PDF Version (645 KB) Fakten
Die Friedenseinsätze der Vereinten Nationen (UN) haben sich zu einem wichtigen Instrument des UN Sicherheitsrats bei der Wahrnehmung seiner Verantwortung für den Frieden entwickelt. Noch nie in der 61-jährigen Geschichte der Friedenseinsätze waren so viele Menschen für friedenserhaltende oder friedensstiftende Maßnahmen der UN im Einsatz wie im September 2009: gut 96.000 Uniformierte also Soldaten, Polizisten und Militärbeobachter sowie etwa 20.000 Zivilpersonen.
Noch zu Beginn der 1990er-Jahre war das Ziel oft, Frieden zu schaffen. Heute tendiert der Sicherheitsrat vor allem wegen der Rückschläge in Somalia, Ruanda und dem ehemaligen Jugoslawien zum klassischen Mandat der Friedenserhaltung bei dem die Konfliktparteien ihr Einverständnis erteilen. Das Mandat der Friedenstruppen wird durch den Sicherheitsrat in der Regel halbjährlich verlängert.
Seit 1948 wurden 63 friedenserhaltende oder friedensstiftende Maßnahmen beschlossen. Gegenwärtig betreibt das Department of Peacekeeping Operations (DPKO) 15 unterschiedliche Missionen davon sieben in Afrika, drei im Nahen Osten, jeweils zwei in Europa und der Region Asien-Pazifik und eine in Mittelamerika. Hinzu kommen zwei vom DPKO unterstützte politische Missionen in Afghanistan (UNAMA) und Burundi (BINUB) sowie die UN Assistence Mission for Irak (UNAMI) und die UN Mission in Nepal (UNMIN).
Ende September 2009 stellten 116 verschiedene Staaten das uniformierte Personal der Friedenseinsätze. Die meisten Soldaten, Polizisten und Militärbeobachter stammten dabei aus Pakistan (10.580), Bangladesch (9.458), Indien (8.752), Nigeria (5.985), Nepal (4.211), Ägypten (3.895), Ruanda (3.595), Jordanien (3.545), Ghana (3.154) und Äthiopien (2.686) allein diese zehn Staaten stellten 58,1 Prozent des uniformierten Personals.
Die Einsätze werden von allen Mitgliedern der Vereinten Nationen (UN) finanziert. Die Generalversammlung legt den genauen Finanzierungsschlüssel fest. Prinzipiell bestimmen ökonomische Faktoren wie zum Beispiel das Bruttonationaleinkommen und die Schuldenlast die Höhe des Beitrags der einzelnen Staaten. Statistisch werden dabei Zeiträume von bis zu sechs Jahren erfasst. Staaten mit einem niedrigen pro Kopf Einkommen erhalten Abschläge und Staaten mit einem hohen pro Kopf Einkommen Zuschläge auf den Beitragssatz. Zudem müssen sich die ständigen Mitglieder des UN Sicherheitsrats, wegen ihrer Gesamtverantwortung im UN System, stärker an der Finanzierung beteiligen.
Nach dem Finanzierungsschlüssel hatten Mitte 2009 die zehn größten Beitragszahler einen Anteil von 82,8 Prozent an den finanziellen Aufwendungen: USA (26,0 Prozent), Japan (16,6 Prozent), Deutschland (8,6 Prozent), Großbritannien (7,8 Prozent), Frankreich (7,4 Prozent), Italien (5,1 Prozent), China (3,1 Prozent), Kanada (3,0 Prozent), Spanien (3,0 Prozent) und Südkorea (2,2 Prozent).
In der Zeit vom 01. Juli 2007 bis zum 30. Juni 2008 betrug das Budget für die Friedenseinsätze rund 7,75 Milliarden US-Dollar. Auch für den Zeitraum Juli 2009 bis Juni 2010 liegen die voraussichtliche Kosten bei mehr als 7,7 Milliarden US-Dollar. Knapp 80 Prozent dieser Kosten entfallen auf Friedensmissionen in Afrika, insbesondere in der Demokratischen Republik Kongo, im Sudan, in Liberia und Cτte dIvoire. Zwischen 1948 und Mitte 2008 wurden insgesamt etwa 61 Milliarden US-Dollar für die Friedenseinsätze ausgegeben.
Zusätzlich zu den finanziellen Aufwendungen unterstützen viele Staaten die Friedenseinsätze auch mit Leistungen, die über ihre festgelegten Verpflichtungen hinausgehen (zum Beispiel Transportleistungen, Materialaufwendungen und Personal).
