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4.12.2008

Die Stipendiaten des Jahrgangs 2008/2009

Hier finden Sie die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Jahrgangs 2008/2009 des Hospitationsprogramms der bpb "Europa gestalten - Politische Bildung in Aktion".

Justyna BieniekJustyna Bieniek
"Politisch aktiv zu sein, widerspricht nicht den christlichen Werten, nach denen ich lebe, sondern folgt für mich aus diesen", erklärt Justyna Bieniek, die in Warschau Tourismusmanagement studiert. Sie ist der Meinung, dass man die Vereinbarkeit von katholischem Glauben und politischem Engagement stärker hervorheben sollte, um mehr junge Menschen zu politischen Aktivitäten anzuregen. "Ich würde gerne zeigen, dass das durchaus möglich ist. Auch die Stiftung Licht-Leben, bei der ich mich engagiere, setzt sich für die Verbindung von Glauben und Politik ein." Deshalb möchte sie in ihrem geplanten Projekt den Einfluss der Kirche auf das politische und soziale Handeln der Deutschen untersuchen. Für die Zukunft Polens hofft sie, dass viele Menschen die notwendigen Reformen zur Festigung der jungen Demokratie mittragen und sich vor allem junge Menschen gesellschaftlich stärker einbringen. "Wir brauchen einen Generationenwechsel in der Politik, damit junge, kompetente Menschen Verantwortung in unserer Gesellschaft übernehmen." Justyna Bieniek hospitiert im Haus am Dom in Frankfurt am Main.

Lívia BöröczLívia Böröcz
Lívia Böröcz hat Kulturmanagement an der Universität Pécs studiert und arbeitet jetzt im Kulturzentrum von Pécsvárad in Ungarn. Unter politikai képzés, politischer Bildung, versteht sie die Sozialisation der Menschen, ihre Bereitschaft zu partizipieren und die praktische pädagogische Arbeit zur Vermittlung von gesellschaftlichen Themen. "Als junge Kulturmanagerin und Jugendexpertin interessiert mich, wie man passive Jugendliche erreichen, ihre Begeisterung wecken und ihre lokale Identität stärken kann." Sie wünscht sich, dass der Begriff "Politik" in Ungarn bald verwendet werden kann ohne negative Assoziationen hervorzurufen. Ansonsten sieht sie keine großen Unterschiede, was die Einstellung der jüngeren Generation in West- und Osteuropa angeht. "Junge Menschen in Europa haben letztendlich die gleichen Probleme, Fragen und Wünsche. Deshalb brauchen wir eine gemeinsame Kultur, deren Schlüsselbegriffe Kreativität und Information sind." In ihrem Projekt sollen ungarische und deutsche Jugendliche mit ihren Interessensvertretungen im eigenen Land bekannt werden und sich bei einem Treffen gegenseitig darüber berichten. "Super wäre, wenn man dadurch eine verstärkte Zusammenarbeit der Jugendorganisationen erreichen könnte". Lívia Böröcz ist als Hospitantin bei der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte in Weimar tätig.


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    Andreea GhitaAndreea Ghita
    Andreea Ghita lehrt an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Craiova in Rumänien. Als die Revolution stattfand, war sie dreizehn Jahre alt. "Ich war Mitglied der sozialistischen Jugend und hatte nie wirklich begriffen warum es gerade Kinder sind unsere Zukunft hieß. Erst nach Ende des Kommunismus habe ich erfahren, dass die für Propagandazwecke genutzte Losung mit Inhalt gefüllt werden kann und jetzt der Moment ist sich dafür einzusetzen." Da sie im Bildungssystem tätig ist, möchte sie auch zur educaţie civică, zur politischen Bildung der Studierenden beitragen. "Die Zukunft gehört den Kindern, aber nur wenn sie lernen, dass es in einer Demokratie mit an ihnen liegt, sie zu gestalten". Dass man in Rumänien die Wahrheit über die eigene Geschichte und auch über die damit verbundenen Mythen und Bilder erfährt, ist ihr wichtig. "Außerdem wünsche ich mir, dass die Rumänen lernen, mit der neu entdeckten Vielfalt von menschlichen Daseinsformen und Lebenseinstellungen umzugehen und diese zu schätzen." Andreea Ghita hospitiert bei der Organisation Arbeit und Leben in Mecklenburg-Vorpommern. Ihre Projektidee besteht darin, die Kinder- und Jugendfürsorge in Rumänien vor und nach der Wende darzustellen. Sie möchte zeigen, wie die Demokratisierung in ganz verschiedenen Lebensbe-reichen für Veränderungen sorgt.

