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Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik
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Selbständigenverbände |

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Wolfgang Schroeder
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3. Bundesverband der freien Berufe |
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Der 1949 gegründete BFB geht auf eine Initiative der westdeutschen Ärztekammern zurück, die bis auf den heutigen Tag einen maßgeblichen Einfluss auf die Verbandspolitik haben. Der wirtschaftliche Hintergrund der freien Berufe: Etwa jeder fünfte Selbständige in D ist mittlerweile als Freiberufler tätig. In 2001 gab es rund 739.000 Freiberufler. Zwischen 1978 und 1999 ist ihr Anteil an allen Selbständigen von 12,8% auf über 18% gestiegen. Die ca. 739.000 selbständigen Freiberufler beschäftigen knapp 2 Millionen Arbeitnehmer, davon rund 162.000 Auszubildende. Seit 1977 ist die Gesamtzahl der Erwerbstätigen in den Freien Berufen um 160% gestiegen.
Der BFB ist ein Dachverband, der in Landesverbände und Berufsgruppen gegliedert ist; dazu gehören: Den nach wie vor größten Bereich bilden die Vertreter der Heilberufe - also Ärzte, Zahnmediziner, Tierärzte, Apotheker und Therapeuten aller Art, die zweitgrößte Gruppe die rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden Berufe. Im Bereich der technischen Freien Berufe sind die Architekten und Beratenden Ingenieure am stärksten vertreten. Die vierte Gruppe schließlich stellen die Angehörigen der Freien Kulturberufe. Inhaltlich werden Serviceleistungen im Bereich des Steuer- und Berufsrechts, der Sozialpolitik und in Ausbildungsfragen angeboten. Mit Bezug auf ihre Rolle als Träger des dualen Ausbildungssystems ist es dem BFB auch gelungen, eine Mitwirkung in der Selbstverwaltung der Bundesanstalt für Arbeit zu erreichen. Auf der arbeitsmarktpolitischen Ebene engagierte sich der Verband besonders für die Wiedereinführung der Minijobs und gegen das Gesetz zur Scheinselbständigkeit. Der BFB lässt sich als Service- und Öffentlichkeitsakteur sowie als institutionalisierter Gesprächskreis der freien Berufe charakterisieren. Besonders deutlich sind inhaltliche Übereinstimmungen mit den ärztlichen Standesorganisationen, die den Verband nach wie vor maßgeblich prägen.
Quelle: Andersen, Uwe/Wichard Woyke (Hg.): Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. 5., aktual. Aufl. Opladen: Leske+Budrich 2003. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2003.
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10. Februar 2012
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Schichtung
Gesellschaften sind durch soziale Ungleichheit gezeichnet und verfügen daher über eine bestimmte soziale Struktur oder eine bestimmte soziale Zusammensetzung... |
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