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Soziale Probleme
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Fakten

Ende 2005 sind weltweit 2,85 Milliarden Menschen einer Beschäftigung nachgegangen. Die absolute Zahl der Beschäftigten hat sich kontinuierlich erhöht und ist seit 1995 um etwa 440 Millionen (16,8 Prozent) gestiegen. Der relative Anteil der Beschäftigten an der Gesamtbevölkerung ist im selben Zeitraum von 62,8 Prozent (1995) auf 61,4 Prozent (2005) gesunken.

Nach Angaben der International Labour Organization (ILO) betrug im Jahr 2005 die weltweite Arbeitslosenquote 6,3 Prozent – nach gut sechs Prozent im Jahr 1995 und 6,6 Prozent 2002. Für das Jahr 2005 entspricht die Arbeitslosenquote etwa 192 Millionen Arbeitslosen; das sind bei nahezu unveränderter Arbeitslosenquote über 34 Millionen Arbeitslose mehr als 1995.
Besonders kritisch ist, dass fast die Hälfte aller Arbeitslosen Jugendliche sind, obwohl die Jugendlichen nur 25 Prozent aller Erwerbspersonen darstellen. Das Risiko eines Jugendlichen, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, ist damit mehr als dreimal so hoch wie bei einem Erwachsenen.
Die weit über dem Durchschnitt liegenden Arbeitslosenquoten von Jugendlichen (weltweit 14,4 Prozent) finden sich in allen Regionen der Welt wieder. Am dramatischsten ist die Situation im Nahen Osten und Nordafrika sowie im subsaharischen Afrika, wo die entsprechende Quote im Jahr 2003 bei 25,6 bzw. 21 Prozent lag. Aber auch in Süd-Osteuropa und der GUS (18,6 Prozent), Lateinamerika und der Karibik (16,6 Prozent) und in Südostasien (16,4 Prozent) hat die Arbeitslosenquote der Jugendlichen eine kritische Höhe.

Nicht alle Personen sind gleichermaßen dem Risiko ausgesetzt, arbeitslos zu werden. Die Beschäftigten im Niedriglohnsegment sind eindeutig benachteiligt: Arbeitsprozesse, die wenig Qualifikation voraussetzen, können deutlich leichter automatisiert, rationalisiert oder verlagert werden. Zudem ist das Arbeitsangebot hoch. Damit ist der Druck auf die Beschäftigten hinsichtlich ihrer Beschäftigung und ihrer Löhne bedeutend höher.
Parallel zu dem Bedeutungsverlust der einfachen, mechanischen Arbeit hat sich die Nachfrage nach spezialisiertem, innovativem Wissen erhöht. Sowohl die Beschäftigungschancen als auch die Einkommen der hoch- und höchstqualifizierten Personen sind gestiegen.
Die 'High-Potentials' gehören im Regelfall zu den Gewinnern, die gering- und unqualifizierten Beschäftigten zu den Verlierern zunehmender Konkurrenz, die auch durch den Prozess der Globalisierung zugenommen hat und weiter zunimmt.

Gerade bei den gering- und unqualifizierten Beschäftigten in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten darf nicht davon ausgegangen werden, dass mit einer Beschäftigung bereits die größten Sorgen ausgeräumt sind: 2005 gab es weltweit knapp 1,4 Milliarden arbeitende Personen, die in Haushalten mit einem Einkommen unter zwei US-Dollar pro Tag und Kopf lebten. Bei 520 Millionen arbeitenden Personen lag das entsprechende Einkommen sogar bei weniger als einem US-Dollar – in diesen Fällen ist trotz Arbeit nicht einmal die Grundversorgung gegeben.

Datenquellen

International Labour Organization (ILO): Global Employment Trends 01/2006 (PDF-Version: 406 KB)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Nach der Definition der ILO schließt der Begriff 'Erwerbstätige' alle Beschäftigten inklusive Selbstständige, Angestellte oder auch unbezahlte Familienmitglieder mit ein, die 15 Jahre oder älter sind.
Als arbeitslos gelten alle Erwerbspersonen, die keiner Arbeit nachgehen, obwohl sie in den letzten vier Wochen aktiv gesucht haben, zwischen 15 und 74 Jahre alt sind und innerhalb von maximal zwei Wochen einer Beschäftigung nachgehen könnten.




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Arbeitslosenquoten

In Prozent, weltweit 2003

  Arbeitslosenquoten, in Prozent
  alle Erwerbspersonen Jugendliche Erwachsene Frauen
ökonomisch entwickelte Staaten 6,8 13,4 5,7 7,0
Naher Osten und Nordafrika 12,2 25,6 7,8 16,5
subsaharisches Afrika 10,9 21,0 6,0 9,6
Süd-Osteuropa und GUS 9,2 18,6 7,7 9,2
Lateinamerika und Karibik 8,0 16,6 5,4 10,1
Süd-Ostasien 6,3 16,4 3,4 6,9
Südasien 4,8 13,9 2,3 6,2
Ostasien 3,3 7,0 2,4 2,7


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