Datenquelle
United Nations peacekeeping: www.un.org/Depts/dpko/dpko/index.asp; General Assembly: Committee on Contributions: www.un.org/ga
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats der UN sind: China, Frankreich, Großbritannien, Russland und die USA.
Das Bruttonationaleinkommen (BNE, früher BSP) wird berechnet, indem vom Bruttoinlandsprodukt die an das Ausland fließenden Löhne und Gewinne (Faktoreinkommen) abgezogen und entsprechend die vom Ausland ans Inland fließenden Faktoreinkommen addiert werden.

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UN Friedenseinsätze
Vergangene und laufende Einsätze, uniformiertes Personal in absoluten Zahlen, Stand: Sept. 2009
| laufende Einsätze |
uniformiertes Personal |
davon: Soldaten |
|
Afrika |
|
| Burundi BINUB* |
17 |
0 |
| Côte d'Ivoire UNOCI |
8.402 |
7.026 |
| Demokratische Republik Kongo MONUC |
18.606 |
16.826 |
| Liberia UNMIL |
11.519 |
10.033 |
| Sudan UNMIS |
9.961 |
8.793 |
| Sudan (Darfur) UNAMID |
18.775 |
14.638 |
| westliche Sahara MINURSO |
231 |
20 |
| Zentralafrikanische Republik/Tschad MINURCAT |
2.940 |
2.675 |
| |
|
Nord-, Süd- und Mittelamerika |
|
| Haiti MINUSTAH |
9.117 |
7.051 |
| |
|
Asien-Pazifik |
|
| Afghanistan UNAMA* |
23 |
0 |
| Indien/Pakistan UNMOGIP |
43 |
0 |
| Timor-Leste UNMIT |
1.590 |
0 |
| |
|
Europa |
|
| Kosovo UNMIK |
17 |
0 |
| Zypern UNFICYP |
909 |
842 |
| |
|
Naher Osten |
|
| Israel/Syrien (Golan-Höhen) UNDOF |
1.045 |
1.045 |
| Libanon UNIFIL |
12.425 |
12.425 |
| Naher Osten UNTSO |
151 |
0 |
| |
| * politische Mission, die vom Department of Peacekeeping Operations (DPKO) geleitet wird |
| |
|
vergangene Einsätze |
|
|
Afrika |
| Angola MONUA |
| Angola UNAVEM I |
| Angola UNAVEM II |
| Angola UNAVEM III |
| Äthiopien/Eritrea UNMEE |
| Burundi ONUB |
| Kongo ONUC |
| Liberia UNOMIL |
| Libyen/Tschad UNASOG |
| Mosambik ONUMOZ |
| Namibia UNTAG |
| Ruanda UNAMIR |
| Sierra Leone UNOMSIL |
| Sierra Leone UNAMSIL |
| Somalia UNOSOM I |
| Somalia UNOSOM II |
| Uganda/Ruanda UNOMUR |
| Zentralafrikanische Republik MINURCA |
| |
|
Nord-, Süd- und Mittelamerika |
| Dominikanische Republik DOMREP |
| El Salvador ONUSAL |
| Guatemala MINUGUA |
| Haiti MIPONUH |
| Haiti UNTMIH |
| Haiti UNSMIH |
| Haiti UNMIH |
| Zentralamerika ONUCA |
| |
|
Asien-Pazifik |
| Afghanistan/Pakistan UNGOMAP |
| Indien/Pakistan UNIPOM |
| Kambodscha UNTAC |
| Kambodscha UNAMIC |
| Tadschikistan UNMOT |
| Timor-Leste UNTAET |
| Timor-Leste UNMISET |
| West Neuguinea UNSF |
| |
|
Europa |
| Bosnien und Herzegowina UNMIBH |
| Georgien UNOMIG |
| Jugoslawien UNPROFOR |
| Kroatien UNPSG |
| Kroatien UNTAES |
| Kroatien UNCRO |
| Kroatien/Jugoslawien (Prevlaka) UNMOP |
| ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien UNPREDEP |
| |
|
Naher Osten |
| Irak/Kuwait UNIKOM |
| Iran/Irak UNIIMOG |
| Jemen UNYOM |
| Libanon UNOGIL |
| Naher Osten UNEF I |
| Naher Osten UNEF II |
Quelle: United Nations peacekeeping: www.un.org/Depts/dpko/dpko/index.asp
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