30.8.2012

TV-Entwicklung in der DDR

Fernsehgeräte mit dem Logo des Fernsehfunks auf der Leipziger FrühjahrsmesseFernsehgeräte mit dem Logo des Fernsehfunks auf der Leipziger Frühjahrsmesse (© Bundesarchiv, Bild 183-G0301-0001-009 / Fotograf: Friedrich Gahlbeck)
In der DDR sollte im Rahmen der politischen und ökonomischen Neuorientierung (NÖSPL) eine "Versachlichung im Verhältnis von Regierung und Bürgern" (Riedel 1977, S.31) erreicht werden. Eine Flucht war nur noch unter sehr großen Risiken möglich. Dies bedeutete auch neue Aufgaben für das Fernsehen. Es wurde in seiner Bedeutung gestärkt, weil es 1968 verselbstständigt und einem eigenen "Staatlichen Komitee für Fernsehen" beim Ministerrat unterstellt wurde. Am 3. Oktober 1969, dem 20. Jahrestag der DDR, startete mit einem Wochenangebot von 21 Stunden das Zweite Programm des DFF. Es zeigte vor allem russische Spielfilme im Originalton. Mit ihm begann man in der DDR auch mit der Ausstrahlung von Farbsendungen. Dies vollzog sich in dem von französischen Technikern entwickelten SECAM-System und damit in Konkurrenz zu dem von der Bundesrepublik benutzten PAL-System. Daher waren die jeweiligen anderen deutschen Programme weiterhin nur schwarz-weiß zu empfangen. Gleichzeitig wurde der neu gebaute Fernsehturm in Ost-Berlin eingeweiht. Auch in der DDR stieg die Zahl der Fernsehteilnehmer an. Fernsehen war Ende der 1980-er Jahre in beiden deutschen Staaten flächendeckend mit ca. 95 Prozent verbreitet.