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Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik
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CDU - Christlich Demokratische Union Deutschlands |

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Josef Schmid
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1. Historische und ideologische Wurzeln |
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Die CDU versteht sich als interkonfessionelle, klassenübergreifende Partei, ja, sie wird geradezu als "Prototyp einer Volkspartei" (P. Haungs 1992) beschrieben. Eine ihrer Wurzeln liegt aber im politischen Katholizismus des 19. Jhs. In den Auseinandersetzungen mit den Ideen der Aufklärung, den Prozessen der Nationenbildung und der (allmählichen) Demokratisierung sind im Laufe der Zeit verschiedene katholische Zirkel und Fraktionen entstanden, die sich im Jahr 1870 zur Zentrumspartei vereinigt haben. Der "Kulturkampf", den Bismarck geführt hatte, verstärkte das sozialmoralische Milieu und die davon ausgehende politische Bewegung. Sie umfasste neben der Partei auch christliche Gewerkschaften sowie ein breites Spektrum sozialer und religiöser Vereinigungen. Gleichwohl war das Zentrum keine klerikale Partei, sondern schon im Kaiserreich bemüht, aus dem "Turm" von ca. 20% Wähleranteil auszubrechen und eine Integration breiter sozialer Schichten zu betreiben. Wichtige ideologische Impulse haben dabei die katholische Soziallehre und v.a. das darin begründete Subsidiaritätsprinzip geliefert (G. Rüther 1984).
Diese Traditionslinien, aber ebenso die in ihrer Bedeutung für die Parteientwicklung nicht zu unterschätzenden Erfahrungen mit den Katastrophen der deutschen Geschichte, prägen auch die moderne CDU. In der Gründungsphase nach 1945 sind dann politisch-soziale Elemente des Protestantismus, des Konservatismus und des (Ordo-)Liberalismus hinzugekommen. Dieses Selbstverständnis spiegelt nicht zuletzt der Name "Union" wider (H.-O. Kleinmann 1993).
Quelle: Andersen, Uwe/Wichard Woyke (Hg.): Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. 5., aktual. Aufl. Opladen: Leske+Budrich 2003. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2003.
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09. Februar 2012
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