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Fischer Weltalmanach: Biographien

Schwarzenberg, Karel (Karl Johannes Prinz zu Schwarzenberg)



(Tschechien) *Prag 10.12.1937; seit 2007 Außenminister

Der aus altem Adel stammende Schwarzenberg floh mit seiner Familie 1948 vor den kommunistischen Machthabern von Prag nach Wien. Dort studierte er ab 1957 Forstwissenschaft und Jura, brach das Studium jedoch ab, um sich der Verwaltung des Familienbesitzes zu widmen. Bereits früh unterstützte er den Widerstand in der Tschechoslowakei gegen das kommunistische Regime. Insbesondere nach der Niederschlagung des Prager Frühlings setzte er sich für die Dissidenten um Václav Havel und die Charta 77 ein, die er über klandestine Kanäle finanziell unterstützte. Nachdem ihn der österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky 1984 zum Präsidenten der Internationalen Helsinki-Föderation für Menschenrechte ernannt hatte, konnte Schwarzenberg u.a. als Prozessbeobachter nach Prag reisen und wurde zur zentralen Anlaufstelle für den Prager Untergrund. Nach der Revolution von 1989 übertrug Staatspräsident Havel 1990 seinem engen Vertrauten und Freund Schwarzenberg das Amt des Präsidialkanzlers. 1989 hatte Schwarzenberg gemeinsam mit Lech Walesa den Menschenrechtspreis des Europarates erhalten. Als Mitglied der liberalen Bürgerallianz wurde er 2004 ins Parlament gewählt und am 9.1.2007 von Staatspräsident Václav Klaus als Außenminister der Regierung Mirek Topolánek vereidigt. In dem nach langem Ringen zustande gekommenen Regierungsbündnis aus Demokratischer Bürgerpartei (ODS), Christdemokraten und Grünen kommt dem passionierten Verfechter europäischer Integration die Rolle des Vermittlers zwischen dem nationalkonservativen Lager von Ministerpräsident Topolánek, den Christdemokraten und den grünen Befürwortern des Einigungsprozesses zu.

Quelle: Der Fischer Weltalmanach. © Fischer Taschenbuch Verlag in der S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2008.

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16. März 2010
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