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"Ich möchte jetzt im Rumänien eine ähnliche Einrichtung gründen"

3.7.2015
Emilian Dranca aus Rumänien war 2014/15 Stipendiat beim Heiligenhof in Bad Kissingen. Im Interview berichtet er über eine außergewöhnliche Tagung und sein Erstaunen über Senioren, die immer noch hoch motiviert sind, etwas Neues zu lernen.

Emilian DrancaEmilian Dranca (© privat)
Was war ein Highlight deiner Stipendienzeit?

Die Tagung "Was bedeutet es, dass ein (evangelischer) Deutscher zum Präsidenten Rumäniens gewählt wurde?" war ein Höhepunkt der Stipendienzeit. Ein ganzes Wochenende haben 70 Teilnehmer über das Thema gesprochen und mehrere Themenkomplexe behandelt: Rumänien, Deutschland, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern, Politik, Geschichte, Literatur, Kultur. Die Perspektive aus dem In- und Ausland, von Rumänen und mit Rumänien verbundenen und sympathisierenden Deutschen war für mich als Rumäne sehr interessant. Es war aber sprachlich nicht immer einfach für mich. Das Thema war sicherlich ungewöhnlich - wahrscheinlich gab es in den letzten 25 Jahren in Deutschland keine Tagung über einen rumänischen Präsidenten.

Was hat dich besonders herausgefordert?

Die in drei Monaten gewonnenen Erfahrungen und Einblicke an einer politisch-historisch-kulturellen Bildungsstätte, dem Heiligenhof und der Akademie Mitteleuropa in Bad Kissingen, waren so anregend, dass ich eine solche Einrichtung in meinem Heimatland gründen möchte. Kürzlich habe ich in Rumänien einen Verein gegründet und ich hoffe, dass ich mir ein ähnliches Tätigkeitsfeld (Konferenzen, Tagungen, Sommerschule) aufbauen kann.

Gab es während deiner Stipendienzeit etwas, das dich überrascht hat?

Ja, natürlich. Ich habe mir nicht vorstellen können, dass sich jemand 12 Stunden am Tag (oder auch mehr!) in einer Einrichtung aufhält und am folgenden Tag um 8 Uhr wieder mit neuen Kräften und viel Energie für die Organisation zuständig und für die Anliegen Teilnehmer ansprechbar ist. Das bedeutet nicht nur eine gute Arbeit sondern auch eine große Leidenschaft.

Gab es eine besondere Begegnung, die dir in Erinnerung bleiben wird?

Ich werde mich an viele Begegnungen erinnern. Das Motto des Heiligenhofs heißt "Alles Leben ist Begegnung". Es fällt mir schwer, nur eine zu nennen. Die wichtigste ist die Zusammenarbeit mit meinem Betreuer Gustav Binder. Wir hatten ein freundschaftliches und kooperatives Verhältnis. Es existierte ein relativ großer Altersunterschied, der auch einige Schwierigkeiten brachte, die aber mit Geduld und Beharrlichkeit bewältigen ließen. Ich habe viele (praktische) Sachen von ihm gelernt.

Was nimmst du von der Stipendienzeit mit für deine Arbeit oder dein Engagement zu Hause?

Ich habe gute außerschulische Bildungsarbeit in Bad Kissingen erlebt, eine andere Art zu Lernen. Solche Einrichtungen der Bildung und des Dialogs möchte ich in meinem Heimatland aufbauen und habe mit der Vereinsgründung der "Eric-Voegelin-Gesellschaft", den ersten Schritt gemacht. Ich hoffe nun, Förderer zu finden, die mir helfen, den Weg weiter zu beschreiten.

Hat sich dein Verständnis von politischer Bildung durch die Stipendienzeit verändert?

Vor dem Stipendium hatte ich unklare Vorstellungen von "politischer Bildung". Ich dachte, dass man etwas über die politischen Parteien, die Herrschaftsformen und Systeme erfährt. Aber "politische Bildung", wie ich sie erlebt habe, bedeutet viel mehr. Es ist eine besondere Art zu lernen und mit anderen zu arbeiten. In einem Seminar in Hamburg habe ich die Bedeutung von "Betzavta", einem hebräischen Begriff, erfahren. In Bad Kissingen habe ich verstanden, dass "politische Bildung" sich an alle Altersklassen richtet. Es gibt viele Angebote für die Jugend, aber auch für Erwachsene. Ich habe mir nicht vorstellen können, dass ein 80-jähriger zu einem Wochenendseminar kommt, um etwas Neues zu erfahren. Politisches Interesse habe ich bislang nur bei Eliten, im universitären und akademischen Raum vermutet. Aber eine Gruppe von 70 interessierten Erwachsenen unterschiedlicher Bildung, Tätigkeit, Lebensalters, Herkunft, Wohnorts etc. vor sich zu haben, hat mich sehr beeindruckt.



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