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Perspektivwechsel Asien

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Globalisierung ist stets auch ein Perspektivwechsel. Ob die Globalisierung von einem Menschen als positiv erachtet wird oder er darin eher Risiken als Chancen erkennt, ist von seinen konkreten Erfahrungen abhängig und davon, wo er lebt und was er besitzt.

Der Begriff Asien ist im Grunde irreführend, da sich diese Weltregion durch ausgesprochen heterogene Kulturen sowie wirtschaftliche Entwicklungsniveaus und -pfade auszeichnet. Diese Vielfältigkeit führt auch zu sehr unterschiedlichen Wahrnehmungen von Globalisierung. So empfinden einige Länder und Menschen die Globalisierung als eine sehr positive Entwicklung, die ihnen neue Chancen der Entwicklung und eines besseren Lebensstandards ermöglicht hat. Eine eindrucksvolle Entwicklung ist etwa die im Zusammenhang mit der Öffnung Chinas und Indiens zu verzeichnende Verminderung der Armut. Dennoch hat die Globalisierung für rund eine Milliarde Menschen in der Region so gut wie keinen Vorteil oder sogar spürbare Nachteile gebracht. Globalisierungskritiker verweisen diesbezüglich etwa auf einen wachsenden Konkurrenzdruck durch subventionierte Agrarprodukte aus Nordamerika, Europa und Japan in einigen Ländern die Landwirte um ihre wirtschaftliche Existenz gebracht hätten. Auch die Abhängigkeit von ausländischen Anlegern und Investoren wird als problematisch gesehen. Ein thailändischer Teilnehmer, der an einer Konsultation der ILO zu den Perspektiven der Globalisierung teilnahm, bezeichnete die drastische Umkehr der Kapitalströme während der asiatischen Krise 1997-98 als eine "unverhältnismäßige Strafe für die begangenen Sünden". In anderen Ländern der Region wird die Globalisierung, wie etwa in den ILO-Gesprächsrunden auf den Philippinen hervorgehoben wurde, häufig als "viel Gerede von Märkten, aber in Wirklichkeit kaum Zugang zu ihnen, viel Gerede von Arbeitsplätzen, die jedoch woanders zu finden sind, und viel Gerede von einem besseren Leben, aber nur für andere", wahrgenommen.

China

In China, das nicht zuletzt wegen seiner Orientierung auf den Weltmarkt über die letzte Dekade jährliche Wachstumsraten von durchschnittlich rund neun Prozent erreicht hat, werden die Möglichkeiten und Gewinne der Globalisierung bedeutend größer eingeschätzt, als ihre Gefahren. Auch wenn die politische Entwicklung Chinas nach wie vor in der Hand der Kommunistischen Partei liegt, hat das Land über die letzen zweieinhalb Jahrzehnte eine rasante Entwicklung hin zu einer Marktwirtschaft unternommen. Je nach Quelle und Berechnungsart werden in China heute zwischen 35 und 60 Prozent der Wirtschaftsleistung von privaten Unternehmen erwirtschaftet – in einigen Landesteilen sind es sogar bis zu 80 Prozent. Die Globalisierung hat in den Augen vieler Chinesen das Wirtschaftswachstum und die Produktivität der Industrie gesteigert und China dabei geholfen, sich der größten Aufgabe des Landes zu stellen: der Beschäftigung. Auf der anderen Seite wird aber auch wahrgenommen, dass die Globalisierung traditionelle Existenzformen in der Landwirtschaft gefährdet, das traditionelle System der sozialen Sicherheit verändert und Ungleichheiten zwischen Stadt und Land und zwischen einzelnen Regionen verstärkt. Einige multinationale Investitionen förderten die Zerstörung der Umwelt und bewirkten den Druck, billigere und flexiblere Arbeitskräfte einzusetzen, um konkurrenzfähig bleiben zu können – denn auch in China gibt es bereits ersten Produktionsverlagerungen an "billigere Standorte". Als Verbraucher schätzten die Menschen in China niedrige Preise und hochwertige Waren und Dienstleistungen, als Arbeitnehmer jedoch wünschten sie bessere und sicherere Arbeitsmöglichkeiten.

Indien

In Indien ist die Ambivalenz der Globalisierung noch deutlich stärker zu sehen, als in China. Es hat hier sowohl Gewinner und Verlierer gegeben. Das Leben der Gebildeten und der Wohlhabenden ist durch die Globalisierung bereichert worden. Besonders profitiert hat der Sektor der Informationstechnologie. Aber für die Mehrheit der indischen Bevölkerung hat es keine Gewinne gegeben, und für die Verlierer – die sozial Schwachen und die Armen auf dem Land – sind nach Auffassung vieler neue Risiken entstanden. Zahlreiche "nicht ewig" Arme, die hart gearbeitet hätten, um der Armut zu entkommen, erlebten, wie ihre Erfolge zunichte gemacht würden. Mehrere Gesprächsteilnehmer der ILO-Konsultationen zu den Perspektiven der Globalisierung äußerten die Befürchtung, dass die Globalisierung Werte wie Demokratie und soziale Gerechtigkeit verwässern könnte. Die Macht verlagere sich von gewählten lokalen Institutionen zu transnationalen Organen, die niemandem Rechenschaft schuldig seien. Westliche Vorstellungen, die die globalen Medien beherrschten, entsprächen häufig nicht den Betrachtungsweisen der Menschen in Indien; sie förderten den Konsumismus inmitten extremer Armut und bedrohten die kulturelle und sprachliche Vielfalt.

Bearbeitet nach: Eine Faire Globalisierung – Chancen für alle schaffen, Abschlussbericht der ILO-Weltkommission für die soziale Dimension der Globalisierung, 2004, S. 14 ff.

Fussnoten