26.10.2012

Fernsehserien

"Gute Zeiten, schlechte Zeiten", Szenenfoto aus der 1. Folge mit Andreas Elsholz (li.), Angela Neumann und Frank-Thomas Mende"Gute Zeiten, schlechte Zeiten", Szenenfoto aus der 1. Folge mit Andreas Elsholz (li.), Angela Neumann und Frank-Thomas Mende (© RTL, 1992)


Ebenso vielfältig sind die Bezeichnungen bei den Fernsehserien. Das serielle Erzählen, also das Erzählen in Fortsetzungen, hat eine lange Tradition. Für das Fernsehen, das täglich mit neuem Programm aufwarten muss, ist die Serie eine geeignete Form der mittel- bis langfristigen Zuschauerbindung.

Grundformen seriellen Erzählens

Seit den 1950er Jahren hat es deshalb im Fernsehen zwei Grundformen des seriellen Erzählens gegeben: die Serie mit abgeschlossenen Einzelhandlungen (häufig bei Kriminalfilmserien: Jede Folge ist inhaltlich in sich geschlossen, nur die Ermittler sind dieselben, beziehen sich jedoch selten auf vorangegangene Fälle) und die Serie in Fortsetzungen, bei der jede Folge inhaltlich an die vorangegangene anknüpft und die Geschichte weitererzählt. Serien werden in der Regel in Staffeln produziert; ein Erfolg der Serie bei den Zuschauern kann dann auch zu weiteren Staffeln führen. Viele der Fortsetzungsserien sind auf einen Endpunkt hin konzipiert, so dass sie dann auch beendet sind.

Lang laufende Serien – "Soaps" und Co.

Davon unterscheiden sich die lang laufenden Serien, die auf Endlosigkeit hin angelegt sind, aber natürlich in der Regel irgendwann enden. Ihre Dramaturgie sieht jedoch zunächst kein Ende vor (vgl. Hickethier 1991). Solche lang laufenden Serien werden häufig auch "Soaps" genannt – nach den Fortsetzungsserien, die in den USA anfangs in den Radioprogrammen liefen, für Hausfrauen gedacht waren und von den Seifenherstellern finanziert wurden. Diese Serien liefen werktäglich und tagsüber, so dass sie auch Daily Soaps genannt wurden. Von diesen Formen unterscheiden sich die Telenovelas, die, ursprünglich in Lateinamerika konzipiert, ebenfalls meist melodramatische Geschichten erzählen (oftmals in 150 bis 200 Folgen) und damit der Daily Soap nahe kommen, aber dennoch auf ein Ende hin – zumeist einen glücklichen Ausgang der Geschichte – angelegt sind. Weitere Mischformen sind dann zum Beispiel Doku Soaps und Reality Soaps.

Die hier nur knapp skizzierte Begriffsentwicklung macht deutlich, wie vielfältig die Formen der Fiktion im Fernsehen sind.