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Ökonomische Teilhabe
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Fakten

Im Jahr 2007 entfielen vom Welt-Bruttoinlandsprodukt (BIP) rund 71 Prozent auf die ökonomisch entwickelten Staaten (38.400 Mrd. US-Dollar) und 26 Prozent auf die ökonomisch sich entwickelnden Staaten (14.100 Mrd. US-Dollar). Gut 3 Prozent entfielen auf Süd-Osteuropa und die GUS (1.800 Mrd. US-Dollar).

Da in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten etwa 80 Prozent aller Menschen leben, stellt sich angesichts der ungleichen Verteilung des Welt-BIP die Frage, ob die ökonomisch sich entwickelnden Staaten von den Entwicklungen der letzten Jahre profitieren konnten. Da der Anteil der ökonomisch sich entwickelnden Staaten an der Weltbevölkerung von 1980 bis 2007 von etwa 75 auf mehr als 80 Prozent stieg und das Bevölkerungswachstum die Entwicklung des BIP relativiert, empfiehlt es sich, auf das Wachstum des BIP pro Kopf zurückzugreifen.

Während das reale Wachstum des BIP pro Kopf der ökonomisch entwickelten Staaten von 1980 bis 1990 noch deutlich über dem der ökonomisch sich entwickelnden Staaten lag, hat sich dieses Verhältnis seit 1990 grundlegend umgekehrt. Seit dem Jahr 2000 war das Wachstum des BIP pro Kopf in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten durchschnittlich sogar fast dreimal so hoch wie das entsprechende Wachstum in den ökonomisch entwickelten Staaten.

Allerdings profitierten nicht alle ökonomisch sich entwickelnden Staaten von dieser Umkehr. Am schlechtesten entwickelten sich die subsaharischen Staaten Afrikas, deren BIP pro Kopf von 1990 bis 2000 lediglich konstant blieb. Und auch in den darauffolgenden Jahren war das Wachstum des BIP pro Kopf – im Vergleich zur Gruppe der ökonomisch sich entwickelnden Staaten insgesamt – durchgehend unterdurchschnittlich hoch. Das Wachstum des BIP pro Kopf der ökonomisch sich entwickelnden, stark verschuldeten Staaten lag ebenfalls deutlich unter dem Durchschnitt. Dabei war jedoch das BIP-pro-Kopf-Wachstum seit dem Jahr 2000 in beiden Untergruppen immer noch etwa anderthalbmal so hoch wie das der ökonomisch entwickelten Staaten.

Die auffälligsten Wachstumsschwankungen finden sich in Süd-Osteuropa und der GUS. Der Verringerung des BIP pro Kopf um 4,5 Prozent pro Jahr von 1990 bis 2000 in Folge des Transformationsschocks folgte ein überdurchschnittliches Wachstum von 6,3 Prozent pro Jahr in der Zeit von 2000 bis 2005 bzw. von 7,7 Prozent von 2005 bis 2007.

Für das überdurchschnittlich hohe Wachstum des BIP pro Kopf der ökonomisch sich entwickelnden Staaten in den Jahren 2000 bis 2007 lassen sich mehrere Ursachen finden: Von der kräftigen Nachfrage der USA profitierten unter den ökonomisch sich entwickelnden Staaten vor allem asiatische Ökonomien (im Jahr 2007 verzeichneten diese mit 6,8 Prozent sogar das stärkste BIP-pro-Kopf-Wachstum seit der Krise von 1997/98). Dabei gelang es vielen Staaten Asiens – insbesondere Süd-Ostasiens – die Zuflüsse an Ausländischen Direktinvestitionen zu erhöhen und den Export von Fertigwaren zu steigern.

Auch zahlreiche Staaten Lateinamerikas konnten ihre Exporte ausweiten. Dabei wirkten sich die in den letzten Jahren steigenden Rohstoffpreise ebenfalls positiv auf die Handelsbilanzen aus.

In Afrika sorgte die auffällige Verbesserung der Terms of Trade für eine deutliche Belebung des BIP-Wachstums. Allerdings waren es vor allem die Staaten Westafrikas, die von dieser Entwicklung profitierten.

Werden die ökonomisch sich entwickelnden Staaten nicht nach ihrer geografischen Lage sortiert, sondern in ökonomischen Gruppen zusammengefasst, zeigt sich, dass das BIP-pro-Kopf-Wachstum sowohl von 1990 bis 2000 als auch von 2000 bis 2007 bei den Hauptexporteuren von Fertigwaren am höchsten war.

Datenquelle

United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD): Handbook of Statistics 2008

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst den Wert der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen (Wertschöpfung), soweit diese nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienstleistungen verwendet werden. Das BIP ist gegenwärtig das wichtigste gesamtwirtschaftliche Produktionsmaß.

Die Terms of Trade (reale Austauschverhältnisse) werden berechnet, indem der Preisindex der Exporte durch den Preisindex der Importe in heimischer Währung geteilt wird. Die Terms of Trade geben Auskunft darüber, wie viel von einem konstruierten, ausländischen Warenkorb gegen einen bestimmten Anteil des eigenen Warenkorbs getauscht werden kann.

Nach der Definition der UNCTAD fällt ein ökonomisch sich entwickelnder Staat dann in die Gruppe der Hauptexporteure von Fertigwaren, wenn der Anteil von Fertigwaren an den Exporten bei nicht weniger als 50 Prozent liegt und der Wert dieses Exportanteils, im Durchschnitt der Jahre 2003-2005, bei mindestens 22 Milliarden US-Dollar lag. In der Gruppe der Hauptexporteure von Fertigwaren sind die zwölf Staaten Brasilien, China, Hongkong (als Teil von China), Indien, Malaysia, Mexiko, Philippinen, Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand, Türkei.

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative-Commons-Lizenz
by-nc-nd/3.0/de lizenziert.

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf

In Prozent, in konstanten Preisen, Betrachtungszeiträume zwischen 1980 und 2007

  Durchschnittliche Veränderung des BIP pro Kopf, in Prozent
1980-1990 1990-2000
Welt 1,4 1,3
ökonomisch entwickelte Staaten 2,6 1,9
ökonomisch sich entwickelnde Staaten 1,7 3,2
Süd-Osteuropa und GUS* 0,3 -4,5
ökonomisch am wenigsten entwickelte Staaten -0,4 1,3
ökonomisch sich entwickelnde, stark verschuldete Staaten -0,8 0,5
subsaharisches Afrika -0,8 0,0
ökonomisch sich entwickelnde Staaten ohne China 0,9 2,0
  2000-2005 2005-2007
Welt 1,5 2,5
ökonomisch entwickelte Staaten 1,3 2,0
ökonomisch sich entwickelnde Staaten 3,9 5,6
Süd-Osteuropa und GUS* 6,3 7,7
ökonomisch am wenigsten entwickelte Staaten 3,7 5,1
ökonomisch sich entwickelnde, stark verschuldete Staaten 2,1 3,4
subsaharisches Afrika 2,3 3,5
ökonomisch sich entwickelnde Staaten ohne China 2,6 4,2

* GUS – Gemeinschaft unabhängiger Staaten / CIS – Commonwealth of Independent States

Quelle: United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD): Handbook of Statistics 2008




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