30.8.2012

Das Fernsehen während der Wende

Mit den politischen Bewegungen in Polen ("Solidarnosc") und in der Sowjetunion ("Glasnost") setzten in den 1980-er Jahren Entwicklungen ein, die zum Ende der kommunistischen Systeme in Osteuropa und auch in der DDR führten. Zu der sich dann ab 1989 vollziehenden "Wende" trug auch das Fernsehen bei. Durch die Satellitenausstrahlung der Westprogramme waren diese grenzüberschreitend präsent. Informationen über die Oppositionsbewegungen in den osteuropäischen Staaten, aber auch über die Flucht von DDR-Bürgern in den Westen via Ungarn und Tschechoslowakei wurden nun rasch vermittelt. Damit bekamen solche Geschehnisse eine verstärkende Wirkung.

Liberalisierungstendenzen

Mitte der 1980er Jahre wuchs auch im Westen das Interesse am Leben hinter dem "Eisernen Vorhang". Die Liberalisierung wurde von den westlichen Korrespondenten mit Sympathie begleitet. Dennoch hüteten sie sich im Sommer 1989, die Flucht der DDR-Bürger über Ungarn in ihren Sendungen zu propagieren. Noch durften sich die Korrespondenten von ARD und ZDF in der DDR nur mit Genehmigungen bewegen. Doch dass darüber in den bundesdeutschen Programmen berichtet wurde, verbreitete auch in der DDR das Wissen über diese Fluchtmöglichkeiten.

Öffnung der Mauer völlig überraschend

Im Herbst 1989 herrschte für Leipzig ein absolutes Drehverbot. Von den ersten Montagsdemonstrationen im Oktober gelangten deshalb nur illegale Amateuraufnahmen in den Westen. Mit dem Wechsel von Erich Honecker zu Egon Krenz in der Führung der DDR am 18. Oktober 1989 änderte sich das. Ab dem 9. November drehten beispielsweise WDR-Teams in Leipzig und berichteten erstmals am 13. November von einer Montagsdemonstration. Die Öffnung der Mauer kam auch für die Korrespondenten völlig überraschend.