenig
Adenauerallee 160
53113 Bonn

Veranstalter

Kooperationspartner:

Internationaler Demokratiepreis Bonn e.V.
»http://www.demokratiepreis-bonn.de/«

Kontakt

Bundeszentrale für politische Bildung
Svetlana Alenitskaya
Adenauerallee 86
53113 Bonn
Fax +49 (0)228 99515-293
svetlana.alenitskaya@bpb.bund.de

Pressekontakt

Bundeszentrale für politische Bildung
Stabsstelle Kommunikation
Adenauerallee 86
53113 Bonn
Tel +49 (0)228 99515-284
Fax +49 (0)228 99515-293
presse@bpb.de

 


Mediathek

Rechtspopulismus, was ist das? Kurz erklärt auf bpb.de

Rechtspopulismus, was ist das? Kurz und leicht verständlich erklärt im Glossar des Dossiers Rechtsextremismus auf www.bpb.de. Getextet von Toralf Staud, Johannes Radke, Heike Kleffner und FLMH. Eingesprochen von Jungschauspielern/-innen. Weiter... 

Debatte in einer Planspiel-Simulation.

Youth Democracy Award 2016 | HIER GEHT ES NICHT MIT RECHTEN DINGEN ZU! – Your project against right-wing populism in everyday life

The German Federal Agency for Civic Education will continue awarding the "Youth Democracy Award” in 2016. This year, the focus is on projects which are created to raise awareness against right-wing populism in every day life. Weiter... 

Dokumentation (September 2015)

Jugenddemokratiepreis 2015 ging an das Projekt "queer durch Deutschland"

Der Jugenddemokratiepreis wurde 2015 zum sechsten Mal verliehen und zeichnet ein Projekt von oder für junge Menschen aus, das sich vorbildlich für Demokratie einsetzt. Dieser von der Bundeszentrale für politische Bildung ausgeschriebene Preis ist mit 3.000 € dotiert. Weiter... 

Dokumentation (November 2014)

Jugenddemokratiepreis 2014

Der Jugenddemokratiepreis wurde in diesem Jahr bereits zum fünften Mal verliehen und zeichnet ein Projekt von oder für junge Menschen aus, das sich vorbildlich für Demokratie und eine stärkere Partizipation junger Bürgerinnen und Bürger einsetzt. Dieser von der Bundeszentrale für politische Bildung ausgeschriebene Preis ist mit 3.000 € dotiert und wird in Anlehnung an den Internationalen Demokratiepreis Bonn vergeben. Weiter... 

Dokumentation (September 2012)

Jugenddemokratiepreis 2012

Der Jugenddemokratiepreis wurde 2012 zum vierten Mal vergeben. Mit dem Jugenddemokratiepreis wird ein Projekt ausgezeichnet, das sich in herausragender Weise für Demokratie einsetzt. Der Jugenddemokratiepreis ist eine Würdigung der Aktivitäten von jungen Menschen und / oder für junge Menschen. Weiter... 

Veranstaltungsdokumentation (Mai 2011)

Jugenddemokratiepreis 2011

Der Jugenddemokratiepreis wird in diesem Jahr zum dritten Mal von der Bundeszentrale für politische Bildung verliehen. Der Preis geht an das Projekt "Bildung² – Junge Flüchtlinge lernen für ihre Zukunft". Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. Weiter... 

Veranstaltungsdokumentation (April 2010)

2. Jugenddemokratiepreis

Der Jugenddemokratiepreis würdigt das Engagement junger Menschen für junge Menschen. 2010 ging der Preis an das Projekt "Balkans, let's get up", das junge Leute dabei unterstützt, sich selbst zu engagieren und eigene Projekte zu verwirklichen. Dabei ermöglicht es grenzüberschreitende Begegnungen und fördert die Verständigung junger Menschen mit ihren Nachbarn auf dem Balkan. Weiter... 

Veranstaltungsdokumentation (Juni 2009)

1. Jugenddemokratiepreis

2008 wurde der Internationale Demokratiepreis Bonn zum ersten Mal vergeben. Die Auszeichnung wird Personen verliehen, die sich um die Demokratisierung und Menschenrechte in ihrer Heimat in herausragender Weise verdient gemacht haben. Weiter...