PDF Version (149 KB) Fakten
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung im Jahr 2005 bei 18,6 Prozent. Von den Zugewanderten und ihren Nachkommen waren 7,3 Millionen Ausländer (8,9 Prozent der Bevölkerung) und 8,0 Millionen Deutsche (9,7 Prozent der Bevölkerung). Von den 15,3 Millionen Personen mit Migrationshintergrund hatten 10,4 Millionen eigene Migrationserfahrungen.
Die Ergebnisse des Mikrozensus 2005 des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass Personen mit Migrationshintergrund im Unterschied zur Bevölkerung ohne Migrationshintergrund geringer qualifiziert und schlechter in den Arbeitsmarkt integriert sind. Fast zehn Prozent hatten keinen allgemeinen Schulabschluss und 51 Prozent keinen beruflichen Abschluss. Bei den Personen ohne Migrationshintergrund waren es lediglich 1,5 bzw. 27 Prozent. (In allen Fällen wurden diejenigen nicht berücksichtigt, die sich noch in der Ausbildung befanden).
Personen mit Migrationshintergrund im Alter von 25 bis 65 Jahren waren seltener erwerbstätig als Personen ohne Migrationshintergrund (62 Prozent gegenüber 73 Prozent) und häufiger erwerbslos (13 Prozent gegenüber 7,5 Prozent) oder stehen dem Arbeitsmarkt überhaupt nicht zur Verfügung (25 Prozent gegenüber 19,5 Prozent. Weiter waren Erwerbstätige mit Migrationshintergrund doppelt so häufig als Arbeiter tätig wie Erwerbstätige ohne Migrationshintergrund (48,5 Prozent gegenüber 24 Prozent).
Innerhalb der Gruppe der Ausländer sind die Ausländer mit eigener Migrationserfahrung auffallend schlecht qualifiziert bzw. in den Arbeitsmarkt integriert: Obwohl die Ausländer mit eigener Migrationserfahrung im Jahr 2005 nur einen Anteil von 6,8 Prozent an der Gesamtbevölkerung hatten, stellten sie 41,9 Prozent aller Personen ohne Schulabschluss und 13,6 Prozent aller Personen ohne berufsqualifizierenden Abschluss. Unter den Beziehern von Arbeitslosengeld I und II bzw. unter den Erwerbslosen hatten sie einen Anteil von 14,8 bzw. 14,5 Prozent.
Ebenfalls problematisch, aber nicht so ausgeprägt wie bei den Ausländern mit eigener Migrationserfahrung, ist die Lage der Deutschen mit eigener Migrationserfahrung. Ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 5,9 Prozent im Jahr 2005 stand ein Anteil von 14,1 Prozent an allen Personen ohne Schulabschluss bzw. ein Anteil von 8,6 Prozent an allen Personen ohne berufsqualifizierenden Abschluss gegenüber. Weiter stellten sie 9,9 Prozent aller Arbeitslosengeld-Empfänger und in der Gruppe der Erwerbslosen lag ihr Anteil bei 9,8 Prozent.
Im Gegensatz hierzu sind Deutsche mit Migrationshintergrund, aber ohne eigene Migrationserfahrung, in allen vier Bereichen unterdurchschnittlich stark vertreten. Das heißt, dass sie deutlich besser qualifiziert und in den Arbeitsmarkt integriert sind als die Deutschen mit eigener Migrationserfahrung.
Datenquelle
Statistisches Bundesamt: Mikrozensus, Statistisches Jahrbuch 2007 (PDF-Version: 6.430 KB)
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Zu den Menschen mit Migrationshintergrund zählen alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil.
Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund wird zusätzlich nach einer engen und weiten Definition unterschieden. Hierfür sind keine inhaltlichen Gründe maßgeblich; die Unterscheidung wurde vielmehr aus datentechnischen Gründen getroffen.
Siehe hierzu: Statistisches Bundesamt: Fachserie 1 Reihe 2.2 Mikrozensus, S. 326-328.
Als Ausländer gelten alle Personen, die nicht Deutsche im Sinne von Art. 116 Abs. 1 GG sind, d.h. nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Spätaussiedler, ihre Abkömmlinge und ihre bei Verlassen des Herkunftsgebietes seit mindestens drei Jahren mit ihnen verheirateten Ehegatten sind zwar Migranten, erhalten aber seit der Verabschiedung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts mit Wirkung zum 1. August 1999 automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit (§§ 7, 40a Satz 2 StAG).

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Bevölkerung mit Migrationshintergrund II
Nach ausgewählten Merkmalen, Anteile in Prozent, 2005
| |
insgesamt |
insgesamt |
davon: |
ohne Migrations- hintergrund |
mit Migrations- hintergrund im weiteren Sinne |
| in Tsd. |
Anteile an ausgewählten Merkmalen, in Prozent |
| Bevölkerung |
82.465,3 |
100,0 |
81,4 |
18,6 |
| |
nach höchstem Schulabschluss |
| Haupt- (Volks-) schulabschluss |
29.562,3 |
100,0 |
84,9 |
15,1 |
Realschul- oder gleichwertiger Abschluss |
14.449,9 |
100,0 |
85,2 |
14,8 |
| Abitur |
12.374,0 |
100,0 |
81,1 |
18,9 |
| ohne Schulabschluss |
2.472,4 |
100,0 |
40,4 |
59,6 |
| |
nach höchstem beruflichen oder (Fach-) Hochschulabschluss |
| Lehre oder vergleichbarer Abschluss |
32.214,3 |
100,0 |
88,9 |
11,1 |
Meister/ Techniker/ Fachschulabschluss |
5.352,6 |
100,0 |
90,8 |
9,2 |
Fachhochschul- abschluss |
3.029,3 |
100,0 |
88,1 |
11,9 |
Universitäts- abschluss/ Promotion |
5.152,2 |
100,0 |
82,7 |
17,3 |
ohne berufs- qualifizierenden Abschluss |
21.574,5 |
100,0 |
72,3 |
27,7 |
| |
insgesamt |
insgesamt |
davon: |
ohne Migrations- hintergrund |
mit Migrations- hintergrund im weiteren Sinne |
| in Tsd. |
Anteile an ausgewählten Merkmalen, in Prozent |
| Bevölkerung |
82.465,3 |
100,0 |
81,4 |
18,6 |
| |
nach überwiegendem Lebensunterhalt |
Erwerbs-/ Berufstätigkeit |
33.351,8 |
100,0 |
83,6 |
16,4 |
Arbeitslosengeld I, II |
4.557,3 |
100,0 |
71,7 |
28,3 |
| Rente, Pension |
18.185,7 |
100,0 |
91,9 |
8,1 |
| Angehörige |
24.097,2 |
100,0 |
73,6 |
26,4 |
| Vermögen, Vermietung, Zinsen |
398,2 |
100,0 |
89,1 |
10,9 |
| Sozialhilfe |
964,2 |
100,0 |
45,6 |
54,4 |
| |
nach Beteiligung am Erwerbsleben |
| Erwerbspersonen |
41.149,7 |
100,0 |
82,1 |
17,9 |
| Erwerbstätige |
36.566,5 |
100,0 |
83,4 |
16,6 |
| Erwerbslose |
4.583,2 |
100,0 |
71,2 |
28,8 |
Nichterwerbs- personen |
41.315,7 |
100,0 |
80,7 |
19,3 |
Quelle: Statistisches Bundesamt: Mikrozensus
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