PDF Version (174 KB) Fakten
Entsprechend der absoluten Zunahme der laufend getätigten ausländischen Direktinvestitionen (ADI) hat sich auch der weltweite Bestand an ADI stetig erhöht. Werden die Staaten betrachtet, auf die die Direktinvestitionen entfallen, dann stieg der so genannte inward-Bestand an ADI von 530 Milliarden US-Dollar im Jahr 1980 auf 12.415 Milliarden US-Dollar 2006. Das entsprach einem durchschnittlichen Wachstum von 13 Prozent pro Jahr. Von 2006 auf 2007 erhöhte sich der Bestand um überdurchschnittliche 22,5 Prozent auf 15.211 Milliarden US-Dollar.
Der Anteil der ökonomisch entwickelten Staaten am inward-Bestand lag in den Jahren 2000 bis 2007 bei durchschnittlich 71,8 Prozent, der der ökonomisch sich entwickelnden Staaten bei 26,2 Prozent. Der Anteil Süd-Osteuropas und der GUS betrug im Durchschnitt 2,0 Prozent. Auffällig ist dabei, dass der Anteil der ökonomisch entwickelten Staaten am inward-Bestand der ADI zwischen 2000 und 2006 stetig von 68,8 auf 75,8 Prozent zunahm. Der entsprechende Anteil der ökonomisch sich entwickelnden Staaten verringerte sich hingegen im selben Zeitraum von 30,0 auf 22,5 Prozent.
Im Jahr 2007 konnten die ökonomisch sich entwickelnden Staaten ihren Anteil am inward-Bestand der ADI auf 27,9 Prozent erhöhen. Die Staaten Süd-Osteuropas und die GUS verdoppelten ihren Anteil gegenüber 2006 sogar von 1,7 auf 3,3 Prozent – das Engagement in Russland leistete hier den größten Beitrag. Auf der anderen Seite fiel der Anteil der ökonomisch entwickelten Staaten auf das Niveau des Jahres 2000 zurück.
Aus der Perspektive der Investoren stieg der outward-Bestand an ADI zwischen 1980 und 2006 von 570 Milliarden US-Dollar auf 12.756 Milliarden US-Dollar – das entsprach einem durchschnittlichen Wachstum von 13 Prozent pro Jahr. Von 2006 auf 2007 erhöhte sich auch der outward-Bestand überdurchschnittlich stark: bei einem Wachstum von 22,3 Prozent stieg er auf 15.602 Milliarden US-Dollar.
Beim outward-Bestand an ADI war der Anteil der ökonomisch entwickelten Staaten mit durchschnittlich 87,4 Prozent noch höher als beim inward-Bestand. Im Durchschnitt knapp 11,9 Prozent des outward-Bestandes entfielen in den Jahren 2000 bis 2007 auf die ökonomisch sich entwickelnden Staaten. Der Anteil Süd-Osteuropas und der GUS lag bei 0,7 Prozent.
Im Jahr 2006 waren rund 63 Prozent des ADI-Bestandes Investitionen im Dienstleistungsbereich – 15 Prozentpunkte mehr als 1990. Gut 27 Prozent entfielen auf den Bereich der Warenproduktion (1990: 42 Prozent) und knapp 8 Prozent auf den Agrarsektor (1990: 9 Prozent). Der Rest entfiel auf unspezifizierbare Produkte.
Werden die ADI auf die Wirtschaftsleistung bezogen, wird deutlich, dass die Bedeutung der ADI in allen drei Staatengruppen hoch ist: Im Jahr 2007 entsprach der ADI-inward-Bestand in den ökonomisch entwickelten Staaten 27,2 Prozent des BIP (2000: 16,1 Prozent), bei den ökonomisch sich entwickelnden Staaten waren es 30,2 Prozent (2000: 25,6 Prozent). In Süd-Osteuropa und der GUS lag der entsprechende Anteil bei 28,3 Prozent (2000: 17,8 Prozent).
Durch den hohen Anteil der Multinationalen Unternehmen (MNU) an den ADI spiegelt der hohe ADI-Bestand auch die Macht der MNU wider. Einerseits sind die MNU unverzichtbar für Investitionen, nationale Arbeitsmärkte, Steuer- und Abgabenaufkommen, andererseits nimmt die Gefahr der Oligopolisierung durch die Marktstellung der MNU deutlich zu.
Datenquelle
United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD): World Investment Report, verschiedene Jahrgänge
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
ADI sind im Wesentlichen Unternehmensfusionen, -käufe und -beteiligungen, reinvestierte Erträge von Tochtergesellschaften im Ausland, Kredite an ausländische Tochtergesellschaften innerhalb eines Unternehmens und Kapitaltransfers zur Gründung von Unternehmen im Ausland. ADI sind durch eine langfristige Beziehung und ein dauerhaftes Interesse des Direktinvestors gekennzeichnet.
Der Bestand an ADI entspricht dem Wert der Kapital- und Rücklagenanteile eines Unternehmens im Ausland plus den Verpflichtungen der Tochtergesellschaften gegenüber dem Mutterkonzern. Beim inward-Bestand wird die Perspektive der einzelnen Staaten bzw. Unternehmen eingenommen, auf die die ADI entfallen. Der outward-Bestand ergibt sich aus der Perspektive der Investoren bzw. der Investitionen, die im Ausland getätigt werden.
Der Wert der ADI-Bestände wird hier in laufenden Preisen angegeben. Die Differenz zwischen inward- und outward-Bestand erklärt sich aus der unzureichenden Datenlage, unterschiedlichen Erhebungsmethoden und -zeitpunkten, Preisänderungen und Wechselkursschwankungen.

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