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Gesundheit
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Fakten

Mit einem Anteil von etwa einem Viertel sowohl an den Beschäftigten als auch an den Gesundheitsausgaben gehören die Krankenhäuser zu den wichtigsten Institutionen des Gesundheitswesens. Von den 4,31 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen im Jahr 2006 arbeiteten 1,07 Millionen in 2.104 Krankenhäusern. Umgerechnet auf die volle tarifliche Arbeitszeit entsprach das rund 805.000 Personen – 124.000 im ärztlichen Dienst und 681.000 im nichtärztlichen Dienst (davon 44 Prozent im Pflegedienst).

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Kosten der Krankenhäuser für die stationäre Krankenhausbehandlung im Jahr 2006 bei 58,08 Milliarden Euro. Bei insgesamt 16,83 Millionen Patienten (ohne gesunde Neugeborene) ergeben sich für das Jahr 2006 durchschnittliche Kosten von 3.450 Euro je Patient. Dabei lagen alle ostdeutschen Länder unter dem Bundesdurchschnitt. Die niedrigsten Kosten je Patient entfielen auf Mecklenburg-Vorpommern (2.920 Euro). Deutlich über dem Durchschnitt lagen Hamburg (4.009 Euro) und Berlin (3.919 Euro).

Die Brutto-Kosten der Krankenhäuser – einschließlich der Kosten für nichtstationäre Leistungen (zum Beispiel Ambulanz, wissenschaftliche Forschung und Lehre) – betrugen im Jahr 2006 knapp 66,2 Milliarden Euro. Darunter waren 62,3 Prozent Personal- und 36,2 Prozent Sachkosten. Der Rest verteilte sich auf Zinsen für Betriebsmittelkredite und Steuern sowie die Kosten der Ausbildungsstätten.

Obwohl sich die Zahl der Betten allein zwischen 2001 und 2005 um mehr als 28.800 reduzierte und damit die Bettenzahl pro 1.000 Einwohner von 6,71 auf 6,35 sank, verringerte sich die Auslastung der Krankenhausbetten im selben Zeitraum von 81,1 auf 74,9 Prozent. Erst durch den Abbau von gut 13.000 weiteren Betten stieg die Bettenauslastung leicht auf 76,3 Prozent im Jahr 2006. Die Bettenzahl pro 1.000 Einwohner reduzierte sich entsprechend auf 6,20. Damit liegt Deutschland aber immer noch weit über dem europäischen Durchschnitt. Beispielsweise lag der entsprechende Wert im Jahr 2006 in Frankreich bei 3,7 und in Schweden sogar bei 2,2.

Zwei Gründe sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Bettenauslastung trotz des Bettenabbaus nicht steigt. Zum einen hat sich die Patientenzahl zwischen 2001 und 2006 von 17,33 auf 16,83 Millionen reduziert. Zum anderen ging die Verweildauer deutlich zurück: Während die Patienten im Jahr 2001 durchschnittlich 9,4 Tage im Krankenhaus verbrachten, waren es 2006 nur noch 8,5 Tage.

Im Jahr 2006 gab es bezogen auf 100.000 Einwohner 20.241 entlassene vollstationär behandelte Patienten (ohne gesunde Neugeborene). Unter 15-Jährige hatten dabei einen Anteil von 7,9 Prozent. Bei den 15 bis unter 45-Jährigen und den 45 bis unter 65-Jährigen lag der Anteil bei je einem Viertel. 36,4 Prozent der Behandlungsfälle entfielen auf die 65 bis unter 85-Jährigen und 5,8 Prozent auf die mindestens 85-Jährigen. Bei mehr als 270.000 Entlassungen beendeten die Patienten entgegen ärztlichem Rat die Behandlung im Krankenhaus.

Bei den Männern – die insgesamt einen Anteil von 46,6 Prozent an allen entlassenen behandelten Patienten hatten – war der häufigste Grund für einen vollstationären Krankenhausaufenthalt das Krankheitsbild "psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol" (223.000 Fälle). An zweiter Stelle lag die Herzerkrankung Angina pectoris (187.000), an dritter Herzinsuffizienz (147.000). Bei Frauen war Herzinsuffizienz (170.000 Fälle) die häufigste Ursache für einen Krankenhausaufenthalt. Es folgten bösartige Neubildung der Brustdrüse/Brustkrebs (147.000) und Gallensteine (137.000).

Bezogen auf die im Jahr 2006 aus vollstationärer Krankenhausbehandlung entlassenen Patienten wurden gut 37,6 Millionen Operationen und medizinische Prozeduren durchgeführt. Rund ein Drittel der durchgeführten Maßnahmen waren Operationen (12,6 Millionen), gefolgt von nichtoperativen therapeutischen Maßnahmen mit einem Anteil von 27,1 Prozent (10,2 Millionen) und diagnostischen Maßnahmen mit 21,4 Prozent (8,1 Millionen). Der Rest verteilte sich auf die bildgebende Diagnostik (5,5 Millionen) sowie ergänzende Maßnahmen (1,3 Millionen).

Zusätzlich zu den Krankenhauspatienten gab es im Jahr 2006 mehr als 1,8 Millionen Patienten in insgesamt 1.255 Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen. In diesen Einrichtungen werden die Patienten am häufigsten wegen Arthrosen und Rückenschmerzen behandelt. Wie auch bei den Krankenhausfällen waren 53,4 Prozent der Patienten weiblich und 46,6 Prozent männlich. Im Durchschnitt waren die Behandelten 56 Jahre alt. Die durchschnittliche Verweildauer in den Einrichtungen variierte stark zwischen den einzelnen Krankheitsbildern: Während Patienten mit psychischen und Verhaltensstörungen durch Alkohol durchschnittlich 80,6 Tage in den Einrichtungen verbrachten, dauerte der durchschnittliche Aufenthalt aufgrund ischämischer Herzkrankheiten nur 21,7 Tage.

Datenquellen

Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch, verschiedene Jahrgänge

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative-Commons-Lizenz
by-nc-nd/2.0/de lizenziert.

Krankenhausversorgung

Index (1991 = 100), 1991 bis 2006

  aufgestellte
Betten
je 1.000 Einwohner**
Krankenhaus-
aufenthalte*
je 1.000 Einwohner**
Betten-
auslastung
durch-
schnittliche Verweildauer
Index (1991 = 100)
1991 100,0 100,0 100,0 100,0
1992 96,5 102,0 99,8 94,3
1993 93,0 102,7 98,8 89,3
1994 91,2 104,4 98,1 85,0
1995 89,7 107,1 97,6 81,4
1996 87,1 108,3 95,8 77,1
1997 85,0 109,9 96,4 74,3
1998 83,8 112,7 97,9 72,1
1999 82,8 114,3 97,7 70,7
2000 81,9 115,3 97,4 69,3
2001 80,7 115,5 96,4 67,1
2002 79,8 116,0 95,2 65,7
2003 79,0 115,1 92,2 63,5
2004 77,4 111,8 89,7 62,1
2005 76,3 112,3 89,9 61,4
2006 74,6 112,2 90,7 60,7

* ohne interne Verlegungen
** berechnet mit der Durchschnittsbevölkerung

Quelle: Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch, verschiedene Jahrgänge




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