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Politischer Machtkampf
Grundlage der Koalitionsregierung zwischen der jahrzehntelang allein regierenden Zimbabwe African National Union-Patriotic Front (ZANU-PF) und der ehemaligen Oppositionspartei Movement for Democratic Change (MDC), deren Mehrheitsfraktion von Premierminister Morgan Tsvangirai (MDC-T) und deren Minderheitsfraktion von Arthur Mutambara (MDC-M) angeführt wird, war das am 15.9.2008 unterzeichnete General Political Agreement (GPA). Es zeigte sich jedoch rasch, dass Präsident Robert Mugabe nicht bereit war, das Abkommen einzuhalten und Macht an die MDC abzugeben. Offene Streitpunkte zwischen ZANU-PF und MDC konnten trotz mehrfacher Vermittlungsbemühungen durch die Staatengemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC) nicht beigelegt werden. Dies führte am 16.10.2009 zu einem dreiwöchigen Boykott der Kabinettssitzungen durch die Minister der MDC-T, der erst nach dem SADC-Gipfel am 5.11. wieder aufgehoben wurde. Die Entscheidung der MDC führte zu einem Aufflammen politischer Gewalt im ländlichen Raum durch Anhänger der ZANU-PF. Hintergrund des Boykotts war u.a. die einseitige Besetzung von hohen Staatsämtern durch Mugabe, seine Weigerung MDC-Gouverneure einzusetzen, und die erneute Verhaftung des designierten Vize-Landwirtschaftsministers Roy Bennett (MDC-T) am 14.10.2009. Mugabe weigerte sich, Bennett, einen ehemaligen weißen Farmer, in sein Amt einzuschwören und nannte als Grund hierfür ein Strafverfahren, das Bennett angehängt worden war (WA 2010, S. 460). Für kurzzeitige Entspannung sorgte der Freispruch Bennetts am 10.5.2010, allerdings ging die Staatsanwaltschaft in Revision. Ohne vorherige Konsultation Tsvangirais ernannte Mugabe am 20.5.2010 George Chiweshe zum Obersten Richter des höchsten Zivilgerichts und festigte damit seine Kontrolle über die Justiz. Chiweshe war während der umstrittenen Wahlen von 2008 Vorsitzender der Wahlkommission gewesen.

Quelle: Der Fischer Weltalmanach. © Fischer Taschenbuch Verlag in der S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2010.

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10. Februar 2012
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Dossier - Africome
2004-2006
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Rund 885 Millionen Menschen leben in 53 afrikanischen Staaten. Auf dem Kontinent gibt es über 3.000 Bevölkerungsgruppen und mehr als 2.000 Sprachen. Das Dossier präsentiert Afrika gestern und heute und beleuchtet die Perspektiven zukünftiger Entwicklungen.
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