PDF Version (146 KB) Fakten
Die Daten des Mikrozensus 2005 zeigen, dass Personen mit Migrationshintergrund eine schlechtere Einkommensposition haben als Personen ohne Migrationshintergrund. Die Einkommenssituation von Personen mit Migrationshintergrund wird durch mehrere Faktoren negativ beeinflusst: niedrigere berufliche und schulische Qualifikationen, teilweise fehlende bzw. nicht anerkannte Abschlüsse, Sprachbarrieren, eingeschränkter Zugang zum Arbeitsmarkt und zu speziellen Hilfen zur beruflichen Eingliederung, zeitlich begrenzter Aufenthalt sowie häufigere Betroffenheit von Arbeitslosigkeit während des Erwerbslebens. Natürlich sind nicht alle Personen mit Migrationshintergrund gleichermaßen von diesen Faktoren betroffen.
Die tatsächlich erzielten Einkommen aus Erwerbstätigkeit fallen bei den Personen mit Migrationshintergrund deutlich niedriger aus: Nur 14 Prozent der Erwerbstätigen mit Migrationshintergrund hatten ein Einkommen von mehr als 2.000 Euro (ohne Migrationshintergrund: 23 Prozent). Erwerbstätige mit Migrationshintergrund waren in der Einkommensgruppe bis 1.100 Euro mit 45 Prozent deutlich stärker vertreten als Erwerbstätige ohne Migrationshintergrund (37 Prozent). 67 Prozent der Frauen mit Migrationshintergrund erzielten Einkommen von unter 1.100 Euro – gegenüber 54 Prozent der Frauen ohne Migrationshintergrund.
Aufgrund der auch im Durchschnitt geringeren Einkommen haben Personen mit Migrationshintergrund ein höheres Armutsrisiko. Nach den Daten des Mikrozensus 2005 waren 14,8 Prozent der Gesamtbevölkerung armutsgefährdet. Bei den Personen mit Migrationshintergrund lag dieser Anteil mit 28,2 Prozent fast zweieinhalbmal so hoch wie bei den Personen ohne Migrationshintergrund (11,6 Prozent). Allerdings bestehen auch innerhalb der Gruppe der Personen mit Migrationshintergrund beträchtliche Unterschiede: Während 34,3 Prozent der ausländischen Bevölkerung armutsgefährdet waren, lag die Armutsgefährdungsquote bei den Eingebürgerten bzw. als Deutsche Geborenen bei 24,7 Prozent. Bei (Spät-)Aussiedlern und ihren Nachkommen war die Armutsgefährdungsquote mit 20,7 Prozent nochmals niedriger.
Die Armutsgefährdungsquote von Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren mit Migrationshintergrund lag im Jahr 2005 bei überdurchschnittlichen 32,6 Prozent. Bei den Kindern und Jugendlichen ohne Migrationshintergrund war der Anteil der Armutsgefährdeten mit 13,7 Prozent deutlich geringer.
Auch bei den über 65-jährigen Personen mit Migrationshintergrund war das Armutsrisiko mit 27,1 Prozent deutlich höher als das der über 65-Jährigen ohne Migrationshintergrund (9,7 Prozent).
Datenquelle
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): Lebenslagen in Deutschland (PDF-Version: 1.640 KB); Statistisches Bundesamt: Mikrozensus
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Im Jahr 2005 hatten 15,3 Millionen der rund 82,5 Millionen Einwohner in Deutschland einen Migrationshintergrund. Davon waren etwa 8 Millionen Deutsche und circa 7,3 Millionen Ausländer. Zu den Personen mit Migrationshintergrund zählen alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil.
Weiterführende Informationen zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund finden Sie hier.
Die Armutsgefährdungsquote gibt an, wie hoch der Anteil der armutsgefährdeten Personen an einer Gesamtgruppe ist. Als armutsgefährdet gelten Personen, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens beträgt. Bei der Einkommensberechnung werden die Haushaltsstrukturen und die Einspareffekte, die durch das Zusammenleben entstehen, berücksichtigt – die Einkommen werden also gewichtet.
Um das mittlere Einkommen zu berechnen, wird der Median (Zentralwert) verwendet. Dabei werden hier alle Personen ihrem gewichteten Einkommen nach aufsteigend sortiert. Der Median ist der Einkommenswert derjenigen Person, die die Bevölkerung in genau zwei Hälften teilt. Das heißt, die eine Hälfte hat ein höheres, die andere ein niedrigeres gewichtetes Einkommen. 60 Prozent dieses Medianwertes stellen die Armutsgefährdungsgrenze dar.
Die wesentlichen Ursachen für die unterschiedlichen Niveaus der Armutsgefährdungsquoten bei verschiedenen Erhebungen sind:
- die (immer vorhandenen) Stichprobenschwankungen,
- unterschiedliche Einkommensbegriffe,
- die Repräsentativität der Erhebungen,
- unterschiedliche Behandlung fehlender oder unplausibler Angaben.

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Armutsgefährdungsquoten von Migranten
Nach Personen mit und ohne Migrationshintergrund, in Prozent, 2005
| |
Bevölkerung |
| insgesamt |
14,8 |
| Männer |
14,3 |
| Frauen |
15,2 |
| |
Personen ohne Migrationshintergrund |
| insgesamt |
11,6 |
| Männer |
11,0 |
| Frauen |
12,2 |
| Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren |
13,7 |
| über 65-jährige Personen |
9,7 |
| |
Personen mit Migrationshintergrund |
| insgesamt |
28,2 |
| Männer |
27,9 |
| Frauen |
28,5 |
| zugewanderte und hier geborene Ausländer |
34,3 |
| Eingebürgerte und als Deutsche geborene Kinder von Zuwanderern |
24,7 |
| (Spät-)Aussiedler und Nachkommen |
20,7 |
| Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren |
32,6 |
| über 65-jährige Personen |
27,1 |
Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): Lebenslagen in Deutschland; Statistisches Bundesamt: Mikrozensus
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