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Global Governance
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Fakten

Abgesehen von kleineren Schwankungen im Zeitverlauf hat sich der Anteil der freien Staaten seit Mitte der 1970er-Jahre kontinuierlich erhöht. Galt 1975 lediglich ein Viertel aller Staaten als frei, waren es 1990 bereits 40 Prozent und 2008 rund 46 Prozent aller Staaten. Während der Anteil der eingeschränkt freien Staaten in den meisten Jahren seit 1975 bei etwa einem Drittel lag, hat sich der Anteil der unfreien Staaten langfristig reduziert. Im Jahr 2008 galten 22 Prozent aller Staaten als unfrei (1975: 41 Prozent). Allerdings lebten in diesen 22 Prozent aller Staaten 34 Prozent der Weltbevölkerung – knapp 2,3 Milliarden Menschen.

Gegenüber dem Jahr 2007 nahmen die politischen Rechte und/oder das Ausmaß an Bürgerrechten in 34 Staaten ab und in lediglich 14 Staaten nahmen sie zu. In einigen Staaten erfolgte hierdurch eine Änderung des Gesamtstatus: Afghanistan und Mauretanien wurden von eingeschränkt freien Staaten zu unfreien Staaten, Senegal verlor seinen Status als freier Staat. Auf der anderen Seite fielen die zuvor noch unfreien Staaten Pakistan, Malediven und Bhutan im Jahr 2008 in die Kategorie der eingeschränkt freien Staaten.

Bei der Verteilung der freien, eingeschränkt freien und unfreien Staaten bestehen große Unterschiede zwischen den Regionen. Nirgendwo ist der Anteil unfreier Staaten höher als im Nahen Osten und in Nordafrika. Von 18 Staaten galten im Jahr 2008 sechs als eingeschränkt frei und elf als unfrei. Nur Israel galt als frei und war gleichzeitig auch die einzige parlamentarische Demokratie.

Im subsaharischen Afrika überwogen 2008 ebenfalls die eingeschränkt freien und unfreien Staaten. Von den insgesamt 48 Staaten galten 23 Staaten als eingeschränkt frei (48 Prozent) und 15 Staaten als unfrei (31 Prozent). Problematisch ist dabei, dass sich die Lage bei rund einem Viertel der Staaten gegenüber dem Vorjahr verschlechterte; in vier Staaten war eine leichte Verbesserung festzustellen.

Westeuropa ist nicht nur die Region mit dem höchsten Anteil an freien Staaten, sondern auch die einzige Region der Welt, in der kein Staat unfrei ist. Alle 25 Staaten sind parlamentarische Demokratien. 24 Staaten bzw. 96 Prozent aller Staaten sind frei; nur die Türkei galt 2008 als eingeschränkt freier Staat. Allerdings ist – ausgehend von einem sehr hohen Freiheitsniveau – auch für Italien und Griechenland im Jahr 2008 eine leichte Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr festzustellen.

Die Nicht-Regierungsorganisation (NGO) Freedom House betont, dass die politische Freiheit auch in Staaten zugenommen hat, die stark vom Islam beeinflusst sind. Von den Staaten, in denen die Mehrheit der Bevölkerung dem muslimischen Glauben anhängt, galt 1995 nur einer als frei; 13 waren eingeschränkt frei und 32 Staaten galten als unfrei (70 Prozent). Im Jahr 2005 erhöhte sich die Zahl der freien Staaten auf drei und die der eingeschränkt freien Staaten auf 20. Die Zahl der unfreien Staaten sank hingegen auf 23 (50 Prozent).

Im Jahr 2008 waren 42 Staaten unfrei – das heißt, dass den Menschen in diesen Staaten mehrere Freiheitsrechte verweigert wurden. Nach den Maßstäben von Freedom House waren im selben Jahr acht der unfreien Staaten extrem unfrei. Darunter sehr unterschiedliche politische Systeme: Nordkorea als sozialistischer Einparteistaat, die zentralasiatischen Staaten Turkmenistan und Usbekistan, die von Diktatoren regiert werden, deren politische Macht eng mit der kommunistischen Vergangenheit ihrer Staaten verbunden ist, der arabische Staat Libyen, der unter der Herrschaft eines säkularen Diktators steht, sowie der Sudan, der von radikalen Islamisten und einer Militärjunta regiert wird. Zu den extrem unfreien Staaten gehören weiter Myanmar, das unter der strengen Kontrolle einer Militärdiktatur steht, Äquatorialguinea, das durch massive Menschenrechtsverletzungen auffällt, und Somalia als so genannter 'Failed State' (gescheiterter/zerfallender Staat).

Neben diesen acht Staaten galten im Jahr 2008 zwei Staatsterritorien als extrem unfrei: Das unter chinesischer Herrschaft stehende Tibet und Tschetschenien, wo Teile der Bevölkerung für die Unabhängigkeit von Russland kämpfen.

Datenquelle

Freedom House: Freedom in the World – Country Ratings, www.freedomhouse.org

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Nach Freedom House gilt ein Staat als frei, wenn die Staatsbürger

  • frei am politischen Prozess teilnehmen können,
  • in freien Wahlen frei wählen können,
  • durch Personen repräsentiert werden, die rechenschaftspflichtig sind,
  • frei in der Wahl ihres Glaubens und bei der Ausübung ihrer Religion sind,
  • das Recht zur Versammlung und zur Bildung von Zusammenschlüssen haben,
  • Zugang zu einem gerechten Rechtssystem haben,
  • unabhängige Medien nutzen können,
  • soziale und ökonomische Freiheiten haben – einschließlich des Rechts auf Eigentum.
Dabei ist zu beachten, dass nicht alle Demokratien sämtliche Kriterien voll erfüllen und demnach auch "eingeschränkt frei" sein können.

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative-Commons-Lizenz
by-nc-nd/3.0/de lizenziert.

Politische Freiheit

Freie, eingeschränkt freie und unfreie Staaten in absoluten Zahlen und Anteile an allen Staaten in Prozent, 1978 bis 2008

  1978 1988* 1998 2008
Anzahl freier Staaten 47 60 88 89
Anteile an allen Staaten, in Prozent 29,7 35,9 46,1 46,1
   
Anzahl eingeschränkt freier Staaten 56 39 53 62
Anteile an allen Staaten, in Prozent 35,4 23,4 27,7 32,1
   
Anzahl unfreier Staaten 55 68 50 42
Anteile an allen Staaten, in Prozent 34,8 40,7 26,2 21,8

* Betrachtungszeitraum: Nov. 1987 bis Nov. 1988

Quelle: Freedom House: Freedom in the World – Country Ratings




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