PDF Version (130 KB) Fakten
Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit rauchen in Deutschland rund 33 Prozent der Erwachsenen. Bei den Jugendlichen reduzierte sich der Anteil der Raucher zwischen 2001 und 2007 von 28 auf 18 Prozent. Das durchschnittliche Einstiegsalter in den Zigarettenkonsum liegt gegenwärtig bei etwa 13 Jahren (Mikrozensus 2005: Männer: 14,9 Jahre; Frauen: 14,7 Jahre). Jährlich sterben an den direkten Folgen des Rauchens etwa 140.000 Menschen; hinzu kommen 3.300 Passivraucher.
Neben Tabak werden noch andere "Alltagsdrogen" und auch illegale Drogen konsumiert. Bei mehr als 9,5 Millionen Menschen ist der bestehende Alkoholkonsum "gesundheitlich riskant". Mindestens 1,3 Millionen Personen gelten als alkoholabhängig; nur etwa 10 Prozent unterziehen sich einer Therapie. Die volkswirtschaftlichen Kosten alkoholbezogener Krankheiten werden auf mehr als 20 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Jährlich sterben etwa 42.000 Personen direkt (durch Alkoholmissbrauch) oder indirekt (unter anderem durch alkoholbedingte Unfälle) an den Folgen des Alkoholkonsums.
Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass etwa 20 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren regelmäßig Alkohol trinken. Zwischen 2000 und 2006 stieg die Zahl der wegen einer akuten Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingelieferten 10 bis 20-Jährigen von 9.500 auf 19.500. Die größte Gruppe waren mit 54 Prozent männliche Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren. Die Anzahl der 10 bis 15-Jährigen lag 2006 bei 3.300 – das waren zwar 4 Prozent weniger als im Vorjahr, aber 51 Prozent mehr als im Jahr 2000.
Weiter gelten in Deutschland 1,4 bis 1,5 Millionen Menschen als medikamentenabhängig, davon 70 Prozent Frauen. Ein ganz überwiegender Teil der Betroffenen ist von Benzodiazepinen abhängig – also von Medikamenten, mit denen unter anderem Schlafstörungen, Angstzustände sowie innere Unruhe und Anspannungen behandelt werden. Anders als Drogen- der Alkoholsucht verläuft die Abhängigkeit von Medikamenten meistens unauffällig und diskret.
Der Konsum von illegalen Drogen ist in den letzten Jahren insgesamt rückläufig. Während bei einer Erhebung im Jahr 2003 noch 3,9 Prozent der 18 bis 59-Jährigen innerhalb des letzten Monats Drogen konsumiert hatten, waren es 2006 2,7 Prozent. Auch bei den Personen dieser Altersgruppe, die im Vorjahr mindestens einmal Drogen genommen hatten, sind die Werte zwischen 2003 und 2006 von 7,3 auf 5,4 Prozent gesunken.
Von den illegalen Drogen wird am häufigsten Cannabis konsumiert. Allerdings sank die Zahl der 14 bis 17-Jährigen, die zumindest einmal im Leben Haschisch oder Marihuana probiert haben, zwischen 2004 und 2007 von 22 auf 13 Prozent. Die Zahl der regelmäßigen Konsumenten von Cannabis ist dagegen kaum gesunken: Von den 14 bis 17-Jährigen konsumieren seit 1993 etwa 2 bis 3 Prozent regelmäßig Cannabis, bei den 18 bis 64-Jährigen sind es 2,2 Prozent. Von den rund zwei Millionen Cannabis-Konsumenten weisen etwa 380.000 einen missbräuchlichen und 220.000 einen abhängigen Konsum auf. Die Zahl der bis 29-Jährigen, die in Beratungsstellen wegen ihres Cannabisproblems betreut werden, erhöhte sich zwischen 2001 und 2006 von rund 8.400 auf knapp 21.500.
Im Vergleich zu Cannabis werden andere illegale Drogen nur in geringem Ausmaß konsumiert. Schätzungen des IFT gehen von 250.000 bis 300.000 Konsumenten illegaler Drogen (ohne Cannabis) aus. Davon gelten 175.000 Personen als abhängig. Im Jahr 2007 verstarben 1.394 Menschen nach dem Konsum von illegalen Drogen – das ist ein Anstieg um 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von 2000 bis 2006 war die Zahl der Drogentoten hingegen rückläufig. Die Zahl der erstauffälligen Konsumenten so genannter harter Drogen sank zwischen 2004 und 2007 kontinuierlich um insgesamt 4 Prozent auf 18.620 Personen.
Neben den stoffgebundenen Süchten gibt es auch die nicht-stoffgebundenen Süchte wie zum Beispiel Spiel- oder Esssucht. Zum pathologischen Glücksspiel gibt es nur wenige repräsentative Daten. Vor dem Hintergrund der Therapienachfrage wird die Anzahl der pathologischen Spieler auf 110.000 bis 180.000 geschätzt. Essstörungen und damit verbundene schwere Erkrankungen wie Magersucht (Anorexie), Ess-Brech-Sucht (Bulimie) und Fettsucht (Adipositas) nehmen in Deutschland stark zu.
