PDF Version (122 KB) Fakten
Der 1950 in Westdeutschland einsetzende wirtschaftliche Aufschwung führte zu einem ständig wachsenden Bedarf an Arbeitskräften. Bis zum Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 konnte dieser Bedarf hauptsächlich durch die Aufnahme von Deutschen aus der ehemaligen DDR und Berlin-Ost gedeckt werden. Ab diesem Zeitpunkt kam dann der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer eine immer größere Bedeutung zu. In der Folge stieg die Zahl der Ausländer von 686.000 im Jahr 1961 auf gut 2,7 Millionen 1970. Auch durch den Anwerbestopp in den 1970er Jahren und das Rückkehrhilfegesetz von 1983 ging die Zahl der Ausländer nur leicht zurück bzw. stagnierte die meiste Zeit auf relativ hohem Niveau. Durch Familienzusammenführungen und die verstärkte Einreise von Asylsuchenden stieg die Zahl der Ausländer seit Ende der 1980er Jahre kontinuierlich. 1990 lebten knapp 5,6 Millionen und im Jahr 2006 knapp 7,3 Millionen Personen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit in Deutschland.
Da die Zahl der Ausländer relativ gesehen schneller gestiegen ist als die der Gesamtbevölkerung, hat sich der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung erhöht. Während der Anteil 1961 noch bei 1,2 Prozent lag, betrug er im Jahr 1970 bereits 4,5 Prozent. 1973 lag der Anteil der ausländischen Bevölkerung bei 6,4 Prozent – seitdem ist er nicht wieder unter 6,3 Prozent gefallen. Nach Schwankungen um 7,5 Prozent in den 1980er Jahren erhöhte sich der Anteil zwischen 1990 und 2006 von 7,0 auf 8,8 Prozent. Seinen höchsten Wert (9,1 Prozent) erreichte der Anteil der ausländischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung bisher im Jahr 1996.
Wie bei der Gesamtbevölkerung hat sich auch bei der ausländischen Bevölkerung die Altersstruktur zulasten der jüngeren Bevölkerungsteile verschoben. Zwischen 1970 und 2005 stieg der Anteil der Ausländer, die 60 Jahre und älter waren, kontinuierlich von 3,1 auf 11,6 Prozent. In der Gesamtbevölkerung lag der entsprechende Anteil im Jahr 2005 allerdings bei knapp 25 Prozent. Der Anteil der unter 18-Jährigen sank von 32,5 Prozent im Jahr 1980 – über 26,9 Prozent 1990 – auf 17,5 Prozent im Jahr 2005.
Neben der Altersstruktur hat sich auch das Verhältnis zwischen dem Anteil der Männer und dem der Frauen verändert. Ein Grund hierfür ist der Entschluss vieler ausländischer Familien, dauerhaft in Deutschland zu leben. Der Frauenanteil verschob sich von 37,8 Prozent im Jahr 1970 auf 45,5 Prozent im Jahr 1985. 2006 lag er bei 48,5 Prozent.
Datenquelle
Statistisches Bundesamt: Bevölkerungsfortschreibung, Lange Reihen
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
In der amtlichen Bevölkerungsstatistik des Statistischen Bundesamtes werden sowohl Daten für die Gesamtbevölkerung insgesamt als auch getrennt für die deutsche und ausländische Bevölkerung ausgewiesen. Dabei basiert die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer auf der Ermittlung des Bevölkerungsbestandes zu einem bestimmten Stichtag. Grundlage der Ausländerbestandsstatistik ist der rechtliche Ausländerbegriff und nicht der Begriff des Migranten. Als Ausländer gelten alle Personen, die nicht Deutsche im Sinne von Art. 116 Abs. 1 GG sind, d.h. nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Dies können direkt zugezogene Personen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit sein oder auch deren im Land geborene Nachkommen, die selbst keine Migranten sind, sofern sie nicht die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten.
Spätaussiedler, ihre Abkömmlinge und ihre bei Verlassen des Herkunftsgebietes seit mindestens drei Jahren mit ihnen verheirateten Ehegatten, die zu den Migranten zu rechnen sind, erhalten dagegen seit der Verabschiedung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts mit Wirkung zum 1. August 1999 mit der Ausstellung der Bescheinigung nach § 15 des Bundesvertriebenengesetzes über ihren Aufnahmestatus automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit (§§ 7, 40a Satz 2 StAG). Das bedeutet: Zum einen führen die Ausländerbestandszahlen zu einer Unterschätzung der Migration durch die Nichteinbeziehung der zuwandernden Spätaussiedler. Zum anderen führen sie zu einer Überschätzung der Migration durch die im Inland geborenen ausländischen Kinder.

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Ausländische Bevölkerung
Nach Altersgruppen, in absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, 1970 bis 2006*
| |
Bevölkerung |
im Alter von ... bis unter ... Jahren |
| unter 18 |
18 bis 60 |
60 und mehr |
| in Tsd. |
| 1970 |
2.738 |
602 |
2.052 |
84 |
| 1980 |
4.566 |
1.485 |
2.919 |
162 |
| 1990 |
5.582 |
1.504 |
3.818 |
260 |
| 2000 |
7.268 |
1.611 |
5.033 |
623 |
| 2005 |
7.289 |
1.275 |
5.171 |
843 |
| 2006 |
7.256 |
– |
– |
– |
| |
Bevölkerung |
im Alter von ... bis unter ... Jahren |
| unter 18 |
18 bis 60 |
60 und mehr |
| in Prozent |
| 1970 |
100,0 |
22,0 |
75,0 |
3,1 |
| 1980 |
100,0 |
32,5 |
63,9 |
3,6 |
| 1990 |
100,0 |
26,9 |
68,4 |
4,7 |
| 2000 |
100,0 |
22,2 |
69,3 |
8,6 |
| 2005 |
100,0 |
17,5 |
70,9 |
11,6 |
| 2006 |
100,0 |
– |
– |
– |
* 1970 bis 1989: Westdeutschland, ab 1990: Deutschland; jeweils Jahresende
Quelle: Statistisches Bundesamt: Bevölkerungsfortschreibung, Lange Reihen
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