Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)

Staatspartei der DDR, die 1946 in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) durch den Zusammenschluss der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) entstand, und zwar unter dem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht und gegen den teilweise erbitterten Widerstand der SPD.

Die Organisation der SED folgte dem Prinzip des »demokratischen Zentralismus« (absolute Verbindlichkeit der Beschlüsse höherer Ebenen gegenüber den unteren) und war vollkommen hierarchisch. Die wichtigsten Organe der SED waren:

1. der seit 1971 alle fünf Jahre zusammentretende Parteitag,

2. das von ihm gewählte Zentralkomitee (ZK, politische Elite der DDR). Das ZK wiederum wählte

3. die Mitglieder des Sekretariats des ZK (u. a. Aufgabe der »Durchführung und Kontrolle der Parteibeschlüsse« mithilfe eines Apparates von mehr als 2.000 Mitarbeitern in rund 40 Abteilungen und Arbeitsgruppen),

4. die Mitglieder des Politbüros des ZK (tagte wöchentlich, 1989 21 Mitglieder und fünf Kandidaten) und

5. den Generalsekretär des ZK (W. Ulbricht, seit 1971 E. Honecker).

Die Struktur der Zentralebene wiederholte sich auf Bezirks- und Kreisebene. Die SED war nach dem Territorial- und dem Produktionsprinzip aufgebaut. Es gab Untergliederungen der Partei sowohl in den Bezirken und Kreisen als auch in Industriebetrieben, Massenorganisationen und staatlichen Einrichtungen.

Die SED beherrschte Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der DDR in allen Bereichen. Wahlen hatten i. d. R. den Charakter von parteiöffentlichen Akklamationen. Die SED hatte im Mai 1989 2.260.979 Mitglieder und 64.016 Kandidaten und damit – bezogen auf die Bevölkerungszahl – die meisten Mitglieder unter den kommunistischen Parteien des Ostblocks.

Die SED verweigerte sich den seit Mitte der 1980er-Jahre in der UdSSR eingeleiteten Reformen. Erst im Rahmen der Wende Ende 1989 nannte sie sich in SED-PDS (Partei des demokratischen Sozialismus) um. 1990 firmierte die PDS als Nachfolgepartei, die sich 2005 in »Die Linkspartei.PDS« umbenannte und 2007 in der neu gegründeten Partei »DIE LINKE« aufging.

Siehe auch:
Die Linkspartei
Sozialismus

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 6., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.




 

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