|
|
 |
 |
1.1 Deutschsprachige Medien
|
http://www.taz.de/Debatte-Rechtsextremi smus/!82268/
Anetta Kahane - "erste und einzige" Ausländerbeauftragte des ehemaligen Ostberliner Magistrats - schreibt in der "taz" zum Schwerpunkt "Rechter Terror" über Versäumnisse der letzten Jahre im Kampf gegen den Rechtsextremismus. "Es war genau in der Zeit, als die drei Mörder von der NSU untertauchten. Auf der rechten Seite des Saals in Jena saßen die Nazigrößen Thüringens, auf der linken Punks und ein paar Antifas. Und vorn diskutierte man auf einem Podium darüber, ob es in Thüringen überhaupt Rechtsextremismus gebe. Einige Kameras filmten die Veranstaltung. So kam es, dass zufällig die Worte des Präsidenten des Verfassungsschutzes Thüringen aufgenommen wurden, der vorn auf dem Podium saß. Helmut Röwer meinte, das Dritte Reich hätte auch seine guten Seiten gehabt. Die Nazis lachten. Und heute wundert man sich über die Terrorzelle aus Jena. Warum eigentlich?"
|
 |
|
 |
http://www.fr-online.de/meinung/kolumne -liebe-rechtsextreme-mitbuerger-,147260 2,11168002.html
Mely Kiyag verweist in ihrer Gastkolumne der "Frankfurter Rundschau"
auf die Ausländerfeindlichkeit eines Drittels der deutschen
Bevölkerung. "Rechtsextremes Denken ist in unserer Bevölkerung
offenbar unausrottbar vorhanden. Nicht die pathologisch Verrückten,
die mit einer Waffe in der Hand mordend durch die Gegend ziehen,
sind das Problem. Sondern unsere rechtsextrem denkenden Nachbarn,
Zeitungsabonnenten, Vorgesetzten, Personalchefs, Eltern, Lehrer,
Kita-Erzieher, Polizisten, Sachbearbeiter auf der Behörde und so
fort. Rechtsextreme sind keine zoologische Besonderheit, keine
Naturgewalt aus Zwickau. Ein Drittel der Befragten einer großen
Studie der Friedrich-Ebert Stiftung vom letzten Jahr stimmte diesem
Satz zu: 'Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in
einem gefährlichen Maß überfremdet'. Genauso viele meinen, dass
'Ausländer kommen, um den Sozialstaat auszunutzen', und dass bei
knappen Arbeitsplätzen 'Ausländer wieder in ihre Heimat' geschickt
werden sollten. Das ist nicht NPD-Gedankengut. Die NPD nutzt die
vorhandenen Einstellungen." |
 |
|
 |
http://www.berlinonline.de/berliner-zei tung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0803/fe uilleton/0002/index.html
Christoph Böhr widerspricht in einer Replik den Gedanken von Gerd Althoff zur Teilverantwortlichkeit der Kirche an dem Massaker von Norwegen. Gerd "Althoff legt die Vermutung nahe, dass der Täter von Oslo seine Verirrungen rechtzeitig hätte einsehen können, wenn es in den neunziger Jahren mehr scharfe Verurteilungen der Kreuzzüge gegeben hätte. Man wird es bezweifeln dürfen. Will man dem folgen, dann müsste man eine eigenartige Ambivalenz des Täters zu kirchlichen Lehren voraussetzen: Einerseits die gänzliche Unkenntnis der Lehre von der Würde des Menschen, und andererseits jene unterstellte Aufmerksamkeit für unterbliebene lehramtliche Verurteilungen. Das ist eine komplizierte Argumentation. Denn jene völlige Unkenntnis der kirchlichen Lehre vom Menschen kann man sich ja wohl nur dort erklären, wo die Kirche fern ist."
|
 |
|
 |
http://www.berlinonline.de/berliner-zei tung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0801/fe uilleton/0005/index.html
Gerd Althoff schreibt im der "Berliner Zeitung" mit Blick auf das Massaker in Norwegen über das "gewalttätige Erbe der Kreuzfahrer". "Nun hat der religiös legitimierte islamistische Terror ein fundamentalistisch-christliches Pendant, das ihm an Grausamkeit und Irrationalität nicht nachsteht, wenn auch zunächst als Einzelfall. Die Frage, die man häufig und vorwurfsvoll an die muslimische Welt richtete, kehrt sich um. Auch die christliche Welt muss darauf Antwort geben, ob sie irgendwelche, wenn auch noch so vage Anhaltspunkte verantwortet, die Wirrköpfe zu einer Gewalttheorie zusammenbrauen und, wie geschehen, in blutige Praxis umsetzen konnten. Das hat nichts mit Schuldzuweisungen, sondern ausschließlich mit der Absicht zu tun, die Wirksamkeit solcher Gedankengebäude zu minimieren und Wiederholungsfälle zu verhindern."
|
 |
|
 |
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,77 7865,00.html
Der "Spiegel" im Gespräch mit dem schwedischen Schriftsteller Henning Mankell über das Massaker in Norwegen. "Was auch immer ich schreibe, die Wirklichkeit ist stets schlimmer. Das pflege ich zu antworten, wenn ich nach dem Realitätsgehalt meiner Geschichten gefragt werde. Hätte ich mir in einem morbiden Teil meines Hirns so etwas ausgedacht, einen Mann, der in einem Sommerlager herumgeht und in aller Ruhe einen Jugendlichen nach dem anderen erschießt, die Leser hätten dies für völlig unglaubwürdig gehalten, für lächerlich sogar. Die Plausibilität einer Story kann mit der kruden Brutalität des Geschehenen nicht mithalten."
|
 |
|
 |
|
 |
10. Februar 2012
 |
|