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19.6.2015

Lernen aus der Geschichte für die Gegenwart und Zukunft

Magdalena Stefanska verbrachte ihre Stipendienzeit im Frühjahr 2015 bei der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte Emsland in Papenburg. Im Interview berichtet sie über die Herausforderungen, ein deutsch-polnisches Jugendprojekt über Flucht und Vertreibung zu organisieren und sehr berührende Begegnungen mit Zeitzeugen.

Magdalena StefanskaMagdalena Stefanska (© privat)
Was war ein Highlight deiner Stipendienzeit?

Das absolute Highlight meiner Stipendienzeit war natürlich das Projekt, das ich fast drei Monate lang in Papenburg vorbereitete.

Schon in der Vorbereitungszeit passierten viele interessante Sachen: Treffen mit Zeitzeigen, Historikern, Gespräche mit Menschen, die für das Thema interessiert waren... Aber während des Projektes, das in den Tagen 9.-14. Mai stattfand, merkte ich, wie das ganze Konzept zu leben beginnt, wie es mit Fragen, Gedanken und Emotionen der Teilnehmenden erfüllt wird und "Leib und Seele" gewinnt. Das war ein wunderbares Gefühl!

Was hat dich besonders herausgefordert?

Die ganze organisatorische Seite des Projektes war für mich eine ziemliche Herausforderung und ich bin sehr dankbar, dass ich sehr große Unterstützung seitens meiner Betreuerin Mechtild Möller hatte - das war eine sehr gute Zusammenarbeit.

Im Projekt selbst lag die Schwierigkeit darin, die Geschichte der Flucht und Vertreibung in Mitteleuropa ausgewogen, mit der Berücksichtigung der Geschichtsschreibung beider Länder darzustellen. Es ging darum, sich gegenseitig die landesspezifische Sicht auf die Sache zu erklären und durch Gespräche und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fakten eine möglichst breite Darstellung des Problems zu erreichen. Es gibt ja keine e i n e Geschichte der Vertreibungen - es gibt Tausende von Geschichten von Tausenden unterschiedlicher Menschen. Das ist das, was uns zu zeigen hoffentlich gelungen ist.

Gab es während deiner Stipendienzeit etwas, das dich überrascht hat?

Das ganze Stipendium war eine große positive Überraschung! Aber besonders positiv überraschte mich, wie interessant, schön und einmalig die kleine Stadt Papenburg und die Region Emsland sind. Für einen schönen Urlaub kann ich es vom Herzen empfehlen!

Gab es eine besondere Begegnung, die dir in Erinnerung bleiben wird?

Ich glaube, dass alle Begegnungen mit den Zeitzeugen mir und den Teilnehmenden noch lange in Erinnerung bleiben werden. Sie haben uns ihre Geschichten über Flucht, über das Abfinden mit der neuen Wirklichkeit und über die Auseinandersetzung mit dem Verlustgefühl erzählt. Diese Begegnungen waren sehr rührend: die wahren Emotionen der Erzähler und die Botschaft von allen diesen älteren Menschen: nie mehr Krieg!

Was nimmst du von der Stipendienzeit mit für deine Arbeit oder dein Engagement zu Hause?

Es gibt sehr viel, was ich mit nach Hause nehme. Erstens vergewisserte ich mich, dass das Thema, das wir im Projekt aufgegriffen haben, immer noch wichtig und prägend ist und dass diese Problematik in weiteren deutsch-polnischen Projekten aufzuarbeiten ist. Ich habe außerdem bei der Projektdurchführung eine sehr große Selbstständigkeit gewonnen. Es war eine ausschlaggebende Erfahrung, das ganze Projekt von Anfang an bis zum Ende eigenständig durchzuführen und die Verantwortung zu übernehmen. Und - last but not least - Überblick über die politische Bildung in Deutschland. Dank den Fortbildungen und Hospitationen lernte ich darüber sehr viel.

Hat sich dein Verständnis von politischer Bildung durch die Stipendienzeit verändert? Wenn ja, wie oder warum?

Meine Sicht auf die Thematik erweiterte sich ohne Frage, aber das Verständnis veränderte sich grundsätzlich nicht: das Lernen aus der Geschichte für die Gegenwart und Zukunft spielte für mich von Anfang an eine wichtige Rolle und ich glaube, dass das schon ein quasi Profil meiner Tätigkeit bleiben wird.

Aber während des Abschlussseminars in München hatte ich das gute Gefühl, dass jeder von uns Stipendiaten ein ganz anderes und nichtsdestotrotz gleichwertiges Thema bearbeitete - wir ergänzten uns dadurch sehr gut und schufen insgesamt eine ganze Palette von Themen der politischen Bildung. So ist es auch in der demokratischen Gesellschaft - nur durch Vielfalt können wir die Gänze erreichen.


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