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9.7.2015

"Die Chemie hat gestimmt!"

Evelyn Klöss aus Rumänien war 2014/2015 Stipendiatin bei der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW). Sie erzählt im Interview begeistert über ihr Projekt, eine deutsch-rumänische Jugendbegegnung zu den Themen Vielfalt, Diskriminierung und Minderheiten.

Evelyn KlössEvelyn Klöss (© bpb)
Was war ein Highlight deiner Stipendienzeit?

Mein absolutes Highlight war und ist bei weitem meine eigentliche Projektzeit – die zwei Wochen in Weimar und in Sibiu. Ich fand es fantastisch zu erleben, wie sich die rumänischen und deutschen Jugendlichen in der kurzen Zeit angefreundet haben und sich in lebhafte Diskussionen zu den vorgeschlagenen Themen gestürzt haben. Aber auch abseits der Seminare hat man viel Freude und Spaß der Jugendlichen gespürt: Die Chemie hat gestimmt. Besonders lustig fand ich den letzten Abend in Weimar, wo unsere jungen Teilnehmenden bis in der Früh rumänisch und türkisch getanzt haben!

Das ist jedoch nicht das einzige Highlight und ich bin schon sehr auf das Endprodukt unserer Arbeit gespannt: auf unsere Dokumentation und unseren Kurzfilm, sowie auf die Vorführung an den Schulen der Jugendlichen. Und wer weiß, vielleicht finden sich die Leute nächstes Jahr wieder und es gibt eine Fortsetzung des Projekts!

Was hat dich besonders herausgefordert?

„Romanian Affairs“ war mein erstes eigenes Projekt und deshalb wollte ich logischerweise dass „es perfekt wird“. Es hat mir sehr geholfen, dass ich mich ausnahmsweise mal nur auf eine Sache konzentrieren konnte. Eine besondere Herausforderung war es für mich zu lernen, wie ich ein bestimmtes Problem übermittle und den geeigneten Kanal dafür finde.

Es gab jedoch auch andere Faktoren: Ich musste lernen, zuzugeben, dass nicht alles in meiner Macht steht, wie zum Beispiel der Bahnstreik in Deutschland. Es war ein langes Warten, bis die Ersatzfahrpläne endlich da waren und wir gewusst haben … dass unser einziger Direktzug ausfallen wird! Schließlich hat aber alles sehr gut geklappt.

Außerdem war die Finanzierung des Projekts herausfordernd, da ich insgesamt etwa 6 Anträge gestellt habe, aber schlussendlich nur einer genehmigt wurde. Dieser eine war zum Glück ausreichend um das Projekt mit Hilfe des verfügbaren Betrags seitens der BpB und der Robert-Bosch-Stiftung zu finanzieren und es stattfinden zu lassen.

Gab es eine besondere Begegnung, die dir in Erinnerung bleiben wird?

Während der Rückbegegnung haben wir ein Dorf in der Nähe von Sibiu besucht, eine Siedlung von Roma. Die Kinder liefen uns sofort entgegen als wir angekommen sind und wichen uns bis zu der Abfahrt nicht von der Seite. Alle wollten fotografiert werden und waren sehr stolz darauf, uns ihr Dorf zeigen zu dürfen. Wir wurden unglaublich freundlich willkommen geheißen! Ein Junge hat uns sogar zu sich nach Hause eingeladen, wo wir seinen Vater kennenlernen durften. Zum Abschied haben wir im Dorf kleine Geschenke verteilt, die ihnen sichtlich Freude bereitet haben.

Was nimmst du von der Stipendienzeit mit für deine Arbeit oder dein Engagement zu Hause?

Mir war wichtig zu lernen, wie die Organisation eines Projekts abläuft. Das fängt beim Schreiben eines Antrags an, was dieser enthalten muss und worauf ich die Schwerpunkte lege. Meiner Meinung nach hat mein Betreuer, Markus Rebitschek, dabei genau das richtige Maß an Vertrauen in mich gefunden. Er hat mir genügend Freiraum für meine eigenen Ideen gelassen, wusste aber zur richtigen Zeit, wie er mich durch Rat oder durch einen präzisen Vorschlag auf den richtigen Weg führen konnte. Von ihm nehme ich auch ein Stück Geduld mit, die mir manchmal fehlt. Ich hätte nie damit gerechnet, ein so großes Projekt selbst auf die Beine stellen zu dürfen. Markus hat mir viel Selbstvertrauen gegeben und sich meinem Arbeitsstil sehr gut angepasst. Ich hatte immer das Gefühl, mich auf ihn verlassen zu können. Zusammenfassend nehme ich viel neues Wissen über Projektorganisation, insbesondere die Vor- und Nachbereitung eines Projekts, sowie auch die Abrechnung, mit. Ich weiß jetzt aber auch, was einen guten Betreuer ausmacht.

Hat sich dein Verständnis von politischer Bildung durch die Stipendienzeit verändert? Wenn ja, wie/warum?

Ich finde, mein Verständnis von politischer Bildung hat sich dadurch nicht grundlegend verändert, sondern viel mehr hat die Stipendienzeit das bestätigt, was ich mir darunter schon vorgestellt hatte.
Politische Bildung sollte zu einem Kernteil der Allgemeinbildung werden – so wie Geschichte, Kunst oder Literatur. Politische Bildung macht für mich den Unterschied zwischen einem Bewohner und einem Bürger.


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