    Renata GryczRenata Grycz
    "In meiner Gemeinde haben bei den letzten Kreiswahlen, das war im Juni 2005 nur etwa 25% der Wahlberechtigten abgestimmt - um etwas zu verändern, müssen sich einfach mehr Menschen beteiligen!", fordert Renata Grycz aus Konary, einem Dorf in Niederschlesien. Sich für ein gemeinsames Ziel einzusetzen, ist es, was sie so fasziniert hat, dass sie sich nach ihrem Ökologiestudium nun vor allem mit obywatelskie wyksztalcenie, der gesellschaftlichen Bildung, beschäftigt. Für die Zukunft ihres Landes wünscht sie, dass sich der Abstand zwischen arm und reich innerhalb der Bevölkerung sowie die Distanz zu anderen Nationen verringern lassen. "Es würde mich freuen, in ein paar Jahren ein offeneres und toleranteres Polen vorzufinden." In ihrem Projekt Integration durch Kommunikation werden sich multinationale Gruppen zusammen mit den nationalen Symbolen ihrer Länder auseinandersetzen. Durch das gemeinsame Arbeiten kommen die Teilnehmenden ins Gespräch und tauschen sich über Eigen- und Fremdbilder ihrer Nationen aus. Renata Grycz hospitiert im Institut für Migrations- und Aussiedlerfragen am St. Hedwig Haus in Oerlinghausen.


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    Hana FrankováHana Franková
    Nach ihrem Jurastudium begann Hana Franková in einem Verein für Flüchtlingshilfe in Prag zu arbeiten. Immer wieder ist sie Personen begegnet, die ein ganz anderes Leben führen als die übrige Bevölkerung und deshalb mit vielen Vorurteilen zu kämpfen haben. "Die Mehrheitsgesellschaft weiß meistens zu wenig über Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund oder abweichenden Lebenskonzepten. Politische Bildung bedeutet für mich deshalb vor allem, Informationen über das Leben von Minderheiten zur Verfügung zu stellen." Výchova k občanskému vnímaní, Erziehung zum bürgerlichen Bewusstsein, würde Hana das, was sie unter politischer Bildung versteht, ins Tschechische übersetzen. "Wir brauchen fortschrittlichere Asyl- und Adoptionsgesetze in Tschechien", fordert sie mit Nachdruck. Das Projekt, das sie während ihres Aufenthalts in Deutschland realisieren möchte, erzählt die Lebensgeschichten von Flüchtlingen und Migranten in Deutschland und Tschechien. Hana Franková ist als Hospitantin im Anne Frank Zentrum in Berlin tätig.


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    Magdaléna HovancováMagdaléna Hovancová
    Da ihre Familie in der slowakischen Untergrundkirche aktiv war, erfuhr Magdaléna Hovancová schon als Kind, wie Politik sich auf das eigene Leben auswirkt. "Die Umbrüche in Mittel- und Osteuropa 1989/90 und die darauf folgende Teilung meines Landes habe ich in einem Alter erlebt, in dem man beginnt zu überlegen, was diese Veränderungen bedeuten", antwortet sie nach längerem Überlegen auf die Frage nach dem persönlichen Grund ihres Interesses an politischer Bildung. Politické vzdelávanie, wie sie politische Bildung auf Slowakisch nennen würde, ist auch Bestandteil ihrer Arbeit an der privaten Hochschule Academia Rerum Civilium in Kolin, Tschechien. "Für die Slowakei wünsche ich mir, dass sich das Land noch mehr öffnet und es in Zukunft mehr Austausch mit anderen Ländern geben wird". Ihre Projektidee, die tschechische und slowakische Sicht auf Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus und des Kommunismus zu vergleichen, hat auch mit ihrer persönlichen Erfahrung mit der jüngeren Geschichte zu tun. Magdaléna Hovancová hospitiert beim Verein Brücken in die Zukunft in Mindelheim.

    Martin IvanovsMartin Ivanovs
    Martin Ivanovs Interesse an Politik wurde geweckt, als er in seiner Heimatstadt Ruse (Bulgarien) Demonstrationen gegen die jahrelange Luftverschmutzung einer Chemiefabrik im benachbarten Giurgiu (Rumänien) miterlebte. Aus diesen Protesten ging später die bulgarische Opposition hervor, die sich mit ihrem Programm gegen die Herrschaft der kommunistischen Partei richtete. "Während der ersten Wahlen 1990 spaltete sich meine Klassengemeinschaft in Befürworter der kommunistischen Partei und Anhänger des oppositionellen, bürgerlichen Lagers. Es wurde viel und heftig diskutiert und fast alle meiner Mitschüler waren damals für die kommunistische Partei", erzählt Martin, der mittlerweile für die Internationale Elias Canetti Gesellschaft in Ruse arbeitet. Politische Bildung ist in Bulgarien eher als bürgerliche oder gesellschaftliche Bildung bekannt, also als grazhdansko obrazovanie. Für die Zukunft hofft er, dass die Menschen in Bulgarien mehr über sich selbst herausfinden, über ihre Stärken und Schwächen, und dadurch selbstbewusster, offener und toleranter auftreten. Sein Projekt mit dem Titel Arme Länder in Europa? Starke Impulse aus Bulgarien und Rumänien soll Vorurteile über die zwei neuen EU-Mitglieder abbauen und über die ge-genwärtige Situation in den beiden Ländern informieren. Martin Ivanov ist als Hospitant im Haus am Maiberg in Heppenheim tätig.