Bei Magersucht liegt die Neuerkrankungsrate von Frauen zwischen 0,5 und 1 Prozent. Etwa 5 bis 15 Prozent der Betroffenen sterben. Von einer Ess-Brech-Sucht sind schätzungsweise 2 bis 4 Prozent der Bevölkerung betroffen. Laut Mikrozensus waren im Jahr 2005 Frauen wesentlich häufiger untergewichtig als Männer (4 gegenüber 1 Prozent). Frauen im Alter von 18 und 19 Jahren waren sogar zu 14 Prozent untergewichtig, 20 bis 24-Jährige zu 11 Prozent.
Von den 18 bis 79-Jährigen sind rund 67 Prozent der Männer und rund 53 Prozent der Frauen übergewichtig (Mikrozensus 2005: Männer: 57,9 Prozent; Frauen: 41,5 Prozent); darunter 17 bis 19 Prozent adipöse Männer und 20 bis 22 Prozent adipöse Frauen (Mikrozensus 2005: Männer: 14,4 Prozent; Frauen: 12,8 Prozent).
Nach Angaben des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys KiGGS leidet mehr als jedes fünfte Kind zwischen 11 und 17 Jahren unter Symptomen einer Essstörung – Mädchen fast doppelt so häufig wie Jungen (29 gegenüber 15 Prozent). Während von Kindern und Jugendlichen mit einem hohen sozialen Status 16 Prozent auffällig sind, steigt der entsprechende Anteil bei mittlerem bzw. niedrigem Sozialstatus auf 21 bzw. 28 Prozent. Neben anderen Symptomen sind insgesamt 15 Prozent der 3 bis 17-Jährigen übergewichtig (knapp 2 Mio. Personen). Davon leiden 6,3 Prozent unter Adipositas (rund 800.000).
Datenquelle
Statistisches Bundesamt: Rauchgewohnheiten der Bevölkerung (PDF-Version: 250 KB); Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Bundesministerium für Gesundheit: Drogen und Suchtbericht 2008 (PDF-Version: 1.120 KB)

Dieser Text ist unter der Creative-Commons-Lizenz
by-nc-nd/2.0/de lizenziert.
Rauchgewohnheiten
Nach Altersgruppen und Geschlecht, Anteile in Prozent, 2005*
| Alter von ... bis unter ... Jahren |
Raucher |
darunter: regelmäßig |
darunter: stark |
Durchschnittliches Alter des Rauchbeginns, in Jahren |
Anteile an allen Männern, in Prozent |
| 15 bis 20 |
25,5 |
20,1 |
0,9 |
14,6 |
| 20 bis 25 |
44,6 |
38,1 |
3,4 |
15,3 |
| 25 bis 30 |
43,8 |
37,6 |
5,3 |
15,9 |
| 30 bis 35 |
41,3 |
36,1 |
6,5 |
16,1 |
| 35 bis 40 |
40,8 |
35,9 |
7,8 |
16,1 |
| 40 bis 45 |
41,4 |
36,6 |
8,8 |
16,2 |
| 45 bis 50 |
40,4 |
35,9 |
9,2 |
16,2 |
| 50 bis 55 |
35,1 |
31,0 |
7,6 |
16,7 |
| 55 bis 60 |
30,5 |
26,7 |
6,5 |
17,0 |
| 60 bis 65 |
23,1 |
19,9 |
4,1 |
17,4 |
| 65 bis 70 |
16,8 |
14,4 |
2,4 |
17,8 |
| 70 bis 75 |
13,4 |
11,3 |
1,5 |
17,7 |
| 75 und mehr |
9,3 |
7,6 |
0,7 |
17,8 |
| zusammen |
32,2 |
27,9 |
5,3 |
16,6 |
| |
Anteile an allen Frauen, in Prozent |
|
| 15 bis 20 |
21,5 |
16,8 |
0,7 |
14,2 |
| 20 bis 25 |
35,8 |
29,7 |
1,8 |
15,1 |
| 25 bis 30 |
32,5 |
26,5 |
2,3 |
15,7 |
| 30 bis 35 |
29,1 |
24,2 |
2,6 |
16,5 |
| 35 bis 40 |
31,2 |
26,4 |
3,3 |
16,4 |
| 40 bis 45 |
33,6 |
28,5 |
3,7 |
16,5 |
| 45 bis 50 |
32,4 |
27,8 |
3,6 |
16,9 |
| 50 bis 55 |
26,6 |
22,9 |
3,2 |
17,7 |
| 55 bis 60 |
20,8 |
17,8 |
2,2 |
18,7 |
| 60 bis 65 |
14,7 |
12,2 |
1,4 |
20,1 |
| 65 bis 70 |
9,5 |
7,9 |
0,7 |
21,6 |
| 70 bis 75 |
6,8 |
5,5 |
0,4 |
22,6 |
| 75 und mehr |
4,0 |
3,1 |
0,2 |
22,0 |
| zusammen |
22,4 |
18,8 |
2,0 |
17,4 |
* insgesamt machten 84,2 Prozent der Befragten Angaben über die Rauchgewohnheiten.
Quelle: Statistisches Bundesamt: Rauchgewohnheiten der Bevölkerung
|
 |