30.8.2012

1971: "Die Sendung mit der Maus"

Von besonderer Bedeutung waren die "Lach- und Sachgeschichten für Fernsehanfänger", die dann bald unter dem Titel "Die Sendung mit der Maus" liefen (vgl. Stötzel 1990). Ab 1971 ausgestrahlt, wurde die Sendung zu einer lang laufenden Serie, die von Beginn an eine große Popularität erreichte. Abweichend vom Konzept der "Sesamstraße" wurde hier eine Magazinform gewählt. Die Sachgeschichten in Form kleiner Dokumentarfilme erklärten Vorgänge und Phänomene der Welt und ließen Komplexes anschaulich werden.
"Maus" und "Elefant" aus der "Sendung mit der Maus" in Erfurt."Maus" und "Elefant" aus der "Sendung mit der Maus" in Erfurt. Lizenz: cc by/3.0/de (Andreas Praefcke)

Sie wurden mit kleinen Miniserien verbunden, zumeist im Zeichentrick, aber auch mit Puppen (Der kleine Maulwurf, kleiner Elefant, der Hase und der faule Förster, Petzi und Käpt'n Blaubär). Käpt'n Blaubär endete häufig mit einer Lügengeschichte, die es dann als solche zu entlarven galt. Hinzu kamen Kinderlieder und anderen Elemente. Dieses Konzept ist bis heute gültig.

1971 unter dem Titel "Lach- und Sachgeschichten" gestartet, ist "Die Sendung mit der Maus" ein 30minütiges, mehrfach prämiertes Magazin für Kinder mit Trickfilmen, Lieder-Erklärstücken und kurzen Spots (mit Maus und Elefant), das jeden Sonntag im Ersten und im Kinderkanal sowie an anderen Wochentagen im WDR und anderen ARD-Sendern ausgestrahlt wird. Produziert wird die Sendung gemeinsam vom WDR, RBB, SR und SWR. (Ausschnitt aus der Sendung vom 22.9.2002) (© WDR/ARD, 2002)

Neue Figuren und große Themenvielfalt

Das Spektrum der Themen ist weit, die Skala reicht von Pflanzen bis zum Alten Rom, von der Bundestagswahl bis zu Tschernobyl (Sondersendung: "Die Atommaus"). Vor allem diese Zeichentrickszenen begeisterten die kleinen Zuschauer. "Pädagogische Ambitionen" vereinigten sich "mit spielerisch kreativen" (Knott-Wolf 2006, S.250). Neben der Maus kamen als weitere Figuren 1975 ein Elefant und 1987 eine Ente hinzu sowie weitere Miniserien mit Zeichentrickfiguren wie "der kleine Eisbär", "Shaun das Schaf" oder die Figuren der Serie "Janoschs Traumstunde", die auf die Bilderbücher des Cartoonisten Janosch zurückgingen. Seit 1999 gibt es ergänzend zur Fernsehsendung auch Online-Angebote für Kinder.

Preisgekrönt und erfolgreich besungen

Auch die leicht flapsige Art Armin Maiwalds, der anfangs die Sendungen moderierte, trug zum Erfolg der Serie bei. 1996 entstand anlässlich des 25. Geburtstages der Sendung auch ein spezielles Lied über die Maus ("Hier kommt die Maus", komponiert und gesungen von Stefan Raab), das es auf Platz 2 der deutschen Charts schaffte. Die Sendung erhielt rund 75 nationale und internationale Preise (unter anderem den Adolf-Grimme-Preis in Gold im Jahr 1988) und wird in fast 100 Ländern ausgestrahlt. Es gab Wanderausstellungen über die "Sendung mit der Maus", und die Maus-Figuren Maus, Elefant und Ente waren als Exponate im deutschen Pavillon auf der Expo 2000 zu sehen, was die Beliebtheit der Sendung untermauert.