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27.6.2012

Ziele einer "globalen Sozialpolitik"

Die UN Millenium-Entwicklungsziele

Im September 2000 verabschiedeten 189 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen, darunter Deutschland, die sogenannte Millenniumserklärung. Darin wurden die wichtigsten Herausforderungen für die Weltgemeinschaft zu Beginn des neuen Jahrtausends genannt und eine Liste mit acht verbindlichen Zielen verabschiedet. Die sog. Millenniums-Entwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDG) sind verbindliche Ziele und machen klare zeitliche und inhaltliche Vorgaben machen. Das Hauptziel ist dabei die Halbierung der weltweiten Armut bis zum Jahr 2015. Werden die UN-Mitgliedstaaten ihr Versprechen halten können?

"Wir sind uns bewusst, dass neben unseren eigenen Verantwortlichkeiten gegenüber unserer jeweiligen Gesellschaft, wir eine kollektive Verantwortung haben, die Grundsätze der Menschenwürde, Gleichheit und Gerechtigkeit auf globaler Ebene zu bewahren. Als politische Führer haben wir daher eine Pflicht gegenüber allen Bürgern der Welt, insbesondere den Schwächsten und vor allem den Kindern der Welt, denen die Zukunft gehört." UN Millenniumserklärung (2000)

Die Millenniumserklärung fasst die Herausforderungen in vier Handlungsfeldern zusammen:
  • Frieden, Sicherheit und Abrüstung
  • Entwicklung und Armutsbekämpfung
  • Schutz der gemeinsamen Umwelt
  • Menschenrechte, Demokratie und gute Regierungsführung.
Zur Umsetzung der Millenniumserklärung wurde eine Liste mit internationalen Entwicklungszielen erarbeitet. Diese Millennium-Entwicklungsziele wurden in rund 50 Unterzielen konkretisiert und sollen bis 2015 erreicht werden. Wenn dies gelingt, so schätzen die Vereinten Nationen, würden 500 Millionen Menschen weniger in Armut leben, 250 Millionen Menschen müssten nicht mehr an Hunger leiden, 350 Millionen Menschen würden Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und 650 Millionen Menschen könnten medizinische Grundversorgung in Anspruch nehmen.

Die acht "Millenniumsziele" im Überblick:
  1. Halbierung der extremen Armut und des Hungers bis zum Jahr 2015
    Halbierung des Anteils der Menschen, deren Einkommen weniger als 1 US Dollar pro Tag beträgt und des Anteils der Menschen, die Hunger leiden bis 2015 (Basisjahr 1990)
  2. Verwirklichung der allgemeinen Primarschulbildung
    Ermöglichen einer Primarschulbildung für alle Kinder dieser Welt bis zum Jahre 2015
  3. Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und der Stellung der Frau
    Beseitigung des Geschlechtergefälles in der Primar- und Sekundarschulbildung, wenn möglich bis 2005 und auf allen Bildungsebenen bis spätestens 2015
  4. Senkung der Kindersterblichkeit
    Senkung der Sterblichkeitsrate von Kindern unter 5 Jahren um zwei Drittel bis zum Jahr 2015 (Basisjahr 1990)
  5. Verbesserung der Gesundheit von Müttern
    Senkung der Müttersterblichkeitsrate um drei Viertel bis zum Jahr 2015 (Basisjahr 1990)
  6. Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen Krankheiten
    Eindämmung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten bis 2015
  7. Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit
    Integration der Grundsätze nachhaltiger Entwicklung in einzelstaatliche Politiken und Programme sowie die Umkehrung des Verlusts von Umweltressourcen; Halbierung des Anteils der Menschen, die keinen Zugang zu hygienischem Trinkwasser haben bis 2015; Verbesserung der Lebensbedingungen von mindestens 100 Millionen Slumbewohnern bis 2020
  8. Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft
    Unter anderem Weiterentwicklung eines offenen, regelgestützten, berechenbaren und nichtdiskriminierenden Handels- und Finanzsystems; Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse der am wenigsten entwickelten Länder; umfassende Bearbeitung der Schuldenprobleme der Entwicklungsländer; Erarbeitung und Umsetzung von Strategien zur Beschaffung menschenwürdiger und produktiver Arbeit für junge Menschen; Verfügbarkeit von erschwinglichen und unentbehrlichen Arzneimitteln in den Entwicklungsländern durch Zusammenarbeit mit den Pharmaunternehmen; Nutzung der Vorteile neuer Technologien, insbesondere der Informations- und Kommunikationstechnologien, in den Entwicklungsländern.
Bereits seit der ersten Zwischenbilanz, die im September 2005 von den Unterzeichnerstaaten auf einer Konferenz der Vereinten Nationen in New York vorgelegt wurde, ist sichtbar geworden, dass sich die ehrgeizigen Ziele in einigen Ländern wohl nicht alle bis zum Jahr 2015 verwirklichen lassen. Wie es aktuell um die Erreichung der Ziele steht, kann man dem jährlichen "Millennium Development Goals Report" entnehmen. So schlussfolgert der 2011-Bericht, dass obwohl spürbare Fortschritte zu verzeichnen seien, es eine große Herausforderung bleibe, bis 2015 alle Ziele zu erreichen, vor allem weil es an Fortschritten bei den Ärmsten und Schwächsten mangele. Mehr Informationen finden sich auf der speziellen UN-Website für die Millennium-Entwicklungsziele.


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