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    Marta KurekMarta Kurek
    Marta Kurek war vor der ersten EU-Osterweiterung an der Gründung einer Schülergruppe an ihrem Gymnasium in Posen beteiligt. "Wir wollten vor allem Wissen über die Europäische Union in den Jahren vor dem Beitritt vermitteln, um damit die in Polen weit verbreitete Angst vor dem Beitritt zu nehmen", sagt Marta, die sich nach ihrem Abitur als Freiwillige in einem Workcamp der Gedenkstätte Buchenwald engagierte. Seit Beginn ihres BWL-Studiums ist sie in dem Verein Jeden Świat aktiv, dessen Ziel die Förderung der edukacja obywatelska (politische Bildung) ist. Für die Zukunft Polens wünscht sie sich, dass die letzte Regierung für die junge Demokratie Erfahrung genug war und eine hohe Beteiligung an Parlamentswahlen in Zukunft zur Norm wird. "Das Bewusstsein für politische Bildung muss in Polen wachsen. Dafür müssen sich zum einen die Einstellungen innerhalb der Bevölkerung ändern, zum anderen sollten mehr Einrichtungen für politische Bildung mit fest angestellten Mitarbeitern geschaffen werden. Nur so kann eine bessere Qualität der Bildungsangebote erreicht werden." Während ihrer Hospitation bei der Landeszentrale für politische Bildung in Erfurt möchte Marta Kurek unter dem Titel Polnischer Mai in Thüringen in verschiedenen Schulen Projekttage mit interaktiven Workshops zu Polen veranstalten.


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    Daniel MikeczDaniel Mikecz
    Daniel Mikecz studierte Politikwissenschaften in Budapest und Berlin und schreibt gerade an seiner Promotion. Aktív állampolgári nevelés, so würde er politische Bildung im Ungarischen nennen, ist für ihn der praktische Teil der politischen Wissenschaft. "Die Menschen in Ungarn sollen erfahren, dass es überhaupt so etwas wie politische Bildung gibt und dass es dabei um eine für sie selbst positive Sache geht. Nämlich die Zusammenhänge in ihrem eigenen Land und in Europa besser nachvollziehen und dadurch politische Prozesse beeinflussen zu können." Er wünscht sich, dass ein stabiles, institutionalisiertes Netzwerk von Akteuren der politischen Bildung in Ungarn aufgebaut wird. In seinem Projekt Datenschutz und Verbraucherbewusstsein in Ungarn möchte er die Datenschutzpraxis von Firmen und die gesellschaftliche Debatte darüber erforschen und in einer Ausstellung präsentieren. Daniel Mikecz hospitiert beim DGB Bildungswerk in Hattingen.


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    Anikó NémethAnikó Németh
    Anikó Németh verbrachte nach ihrem Studium ein Jahr als Freiwillige in einer Schule für behinderte Kinder und Jugendliche in Deutschland. "Besonders beeindruckt haben mich die Projekte, in denen versucht wurde, behinderte Menschen in das gesellschaftliche Leben stärker zu integrieren." Sie möchte, dass ehrenamtliches Engagement auch in Ungarn nicht die Ausnahme bleibt und arbeitet deshalb in ihrer Freizeit bei der Hungarian Volunteer Sending Foundation. "Was wir brauchen, um Lösungen für drängende Fragen zu bekommen, ist eine 'global education'. Die Welt mit anderen Augen sehen zu können, andere Perspektiven überhaupt erst wahrzunehmen, ist eine Voraussetzung dafür. Ich hoffe, dass diese Entwicklung nicht abreißt." Der Begriff politische Bildung kann ihrer Meinung nach nur schwer ohne Bedeutungsverschiebung ins Ungarische übersetzt werden. Da Aniko Nemeth ihre Diplomarbeit in Gender Studies geschrieben hat, sieht sie ihre Hospitanz bei der FAM Frauenakademie in München als eine gute Gelegenheit, die theoretische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen durch praktische Bildungsarbeit zu ergänzen. In ihrem Projekt beschäftigt sie sich mit Ungarns Platz in Europa nach 1989.

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    NECE is an initiative for networking citizenship education in Europe.The initiative´s chief goal is to promote the Europeanisation of citizenship education, and to contribute to the creation of a European general public.

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