30.8.2012

Neue Sender und Kanäle

So wie die Jahre um 1970 als eine Zäsur verstanden werden können, bedeutete auch die Zulassung kommerzieller Fernsehprogramme ab 1984/85 einen Einschnitt im Kinderfernsehen. Da die Programme der kommerziellen Sender ohne pädagogische Absicht auftraten, waren auch ARD und ZDF gezwungen, stärker unterhaltende Sendungen und Sendereihen auszustrahlen. Das ZDF setzte wie z. B. mit den "Spreepiraten" (1989–1991) weiterhin auf erzählende Kindersendungen, entwickelte aber auch die Kindernachrichtensendung "logo!", bei der es ab 1988/89 darum ging, Nachrichten für Kinder verständlich und interessant zu präsentieren.

Gründung des öffentlich-rechtlichen KiKA

Anders als die etablierten Sender zeigte etwa RTL die Kinderprogramme zu einer kinderfreundlicheren Sendezeit, nämlich am späten Nachmittag. Bei ARD und ZDF hingegen wurden die Kindersendungen in immer unattraktivere Programmnischen abgedrängt, mit der Folge, dass die Quoten sanken.

Mit der Gründung des auf Anhieb erfolgreichen öffentlich-rechtlichen Kinderkanals KiKA 1997 konnte nun den Kindern geboten werden, was ein erfolgreiches Kinderprogramm ausmacht: Zuverlässigkeit und Kontinuität. Die beiden Hauptprogramme von ARD und ZDF stellten die Ausstrahlung von Kindersendungen seit der Gründung des KiKA montags bis freitags ein. Der KiKA richtet sich an Kinder im Alter von drei bis 13 Jahre. Gesendet wurde zunächst von 6.00 Uhr morgens bis 19.00 Uhr abends. 2003 wurde die Sendezeit um zwei Stunden bis 21.00 Uhr verlängert.