30.8.2012

ZDF und Dritte Programme (BRD)

Die Ministerpräsidenten der Länder gründeten nur wenige Monate nach dem 1. Rundfunk-Urteil vom Februar 1961, das Zweite Deutsche Fernsehen. Es war eine zentralistisch organisierte Fernsehanstalt der Länder mit Sitz in Mainz. Diese wurde öffentlich-rechtlich organisiert. Öffentlich-rechtlich meint staatsfern, pluralistisch in dem Sinne, dass es die Interessen aller Gruppen der Gesellschaft vertritt, und nicht-kommerziell in dem Sinne, dass kein Profit erwirtschaftet werden darf. Alle Einnahmen mussten und müssen für das Fernsehen und insbesondere für das Programm ausgegeben werden. Das ZDF startete mit seinem Programm am 1. April 1963.

Einrichtung der Dritten Programme

Der Staatsvertrag, der zur Gründung des ZDF führte, erlaubte den ARD-Anstalten, sogenannte 'Dritte Programme' auszustrahlen. Sie sollten der Bildung und der regionalen Information dienen, die im ARD-Gemeinschaftsprogramm "Deutsches Fernsehen", das nun "Erstes Deutsches Fernsehen" genannt wurde, kaum noch Platz fand. Je ein eigenes Drittes Programm etablierten der BR, der HR (beide 1964) und der WDR (1965). Die kleineren Sender RB und SFB taten sich 1965 für ein solches Programm (N III) mit dem NDR zusammen. Ein gemeinsames Drittes Programm errichteten 1969 im Südwesten SDR, SWF und SR (S III). Seit Ende der 1960er Jahre wurden in diesen Dritten Programmen auch Schulfernsehsendungen und Bildungsreihen ausgestrahlt.

Zusätzlich bauten ARD und ZDF den Umfang ihrer Programme aus und koordinierten sie, so dass 'Schutzzonen' für politische und kulturelle Sendungen entstanden. Zusätzliche Attraktion gewann das bundesrepublikanische Fernsehen durch die Ausstrahlung in Farbe (ab 1967) und mit Stereoton (ab 1975). Die Zahl der Fernsehteilnehmer stieg stetig an, so dass 1970 mit 15 Mio. Teilnehmern bereits 68 Prozent der bundesrepublikanischen Haushalte einen Fernsehempfänger besaßen, 1975 waren es dann 75 Prozent und Ende der 1980er Jahre 95 Prozent.